A Day To Remember + Support am 01.02.2017 im Palladium, Köln

“Good Vibrations!“

Eventname: „Bad Vibes“ World Tour 2017

Headliner: A Day To Remember (USA)

Vorbands: Neck Deep (UK), Moose Blood (UK)

Ort: Palladium, Köln

Datum: 01.02.2017

Kosten: 46,00 Euro zzgl. Gebühren

Genres: Post-HC, Pop-Punk, Emo, Indie

Veranstalter: Kingstar Music http://www.kingstar-music.com/

Link: https://www.facebook.com/events/625788107599962/

Setlists:

01. Honey
02. Glow
03. Boston
04. Swim Down
05. Shimmer
06. Gum
07. Bukowski
08. Knuckles

01. Gold Steps
02. Lime St.
03. Losing Teeth
04. What Did You Expect?
05. Kali Ma
06. Serpents
07. Rock Bottom
08. I Hope This Comes Back to Haunt You
09. December
10. Can’t Kick Up the Roots

01. Mr. Highway’s Thinking About the End
02. Paranoia
03. 2nd Sucks
04. Right Back at It Again
05. I’m Made of Wax, Larry, What Are You Made Of?
06. It’s Complicated
07. Fast Forward to 2012
08. We Got This
09. Bad Vibrations
10. My Life for Hire
11. Exposed
12. Have Faith in Me
13. Justified
14. Homesick
15. Naivety
16. All I Want
17. The Plot to Bomb the Panhandle

Zugabe:
01. If It Means a Lot to You
02. All Signs Point to Lauderdale
03. The Downfall of Us All

A Day To Remember Bad Vibrations Tour 2017  A Day To Remember + Support am 01.02.2017 im Palladium, Köln eventplakat

Was für ein Paket für Pop-Punk- und Post-HC-Fans! Kingstar Music lädt zum Tanz ins Kölner Palladium mit musikalischer Untermalung durch die (beinahe) Szene-Urgesteine A Day To Remember, die britische Antwort auf Cali-Punkrock Neck Deep und die ebenfalls von der Insel stammende Neo-Emo-/Indie-Hoffnung Moose Blood. Erstere promoten ihr aktuelles Album Bad Vibrations im Rahmen ihrer Bad Vibes World Tour.

4.000 Personen fasst das Gebäude laut offizieller Quellen. Ausverkauft scheint es heute nicht ganz zu sein, aber über den Abend verteilt soll sich das Netz der Gäste deutlich verdichten. Zwei Tage vorher gab’s dasselbe Paket erst in Oberhausen, aber das scheint die Fans aus der Kölner Bucht nicht sonderlich zu beeindrucken bzw. lockt es sicher auch den ein oder anderen ein zweites Mal vor die Bühne.

Einlass ist 18:00 Uhr, um 19:00 Uhr soll’s losgehen. Kurz nach Sieben betreten dann auch Moose Blood die Bühne. Die Jungs aus dem britischen Canterbury haben mit ihrem aktuellen Album Blush die Farbe Rosa wieder salonfähig gemacht :D. Man(n) zeigt wieder Gefühl, ohne Dicke Eier-Attitüde und wird trotzdem nicht ausgebuht. Ein wenig verloren wirken sie jedoch auf der riesigen Bühne des Palladiums. Die Halle ist ca. 1/3 voll und in den ersten Reihen finden sich auch Fans der Band, die vorwiegend weiblichen Geschlechts sind und vereinzelt nach Sänger und Gitarrist Eddy Brewerton rufen.

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Moose Blood @ Palladium, Köln, 01.02.2017

2014 erschien das Debütalbum I’ll Keep You in Mind, From Time to Time, damals auf No Sleep Records, das auch Bands wie La Dispute beheimatet, wodurch man sich auch ungehört ein ungefähres Bild der Band machen kann. Das Quartett, das eine Nominierung für den „Best Track“ für Honey bei den Kerrang! Awards 2016 abstauben konnte macht einen soliden Job und weiß, trotz verhaltener Bühnenshow, zu überzeugen. Ein Club und mehr Nähe zu den Fans stehen ihnen dennoch sicher besser.

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Moose Blood @ Palladium, Köln, 01.02.2017

Als Neck Deep dann die Bühne betreten, wird es zunehmend unruhiger im Publikum und die Halle verliert an Luftlöchern. Das letzte Album der Band aus Wrexham, Großbritannien erschien 2015, aus dem es aber 2016 als kleines Lebenszeichen zwei Bonusversionen des Songs December gab. Prominente Unterstützung erhielt der Kerrang! Awards Gewinner in der Kategorie Best Newcomer 2014 hier von Mark Hoppus (Blink-182) und Chris Carrabba (Dashboard Confessional).

Sänger Ben Barlow blinzelt unter seiner Base-Cap in die Weite der Halle und versucht sich am deutschen Satz „Ich liebe Dich“, den er vor der Show beigebracht bekommen hätte und bei dem er Angst hatte, dass er in der Übersetzung etwas ähnliches wie „I like dicks“ heißen könne. Für weitere Übersetzungen würde er sich aber lieber auf Google Translate verlassen.

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Neck Deep @ Palladium, Köln, 01.02.2017

Die Anzahl der Crowdsurfer nimmt langsam aber stetig zu. Barlow sieht sich dazu veranlasst, die Show als bisher beste in Deutschland zu betiteln. Komm, gekauft. Gitarrist Matt West nutzt neben dem Sänger den vollen Platz der Bühne auf’s Äußerste aus, rennt und wirbelt über die Bretter, mosht, schreit springt – und wird damit seiner Instagram-Biographie „Can barely play guitar, but I’ll beat you in a spinning contest“ gerecht. Gitarre spielen kann er aber ;).

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Neck Deep @ Palladium, Köln, 01.02.2017

Damit die Fans nicht nur eine akustische Erinnerung mit nach Hause nehmen können, schmeißt Bassist Fil Thorpe-Evans noch sein Plektrum ins Publikum. Den Fans gefällt’s und musikalisch nähert man sich in Sachen Energie und Krawumm dem Headliner. Als vorletzten Song gibt’s dann das erwähnte December im Original und damit leider weder mit Mark noch Chris ;). Runde Sache, überzeugende Show.

Während der Umbaupause werden neben den größten Metaldisco-Hits auch die bekanntesten Nummern diverser Popsternchen eingespielt und das Publikum singt und crowdsurfed sich schonmal warm.

Als der Headliner gegen 21:30 Uhr die Bühne betritt und der Licht-Techniker die Halle abdunkelt, merkt man dem Publikum die Anspannung und Vorfreude deutlich an. Eine Armada Securities baut sich vor der Bühne auf und später wird sich zeigen, wieso man hier eine derartige Wand an helfenden Händen aufgestellt hat. A Day To Remember eröffnen ihre Show im wahrsten Sinne mit einem Knall. Zwei dicke Konfettikanonen berieseln das Publikum in den ersten 10 Reihen mit buntem Papier und alle sind aus dem Häuschen.

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A Day To Remember @ Palladium, Köln, 01.02.2017

Überhaupt hat die Band schweres Geschütz aufgefahren. Die gesamte Bühne ist ein rundes Show-Konzept, bestehend aus einem recht hohen Drumkit-Podest mit kleinen Monitoren und tickenden Uhren, zwei dicken Monitorwänden mit angeschlossenen Mega-Computer-Imitaten an den Seiten, einem gigantischen Tonband-/Magnetband-Imitat hinterm Acrylglas-Drumkit von Drummer Alex Shelnutt und Ego-Risern für jedes Bandmitglied.

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A Day To Remember @ Palladium, Köln, 01.02.2017

Sänger Jeremy McKinnon ist Rampensau ab Sekunde 1 und interagiert mit allem und jedem, Band, Photographen, Securities und Fans. Die Band spielt sich bunt durch die eigene Song-Historie. Auf Nachfrage, wer sich an For Those Ho Have Heart erinnert folgt Fast Forward to 2012 (aus dem Jahre 2007). Die Masse an Crowdsurfern ist deutlich gestiegen und gipfelt vor Naivety in der Aufforderung McKinnons, sich wie Surfer auf andere Crowdsurfer zu stellen und es bis ganz nach vorne zur Bühne zu schaffen. Neben Circle Pit, Wall Of Death, Metalgaleere und Moshpit habe ich ja schon so einiges gesehen, aber das ist neu und witzig. Dem Aufruf kommen überraschend viele Fans nach und sind unerwartet erfolgreich, auch wenn es keiner wirklich bis zum Sänger und seinen Jungs schafft. Vereinzelt ziehen die Helfer aber auch schon ohnmächtige Fans aus der Menge, ob verausgabt oder vor lauter Euphorie umgekippt.

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A Day To Remember @ Palladium, Köln, 01.02.2017

Nicht nur AUF der Bühne, sondern auch davor ist für Unterhaltung gesorgt. Die Band schmeißt ca. zur Mitte des Sets einen Haufen aufblasbarer Pool-Utensilien wie Haie/Orcas und Wasserbälle ins Publikum, die dankend angenommen und auch Richtung Bühne zurückbefördert werden, direkt in McKinnons Arme. CO2-Kanonen sorgen für weitere Show-Effekte und hüllen die Musiker auf ihren Ego-Risern stehend kurzfristig in dichten Nebel ein. Die überdimensionalen Monitore spielen einen Mix aus allerlei Material, ob surreal oder Szenen des Tourlebens ab und werden auch als Anzeigetafeln mit dem Text „Stand By. We’re Changing Our Guitars“ begleitet von typischer Pausenmusik für einen kurzen Instrumentenwechsel genutzt.

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A Day To Remember @ Palladium, Köln, 01.02.2017

Drummer Shelnutt wirbelt seine Sticks nicht nur über die Felle und Becken, sondern auch liebend gerne durch die Luft, was bis zur Hallenmitte sichtbar ist. Ohrenbetäubendes Gekreische ertönt, als McKinnon die Halle fragt „How many ladies are out there tonight?!“. Als Belohnung für’s Geschrei gibt’s dann Have Faith In Me. Die Band spielt um kurz vor 23:00 Uhr noch ein paar Zugaben und beschließt damit einen wirklich grandiosen Abend mit einer perfekten Live-Show, die sicher auch einigen Eltern, die ihre Sprösslinge begleitet haben Spaß gemacht haben könnte. Man hat der Band vielleicht auch ein wenig die Erleichterung angemerkt, die sich nach dem sechs Jahre dauernden Rechtsstreit mit ihrem ehemaligen Label Victory Records breitmachte, als Jeremy & Co. den Fall im November 2016 für sich entscheiden konnten und damit 4 Mio. Dollar vom Label an die Band ausgeschüttet werden müssen.

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Neck Deep @ Palladium, Köln, 01.02.2017

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