Artist: 22

Herkunft: Trondheim, Norwegen

Genre: Progressive Rock, Experimental Rock

Label: Indie Recordings

Link: http://www.22.no/

Bandmitglieder:

Gesang – Per Kristian Fox Trollvik
Bass, Gesang – Mats Paulsen – Bass
Gitarre, Gesang – Magnus Børmark
Schlagzeug – Andreas Kjøl Berg

Time For Metal / Sebastian S.:

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview nehmt. Ich freue mich sehr auf das kleine Frage-Antwort-Spiel mit euch, auch über euer anstehendes neues Album. Die erste und vielleicht blödeste Frage – aber ich kann mir vorstellen, dass unsere Leser da neugierig sind – wieso 22? Ich dachte immer, die Antwort auf alle Fragen sei 42?

22:

Seit Magnus, unser Gitarrist, ein kleines Kind war, hat er diese Zahl überall gesehen. Dabei erschien sie ihm aber weder als Glückszahl noch als schlechtes Omen. Aber das Gefühl der Synchronität verbunden mit seinen Beobachtungen war faszinierend für ihn. Wir haben diese Band gegründet als Soundtrack für diese Sychronität, mögen es 22, 11, 33, 5, 6, 9 usw. sein oder Buchstaben, Farben, Gerüche. Wir fühlen uns alle verbunden mit den den verschiedensten Dingen, aber  irgendwie erfährt jeder von uns Momente der Synchronität. Jetzt sehen unsere Fans die Zahl 22 überall. Haben sie dies‘ erschaffen?

Time For Metal / Sebastian S.:

Ursprünglich hattet ihr geplant, ein Crowdfunding-finanziertes Album namens Sturla Fagerli Larsen 2014 zu veröffentlichen. Seitdem gab es ein wenig Verwirrung in eurem Line-Up und die Platte hat nie das Tageslicht gesehen. Gibt es frühere Kompositionen, die ihr jetzt für Your Are Creating: Limb 1 wiederverwendet habt?

22:

Hehehe, kurze Korrektur: Sturla war unser Sänger für eine kurze Phase und hat in dieser Zeit viel des Materials dieses Albums eingesungen. Als Per als Lead-Sänger zurückkehrte, hat er seine Vocals zu einigen der Tracks beigesteuert, aber auch neue Parts und Fragmente kreiert und die Songs ein wenig abgewandelt.

Time For Metal / Sebastian S.:

Der erste Song You Are Creating, der auch gleichzeitig der Titelsong ist, ist visuell als Video aus einer Vielzahl an Sequenzen zusammengesetzt, die Fans eingeschickt haben. Habt ihr dieses Prinzip bei den Aufnahmen der Platte beibehalten? Im Sinne von Audio-Dateien wie Sprachaufnahmen oder ähnlichem oder bezog sich die Idee rein auf den Song bzw. dessen Video?

22:

Das Fundament aller Songs des neuen Albums besteht darin, dass der Zuhörer aktiv seine eigene musikalische Erfahrung kreiert bzw. erschafft. Diese Annahme gilt für alle Kunstformen und erfordert kein echtes Zutun des Zuhörers zur Kunst selbst. Es geht mehr darum, herauszustellen, was wirklich passiert, wenn wir Kunst erleben. Speziell bei diesem Song wollten wir das Ganze noch ein wenig weiterspinnen und erwirken, dass sich sowohl das Video als auch der Song gegenseitig befüttern.

Time For Metal / Sebastian S.:

Eure zweite heißt Single INSPEC. Ihr habt auf Facebook geschrieben, dass sie die Geschichte einer Person erzählt, die ihr eigenes Zukunfts-Ich trifft. Beide verbringen gerne Zeit miteinander, wobei das Ich aus dem Jetzt bemerkt, dass sein Wissen über das Leben und die Existenz in der Zukunft nicht größer ist als im Heute. Möchtet ihr damit ausdrücken, dass die Menschheit nicht lernfähig ist oder dass ein Mensch irgendwann den Zenith des Wissens erreicht hat und sich das Erlebte nur in kleinen optischen Unterschieden definieren lässt? Was hat euch zu dieser Geschichte bewegt?

22:

Magnus hat sich viel mit außerkörperlichen Erfahrungen beschäftigt und das über einen langen Zeitraum. Er war immer fasziniert von einem non-linearen Ansatz menschlichen Daseins. Es geht darum, alle Möglichkeiten des Selbst zur selben Zeit auszuleben, obwohl der Fokus auf das Hier und Jetzt, diesen Körper zentriert ist. Es geht nicht darum, dass es in der Zukunft eine Antwort gibt, sondern behandelt eher, die in uns geborene Erkenntnis zu entdecken und zu entfalten.

 Time For Metal / Sebastian S.:

Kürzlich haben die isländischen Lieblings-Progrocker Agent Fresco euch in ihrer Spotify-Playlist erwähnt, in der sie inspirierende Künstler sammeln. Kanntet ihr sie vorher oder habt ihr euch vielleicht schonmal getroffen? Ist die nordeuropäische Musikszene ein bißchen wie eine Familie und jeder kennt jeden mehr oder weniger?

22:

In der Tat fühlten wir uns sehr geehrt davon. Wir lieben diese Jungs! Und auch wenn wir uns noch nicht persönlich getroffen haben, fühlen wir eine gewisse Blutsverwandschaft mit ihnen. Ich denke, in Ländern wir Norwegen oder Island, in denen die Bevölkerungsdichte so niedrig ist, gibt es viel Platz und Raum zu erkunden. Man hat die Chance, ziemlich weit ins sprichwörtliche Kaninchenloch der Musik vorzudringen. Das Spiel mit der Wahrnehmung von Rhythmus ist ein gemeinsamer Nenner für Agent Fresco und 22.

Time For Metal / Sebastian S.:

Mit dem Wissen, dass ihr andere Bands inspiriert…gibt es im Umkehrschluss Künstler, die euch bei den Aufnahmen zu eurem kommenden Album beeinflusst haben? Was sind eure generellen Einflüsse? Sind es die Medien, die norwegische Landschaft, die alte Lady im Geschäft an der Ecke…?

22:

Um ehrlich zu sein, hören wir gar nicht soviel Progressive Rock. Was 22 spielt ist eine Synergie eines gemeinsamen Puls‘, Groove und Verspieltheit. Magnus (er schreibt die Texte und die meisten Songs) ist ein großer Fan von Kate Bush, The Blood Brothers und Kent, während Per vor allem eklektische Four To The Floor-Pop-Musik hört. Dazukommen allgemeine Einflüsse wie das Leben selbst, Bücher über asymmetrische Gedanken, Menschen, Skifahren, sich wiederholende Muster und so weiter.

Time For Metal / Sebastian S.:

Was euren Sound betrifft…würdet ihr sagen, dass es offensichtliche Veränderungen zum 2010er Album Flux oder den nachfolgenden EPs gibt? Habt ihr eure Fähigkeiten verfeinert oder besondere Instrumente bei den Aufnahmen eingesetzt?

22:

Es hat mehr Kanten und ist nicht so „clean“ wie Flux. Tatsächlich ist es ein bißchen mehr „schlampig“ gespielt und soll ein menschlicheres Gefühl transportieren. Wir haben auch viele des Sound-Designs live aufgenommen, was bedeutet, dass wir bei jedem auf die Effektboards gelatscht sind, um all die komischen Sounds direkt auf die Instrumentenspuren zu übertragen, anstatt sie erst später hinzuzufügen. Mit Flux wollten wir erschaffen, was wir wollten, während wir mit You Are Creating wollen, dass Du erschaffst, was du willst.

Time For Metal / Sebastian S.:

Eure neue Label-Heimat Indie Recordings war mir bis dato relativ unbekannt. Neben euch sind aber einige international bekannte Künstler wie Shining, Satyricon oder Kvelertak dort beheimatet – neben verdammt vielen weiteren, von denen ich noch nie gehört habe. Wie kam die Kommunikation mit Indie Recordings zustande und würdet ihr sagen, dass das Label eine Art Sprungbrett für Geheimtipps ist?

22:

Indie Recordings hat verstanden, worum es bei 22 geht und ein ernsthaftes Interesse an unserer Musik und unseren Konzepten gezeigt. Wir sind die Band, die am wenigsten mit Metal zu tun hat auf diesem Label, was die Zusammenarbeit umso interessanter für alle Beteiligten macht. Und in der Tat möchten wir natürlich kein Geheimnis sein oder bleiben.

Time For Metal / Sebastian S.:

Ihr beschreibt eure Musik als New Energy Music. Woher kommt das “new”? Ist es eine Energie, die ihr kürzlich gefunden oder erfahren habt oder möchtet ihr den Hörern neue Energie schenken?

22:

Es fing alles aus einer Bierlaune heraus an. Aber in der Tat vermitteln wir eine neue Art von Energie mit unserer Musik. Mit „neu“ meinen wir, dass wir die Vorstellung konstanter Energieressourcen in der Welt aufbrechen möchten. Fossile Brennstoffe wie Öl sind alte Energien. Deinen Haushalt durch die Erdanziehungskraft mit Energie zu versorgen, das ist ein gutes Beispiel für neue Energie. Das Potential ist vorhanden, aber die Umsetzung liegt an uns. 22 ist das musikalische Äquivalent dieser Bildnisses.

Time For Metal / Sebastian S.:

Gibt es Pläne, das neue Album europaweit oder darüber hinaus zu promoten? Ich bin mir sicher, es gibt viele Menschen, die diese neue Energie live erfahren und aufsaugen möchten.

22:

Die gibt es in der Tat, aber noch dürfen wir uns hierzu nicht äußern…

Time For Metal / Sebastian S.:

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen und Rede und Antwort gestanden habt. Wir freuen uns sehr auf das neue Album und hoffen, euch außerhalb von Norwegen auf den Bühnen sehen zu können. Berühmte letzte Worte? Jetzt ist die Zeit :).

22:

Vielen Dank für das Interview und die interessanten Fragen!

Time For Metal / Sebastian S.:

Thanks guys for taking the time for this interview. I’m very happy having you for this short “call and response”-game in advance to your upcoming record. The first and maybe silliest question – but I can imagine that our German readers also wonder – why is it 22? I have been told the answer to all questions is 42?

22:

Ever since Magnus (guitar-player) was a little kid, he always saw the number everywhere. He perceived it as neither a lucky number nor a bad omen. But the feeling of synchronicity connected to the sightings was intriguing to him. We formed this band to create the soundtrack to synchronicities, be it 22, 11, 33, 5, 6, 9 and so on, or letters, colours, smells. We all feel connected to different things, but somehow, everyone experiences glimpses of synchronicity. Now, a lot of our fans see the number 22 everywhere. Are they creating it?

Time For Metal / Sebastian S.:

You originally planned to release a crowdfunded (please correct me) album in 2014 named Sturla Fagerli Larsen. Since there has been a bit of a line-up confusion these days the record never saw the light of day. Are there any former compositions now being reused for You Are Creating: Limb 1?

22:

Hehehe, yeah, we must correct you there. Sturla was our singer for a short period of time. He recorded his voice on to a lot of the material for this album. As Per joined our band again as the lead singer, he applied his vocals to some of the same tracks, as well creating new parts and snippets, and mutating the songs a bit.

Time For Metal / Sebastian S.:

The first single and title-track You Are Creating has visually been built out of dozens of fan-made video-sequences. Have you been using this principle for the whole new record, meaning that there’s real material created by fans like audio-files such as voices or so or was it about the visual component for this exact video?

22:

The fundamental basis for all the songs on You Are Creating: Limb 1 is that the listener is actively creating the musical experience. This suggestion is applicable to all art forms, and does not require any real contribution to the art itself from the listener. It is more about highlighting what is really happening when we experience art. On that song in particular, we wanted to push it further and sort of make the video and lyrics of the song feed each other.

Time For Metal / Sebastian S.:

Your second single is called INSPEC. You’ve written on Facebook that it’s about a person that meet his/her future self and that both love spending time together. The knowledge of the future version of this person about life and existence equals those of the one living in the here and now. Would you say that mankind isn’t able to learn and improve or that at some point in life the amount of experience has reached its peak and moments only differ in pictures but not in emotions? What has been the trigger for this story?

22:

Magnus was very into out of body experiences and such for a long period, and was fascinated by a non-linear approach to existence. It is about being able to live all probabilities of yourself at the same time, even though your main focus is here in this body, in this system of time. It is about there not being any answer in the future, rather than discovering/unwinding a knowingness that are innate within us.

Time For Metal / Sebastian S.:

You have been featured lately in the inspirational Spotify-Playlist of Iceland’s Prog Rock-darlings Agent Fresco. Did you know them in advance or have you maybe met before? Is the northern European music-scene a bit of a family and everyone knows each other more or less?

22:

We were honured by that indeed, we love those guys. Even though we have not met them physically, we certainly feel a kinship to them. I think in countries like Norway and Iceland, where the population density is so low, there is a lot of room, space to explore. And by this, one has the opportunity to go pretty deep down the rabbit hole of music. Playing with the perception of rhythm is a common denominator for Agent Fresco and 22.

Time For Metal / Sebastian S.:

Having in mind that other musicians of the Prog Rock-genre consider you as inspiring…are there any acts which you would describe as influential for the writing process of your upcoming record? Which are your general influences? Is it the media, the landscape of Norway, the old lady in the shop at the corner…?

22:

To be honest, we don’t really listen to much progressive rock. What 22 plays is a synergy of a common shared pulse, groove and playfulness. Magnus (who writes the lyrics and most of the songs), is a big fan of Kate Bush, The Blood Brothers and Kent, while Per listens mainly to four to the floor eclectic pop music. As for general influences, life itself, asymmetric thoughtsbooks, people, skiing, patterns and such.

Time For Metal / Sebastian S.:

Regarding your sound…would you say that there will be obvious changes compared to your record Flux in 2010 or the following EPs? Have you improved your skills or used special instruments for the recording?

22:

It has more edges, and is not that “clean” as Flux. Actually a bit more sloppy playing and human feel to the playing. We also recorded a lot of the sound design live, meaning we would stomp on each other’s pedalboards while recording to get all the weird sounds going directly to the instrument tracks, instead of adding them later.With Flux we wanted to create what we wanted, with You Are Creating we want you to create what you want.

Time For Metal / Sebastian S.:

Your new label-connection Indie Recordings has been quite unknown to me. Besides you there are only a few internationally known acts like Shining, Satyricon or Kvelertak alongside to many many acts I’ve never heard of. How did this connection establish and is Indie Recordings some kind of a springboard for sleepers, the entrance for well kept secrets to something bigger?

22:

Indie Recordings acknowleged what 22 was about and has shown a sincere interest in our music and concepts. We are the most non-metal band they have signed, so it is an interesting collaboration for both parties. We, indeed do not want to be secrets.

Time For Metal / Sebastian S.:

You define your music as New Energy Music. What’s the reason for “new”? Is it an energy that you lately found or is it meant to energize the listeners?

22:

It started as a “drink coke” kind of slogan for us, but we do indeed convey a new kind of energy through our music. In “new” we want to break the notion about the energy constant in the world, that it can never be created or go away. Fossile fuel like gasoline is old energy. Powering your household by converting gravity into electricity is an example of New Energy. The potential is there, but the application is up to us. 22 is the musical equivalent of this image.

Time For Metal / Sebastian S.:

Are there any plans to promote the new record live in Europe or on other continents? I’m sure people would love to experience the “new energy” on stage and soak it all up.

22:

Indeed there is, but we cannot share anything about it just yet…

Time For Metal / Sebastian S.:

Thanks a lot for taking your time for this interview. We’re looking forward to your upcoming record and are hoping to see you on stage outside Norway soon. Any famous last words? Now is the time :).

22:

Hahaha! Thanks for the interview, and interesting questions.

Das neue Album You Are Creating: Limb 1 erscheint am morgigen Freitag (24. März). Ihr könnt es hier bereits vorbestellen oder dann ab morgen auch über alle üblichen Anbieter streamen und erwerben.

Kommentare

Kommentare

68Followers
382Subscribers
Subscribe
14,370Posts