Artist: Scarnival

Herkunft: Hannover, Deutschland

Genre: Melodic Death Metal

Release: 07.08.2015

Label: Kernkraftritter Records

Link: https://www.facebook.com/scarnival oder http://www.scarnival.de

Bandmitglieder:

Gesang – Daniel Siebert
Gitarre, Gesang – Christian Kähler
Gitarre – Henna Deutsch
Bassgitarre – Gerrit Morhmann
Schlagzeug – Max Dietzmann

scarnival - the art of suffering  Das Scarnival Interview über das kommende Album The Art Of Suffering scarnival the art of suffering

Time For Metal / Rene W.:

Hallo Scarnival,

ich freue mich, dass wir heute zusammengekommen sind, um über euch und natürlich den neuen Silberling The Art Of Suffering zu sprechen. Ihr stammt aus Hannover und seid seit der gleichnamigen EP in den Szene aktiv unterwegs, dennoch möchte ich euch bitten, euren Fans und unseren Lesern ein paar Hintergrundinformationen rund um Scarnival zu geben.

Scarnival / Chris:

Hi, vielen Dank, dass wir hier unseren Senf von uns geben dürfen! Wir sind fünf süße Dreamboys Anfang 30 und suchen hier auf diesem Weg… Ach nee, falsche Website. Wir sind fünf griesgrämige fiese Metaller aus Hannover, die euch modern geprägten Melo Death in die Fresse zimmern. So ist’s besser.

Scarnival / Gerrit:

Dem ist nichts hinzuzufügen! 😉

Time For Metal / Rene W.:

Mit der EP Scarnival habt ihr auch die ersten Shows gespielt und die Möglichkeit bekommen, Erfahrungen zu sammeln. Wie habt ihr diese genutzt, um auf  The Art Of Suffering, dem offiziellen ersten Studioalbum, eure Kunst möglich ansprechend zu servieren?

Scarnival / Daniel:

Wir haben sehr viel Wert auf eine anständige Produktion gelegt und auch die Songauswahl ist im Vergleich zur EP noch um einiges bunter. Wir selbst sind sehr selbstkritisch und finden bestimmt jeder am Album irgendwas, das wir beim nächsten besser machen wollen, aber sind alle sehr glücklich und zufrieden mit der Scheibe. Live-Erfahrungen haben uns gar nicht so besonders beeinflusst, wenn man überlegt, dass wir den Song der auf Konzerten am meisten abgeht, nicht auf die CD gepackt haben. Nicht alles was live gut funktioniert, muss als Track festgehalten auch funktionieren. Das haben wir nach der Vorproduktion doch schnell festgestellt und von daher glaube ich, haben wir ein gutes Paket zusammengestellt, was vielfältig und doch voller Energie ist.

Time For Metal / Rene W.:

Mit schwedisch inspiriertem Melodic Death Metal steht einem der Weg in Europa quasi offen, wie schwer war es dann wirklich Fuß zu fassen und den Vertrag mit Kernkraftritter Records klarzumachen?

Scarnival / Chris:

Das mit dem offenen Weg halte ich für eine kühne Behauptung, wenn ich das so sagen darf 😉 Das mit KKR (Kernkraftritter Records) war eher eine zufällige Idee. Wir hatten eigentlich vor, die CD selber zu veröffentlichen, einfach so ohne Label und hatten sogar schon ein Angebot vom Presswerk eingeholt. Parallel haben wir natürlich auch in Sachen Label geguckt, was so geht, aber die Konkurrenz ist groß und die Signing-Raten sehr klein… Insofern hatten wir leider keinen Erfolg. Bei irgendeiner Probe ist Daniel dann eingefallen: „Hey, Moment… Meine andere Band ‚Inquiring Blood‚ ist ja bei KKR. Die könnte ich ja auch mal fragen…“ Zwei Wochen später war der Kernkraftritter bei uns im Studio und wir haben per Handschlag unsere Zusammenarbeit besiegelt. So schnell geht es manchmal 🙂

Time For Metal / Rene W.:

Hattet ihr euch bereits mit Songs des kommenden Werkes The Art Of Suffering bei Kernkraftritter Records beworben oder ist bereits die EP beim Label wie eine Bombe eingeschlagen?

Scarnival / Daniel:

Wie Chris eben schon gesagt hat, ist meine andere Band mit dem aktuellen und auch mit dem kommenden Album bei KKR und ich habe Kay einfach mal gefragt, ob er nicht Lust auf noch eine coole Truppe unter seiner Flagge hat. Er ist dann einfach mal im Studio vorbeigekommen als wir gerade im Mix für das Album waren und hat uns gesignt. So einfach läuft das manchmal. Mit der EP hatte das Label vor diesem Gespräch eigentlich noch nichts zu tun.

Scarnival / Max:

Ja der Kernkraft-Kay fackelt nicht lange!

Time For Metal / Rene W.:

Ihr habt bereits das Publikum für Bands wie Debauchery und Arch Enemy angeheizt. Welche Erwartung hat man nach solchen Shows an sich und an die Band bzw. was nimmt man für die eigenen Auftritte und kommenden Songs mit?

Scarnival / Daniel:

Wir machen das aus Überzeugung und mit Herzblut und letzten Endes ist es uns egal ob wir als Einheizer, Headliner oder irgendwo mittendrin spielen. Natürlich haben wir auch viele Erwartungen und Hoffnungen an uns und unsere Musik, aber jeder der selbst schon auf einer Bühne gestanden hat weiß, dass man die Stimmung bei so einem Konzert überhaupt nicht vorhersagen kann. Daher ist unsere Motivation ziemlich einfach: Spaß haben, Spaß vermitteln, eine geile Zeit haben und ein bisschen nach den Sternen greifen. Denn auch wenn es immer schwerer wird CDs zu verkaufen und neue Fans zu gewinnen, bleibt es trotzdem immer das Ziel jeder Show.

Scarnival / Gerrit:

Zusammen mit diesen erfahrenen Bands zu zocken, ist schon sehr inspirierend. In puncto Bühnenpräsenz und Professionalität kann man sich wirklich ne Menge abschauen, um die eigen Show zu verbessern. Das macht schon riesigen Spaß.

Scarnival / Max:

Da kann ich mich nur anschließen. Man lernt nie aus und kann sich immer verbessern, ob am Instrument oder bei der Bühnenperformance. Bei mir kommen immer die Shows gut an, bei denen die Bands trotz dicker Lichteffekte oder Pyrotechnik und sonstigem Remmidemmi authentisch sind. Ich habe neulich While She Sleeps zum ersten Mal erlebt, als zweite Band von sechs an jenem Abend, und die haben mich echt weggehauen! Das war eine sehr geile und inspirierende Show. Ich versuche dann möglichst viel aufzusaugen und beim Songwriting oder der nächsten Show auf meine Weise umzusetzen.

Time For Metal / Rene W.:

„Technisch vielförmiges Riffing, gutturale Gesänge verschiedenster Art oder einfach die abwechslungsreiche Genre-Mixtur des Albums“, so hat mein Kollege grob in einem Satz sein Fazit zu The Art Of Suffering zusammengefasst, würdet ihr das so stehen lassen?

Scarnival / Chris:

Ja, ich finde, das kann man schon so sagen. Sobald ich das Wort „Mixtur“ lese, freue ich mich. Denn ich finde es klasse, wenn man sich nicht festlegen muss, in welche Richtung man gehen will. Paradoxerweise kann einem so was nämlich auch als Negativmerkmal ausgelegt werden im Sinne von „Sie wissen noch nicht, wohin die Reise geht“. Das kümmert uns aber nicht groß.

Scarnival / Max:

Besten Dank an den werten Kollegen!

Time For Metal / Rene W.:

Um die neuen Stücke einmal genauer zu erläutern, würde ich euch bitten, erneut auf The Art Of Suffering einzugehen und ein wenig darüber zu plaudern, wie die Songs im Proberaum eingespielt wurden, welche Thematik sie behandeln und welche Emotionen ihr damit auf den Käufer übertragen möchtet.

Scarnival / Chris:

Ich freue mich immer, wenn jemand die Texte liest und sich vielleicht sogar von ihnen angesprochen fühlt. Aber es reicht auch, einfach nur der Musik zu lauschen. Die „Emotion“, die ich mir am meisten von unseren Zuhörern wünsche, ist Folgende: Hemmungsloses Brüllen und Headbangen.

Scarnival / Max:

Moshen ist auch erlaubt! Wir haben die Songs komplett bei uns im eigenen Proberaum/Studio eingespielt. Die Vorproduktion hat dabei als Basis bzw. als Guideline gedient. In den Songs geht es um das was man sieht, wenn man sich oder anderen die Maske, die man jeden Tag anlegt herunterreißt. Hinter der ganzen Oberflächlichkeit kommen dann oft nicht sehr schöne Dinge zum Vorschein. Ich finde die Lyrics regen zum Nachdenken an und werfen viele gesellschaftskritische Fragen auf. Wir haben gerade zu dem Song Watch Me ein Lyric-Video veröffentlicht. Da dreht es sich darum, dass sich Menschen mit ihren Sorgen, Ängsten, ihrem Leiden in die Öffentlichkeit begeben, da sie dort auf eine Bühne gehievt werden und im Rampenlicht stehen. Die Masse ergötzt sich an diesem Elend und so genießen z.B. Teilnehmer wie auch Zuschauer von Sendungen wie dem Dschungelcamp diese perverse Art von Ruhm. Neben dem Gefühl sich mal die Birne freizubangen, passiert dem ein oder anderen Hörer vielleicht auch, dass er oder sie sich selber hinterfragt und es schafft in dieser reizüberfluteten Zeit mal in Ruhe nachzudenken.

Time For Metal / Rene W.:

Jetzt haben wir bereits einiges über The Art Of Suffering erfahren, dennoch dauert es noch ein paar Tage bis das Langeisen endlich veröffentlicht wird. Wie fiebert ihr dem Tag entgegen und wie habt ihr die Wartezeit, bis die Produktion im Kasten war, überbrückt?

Scarnival / Gerrit:

Haha, darf man gar nicht laut sagen: Wir stoßen jedes Mal bei der Probe mit dem Scarnival-Bier an 😉 Jeder Vorbesteller bekommt ja im Kernkraftritter-Shop ne Dose Scarnival-Bier zum Digipak dazu. Wir haben natürlich einen privaten Vorrat geordert und der wird zünftig, Probe für Probe vertilgt. Genau genommen ist die erste Jahreshälfte aber wie im Flug vergangen. Wenn man im Januar noch denkt, der VÖ-Termin sei ewig hin, dann geht das doch schneller als man denkt. Bei Scarnival wird noch jede Entscheidung demokratisch abgehandelt. Sämtliche Details rund um die VÖ liegen in unseren Händen und da war dann auch wirklich noch viel zutun. So arbeiten wir im Bereich der Promotion wieder mit Jan von Metal Promotions zusammen, der mit uns zusammen einen Plan ausheckt, das Album ins beste Licht zu rücken. In Abstimmung mit Kay und Jan gibt es dann eben bis zum Release viel zu besprechen, abzuwägen, Budgets zu planen usw. Wie Max schon erwähnte haben wir kürzlich erst unser Lyric-Video veröffentlicht, welches Chris erstellt hat. Zusätzlich booken wir unsere Shows selber derzeit und stecken bis über beide Ohren in diversen Gag-Planungen. Da fällt mir ein: Am 03.10. steigt hier in Hannover unser Release-Konzert… 😀

Scarnival / Max:

Ja das ist alles schon ziemlich aufregend für uns. Wir sind sehr auf die Resonanz der Leute gespannt und hoffen, dass wir viele begeistern können, um dann vielleicht auch bei der Release-Show mit ihnen anstoßen können.

Time For Metal / Rene W.:

Wie schon nach dem Release der EP gehe ich davon aus, dass Scarnival auch dieses Mal die neuen Stücke live präsentieren möchten. Habt ihr bereits Konzerte bestätigt oder werdet ihr im Herbst auf eine der unzähligen Touren aufspringen?

Scarnival / Chris:

Zu touren ist auf jeden Fall eines unserer Ziele. Wenn es in diesem Herbst schon klappt, wäre das natürlich ein Hammer, weil dann das Album noch richtig schön frisch ist. Aber viel Zeit ist nicht mehr bis dahin.

Scarnival / Gerrit:

Aktuell stehen diverse Optionen für Club-Shows im Raum. Ich bin gespannt, was da passiert. Und verrückterweise beginnt derzeit wieder die Bewerbungsphase für die Festival-Saison 2016. Mit etwas Glück ist vielleicht auch da der ein oder andere Slot dabei.

Time For Metal / Rene W.:

Mit welcher Band würdet ihr zudem gerne einmal die Bühne teilen, gibt es auch Acts, bei denen ihr nicht als Opener fungieren würdet und welches Festival wäre für eine Show ein Traum?

Scarnival / Chris:

Sofern es keine rechten oder linken Schwachköpfe sind, würde ich so ziemlich mit jeder Band auftreten. Einmal als Vorband von Soilwork oder In Flames spielen, dann könnte ich später in Ruhe sterben. Oder klar: Metallica. Aber bleiben wir realistisch 😉 Ich würde außerdem gerne noch mal auf der Metal Cruise spielen.

Scarnival / Gerrit:

Ich möchte wirklich gerne das ein oder andere große Festival erleben, hier in Deutschland aber auch im Ausland. Das wäre schon ein Traum. Vielleicht mal den ein oder anderen Support-Slot zu ergattern, wäre natürlich auch nicht schlecht 😉

Scarnival / Max:

Scheiß auf Realismus 🙂 Ich würde gerne für Pantera, Slipknot, Lamb Of God oder Machine Head eröffnen. Und wer will nicht mal auf spielen?

Time For Metal / Rene W.:

Ich bedanke mich für das Interview und wünsche euch viel Freude an The Art Of Suffering. Das letzte Wort gehört ganz alleine euch und kann ganz frei gewählt werden.

Scarnival / Chris:

Viel Freude mit „The Art Of Suffering“ wünschen wir euch. Danke für eure Zeit, alles Gute und Rock on!

Scarnival / Daniel:

Kauft CDs und unterstützt eure lokalen Bands und Musiker, wenn sie euch gefallen 😉

Scarnival / Gerrit:

Danke für das Interesse, wir sehen uns da draußen und heben einen zusammen…

Scarnival / Max:

Ich mag Softeis!

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