Artist: Iron Fire

Genre: Power Metal

Label: Napalm Records

Link: www.ironfire.dk

Band Mitglieder:

Gesang – Martin Steene
Gitarre – Kirk Backarach
Bass – Martin Lund
Schlagzeug – Fritz Wagner

Time For Metal / ric1452:
Ein lauter „Hallo“-Schrei an dich Martin! Vielen Dank, dass du die Zeit für dieses Interview gefunden hast. Ich werde direkt mit etwas Aktuellem anfangen, da ihr soeben ein neues Album rausgebracht habt. Wie verlief die Release-Party in Kopenhagen?

Iron Fire / Martin Steene:
Vielen Dank, alles lief super, außer dass die Bühne im neuen Pumpehuset viel zu klein ist und zudem bin ich ein paar Stunden vorher eine Treppe runtergefallen und habe mir den Fuß verstaucht. Ein wenig schade, dass nicht mehr als ca. 130 Menschen kamen, aber die, die gekommen sind, haben sich sich großartig amüsiert. Alles in allem ein guter Abend. Der Fuß ist auf dem Weg der Besserung, aber zwei Wochen Krankmeldung vom Job und unzählige Stunden auf dem Sofa mussten sein, was ja nicht das Schlimmste istzwinkern

Time For Metal / ric1452:
Voyage Of The Damnes ist ein fantastisches Album, das dieses mal mit Jacob Hansenproduziert wurde. Was war der Grund dafür, dass ihr ihn gewählt habt und wie seht ihr das Resultat der Produktion?

Iron Fire / Martin Steene:
Also wir wussten vom ersten Tag an, als wir anfingen Songs für das neue Album zu schreiben, dass wir eine eher neuzeitige Metal-Produktion haben wollten, da viele der Songs etwas brutaler und dunkler sind. Dabei habe ich mehrere Jahre auf Jacob Hansen geschaut, da er genau den Sound macht, den ich im Kopf habe und es endete ja auch mit einer richtig guten Zusammenarbeit und einem fantastischen Resultat. Wohl nicht das letzte Mal, dass wir Jacob nehmen, aber erstmal schauen, das Geld hängt heutzutage in der Musikbranche ja nicht unbedingt an den Bäumen.

Time For Metal / ric1452:
Wie sieht es mit der Kritik aus? Voyage Of The Damned hat hoffentlich viel Lob geerntet! Und wie denkt ihr selbst über das Album nachdem ihr einige Rezensionen gelesen habt?

Iron Fire / Martin Steene:
Also die Kritik ist wirklich top, liegt wohl um die 9 von 10 im Durchschnitt und das ist wirklich toll muss man sagen. Ich bin natürlich sehr glücklich und es ist schön zu sehen, dass zwei Jahre harte Arbeit sich ausgezahlt haben. Wir sind ein Risiko eingegangen mit dieser neuen Richtung auf Voyage Of The Damned, woran nicht viele um uns herum geglaubt haben. Selbst unser Label hat den Glauben verloren, aber wir haben gezeigt, dass wir am richtigen Ende gezogen und hart gearbeitet haben, um der Welt zu zeigen, dass man Iron Fire nicht abschreiben darf und niemals weiß, wann wir etwas Neues aus dem Hut zaubern. Manchmal hat man mehr Glück als andere Male und dieses Mal haben wir das große Los gezogen. Wir sind alle sehr zufrieden mit der neuen Scheibe und super glücklich, dass wir jetzt „Fu** You“ als unser Label nennen können, da wir mitten in der Produktion von Voyage Of The Damned gefeuert werden sollten.

Time For Metal / ric1452:
Nach einem gut gelungenen Album wäre eine riesige Tour jetzt natürlich typisch, aber wie sehen eure Pläne dazu aus? Habt ihr bereits ein paar Daten oder sucht ihr weiterhin nach Gigs? Und wie steht es mit ein paar Konzerten in Deutschland?

Iron Fire / Martin Steene:
Ja, das wäre typisch, aber jetzt kannst du dir sicher denken, dass unser Verhältnis zu Napalm Records sehr belastet ist und die Zusammenarbeit auf der letzten Rille läuft und eine Tour ohne deren ökonomischen Tour-Support anzutreten, ist leider unmöglich. Daher versuchen wir, einige Shows hier und dort zu starten und ja, auch Deutschland ist klar in unseren Gedanken, aber nun müssen wir schauen. Wir tun auf jeden Fall alles dafür, mit unseren Mitteln rauszukommen und für unsere Fans zu spielen.

Time For Metal / ric1452:
Ihr seid in Deutschland leider noch(!) nicht so bekannt, aber vielleicht könnt ihr euch ja kurz vorstellen und den Lesern höchstpersönlich erzählen, wer ihr seid?

Iron Fire / Martin Steene:
Also wir sind eine Power Metal-Band aus Kopenhagen, haben sieben Alben rausgebracht, sind ein paar Mal durch Europa getourt mit Bands wie U.D.O.Primal Fear und Demon. Musikalisch bieten wir wohl alles an, was Power Metal zu bieten hat, von melodischen Ohrwürmern bis hin zu den thrashigen, düsteren Kompositionen. Unsere erste Scheibe, Thunderstorm (2000), war eines der meistverkauften Metal-Debütalben in Dänemark.

Time For Metal / ric1452:
Ein bisschen Spaß muss sein: was ist euer Lieblingsgetränk auf der Bühne und nach einem Konzert?

Iron Fire / Martin Steene:
Ich trinke bloß Wasser – und davon viel. Die anderen Jungs mögen ein Bier oder zwei, falls sie beim Konzert Lust darauf haben. Nach der Show genieße ich gerne ein Glas Rotwein, um wieder ein wenig zu entspannen. Entweder es geht dann mehr in Richtung Alkohol und Party oder es wird einfach gemütlich und ruhig, wenn ich zu müde bin. Auf Tour ist es allerdings sehr begrenzt, wie oft wir an Partys teilnehmen können, da das nicht so gut funktioniert, wenn man seine Stimme in Topform halten will. Die anderen hauen sich wohl alles, was Prozente hat, reinzwinkern Nein, so wild, wie es einmal war, ist es nicht mehr. Wir werden auch älter und fokussieren auf die Musik, um eine gute Show abzuliefern. Es ist recht dumm so viel Arbeit und Zeit zu investieren, wenn man voll und unkonzentriert ist.

Time For Metal / ric1452:
Jetzt, wo wir dabei sind: willst du uns vielleicht einen Einblick bieten, wie ihr euch auf ein Konzert vorbereitet? Manche sind eher für Videospiele und Anderes zu haben, während andere lieber ihre Stimme und Glieder aufwärmen, also was habt ihr am liebsten?

Iron Fire / Martin Steene:
Ich gehe bloß rum und trinke Kaffee, rede hier und dort und übe ein wenig die Texte und wärme meine Stimme ein wenig auf. Zudem werde ich sehr ruhig, introvertiert und konzentriert, je näher es Richtung Auftritt geht. Die anderen machen ungefähr das Gleiche, wir haben keine feste Routine, außer dass alle versuchen, sich nüchtern zu halten. Was nicht immer einfach ist, wenn du in einer Deutschen Kleinstadt sitzt, wo alle Läden zu haben und es noch vier Stunden sind, bis man spielen muss, der Kühlschrank mit Bier gefüllt ist und nichts anderes zu tun ist, als zu warten (oder zu trinken…)

Time For Metal / ric1452:
Wie ist es nach Konzerten? Geht ihr zu den großen Partys oder wollt ihr lieber ins Bett und schlafen?

Iron Fire / Martin Steene:
Wie gesagt, das ist verschieden, aber wir mögen alle eine gute Party nachdem wir gespielt haben. Kommt sehr darauf an, ob wir am Tag darauf eine Show haben, aber falls nicht, sind die Chancen gut, für eine kleine Party. Es ist nunmal Rock’n’Roll?

Time For Metal / ric1452:
Jetzt werden wir ein wenig nostalgisch: seit Blade Of Triumph habt ihr euch in eine ganz neue Richtung der Musik entwickelt und Growls spielen eine große Rolle in eurem Stil. Wie kamt ihr dazu und wie soll die Entwicklung weitergehen?

Iron Fire / Martin Steene:
Wir sind seit Blade ganz klar in eine eher düstere und aggressivere Richtung gegangen, aber das kommt ganz natürlich und die Entwickelung ist von der Lust geprägt, unsere ganze eigene Art von Power Metal zu spielen. Wir wollen nicht wie ein schlechter Klon von Hammerfall oder Helloweenklingen und da wir alle brutale Musik lieben, war dies ein ganz natürlicher Weg für uns. Was den Growl angeht habe ich erst damit angefangen, ihn hier und da einzusetzen und mit der Zeit weiterentwickelt, wodurch es jetzt ein wichtiger Teil meines Sounds ist, die verschiedenen Gesangstechniken zu mixen, um meine Botschaft und Stimmung in den Songs zu vermitteln.

Time For Metal / ric1452:
Ihr hattet viele Auswechselungen in eurem Line-Up, aber warum? Und warum ist Marc Mastersnicht länger ein Teil von Iron Fire?

Iron Fire / Martin Steene:
Ach ja, die Geschichte mit Marc. Als Marc zur Band gestoßen ist, waren wir bereits dabei, unsere Musik in Richtung Voyage Of The Damned zu entwickeln und haben an Songs wie Taken undTen Years In Space gearbeitet und nach einiger Zeit, zeigte sich, dass er weder Interesse, noch das nötige Können mit seinem Instrument hatte, um ein Teil der Band zu bleiben. Nicht dass ichMarc dissen möchte, es ist lediglich die Wahrheit. Marc hatte zu dem Zeitpunkt auch Forcenturyam Laufen, wo er der Songwriter war, aber bei uns war er nunmal das „New Kid“ und da er nie wirklich von unserer neuen Richtung mitgerissen wurde, war ein Bruch zwischen uns unumgehbar. Wünsche ihm alles Gute mit Forcentury und ich weiß, er arbeitet hart daran, aber mit Iron Firehätte es wohl nie funktioniert.

Time For Metal / ric1452:
Bei Voyage Of The Damned habt ihr auch zwei Gäste dabei, was dem Ganzen den letzten Pfiff zu einem grandiosen Album gegeben hat. Kanntet ihr einander schon länger oder wurde recht spontan beschlossen, dass Nils K. Rue und Dave Ingram dabei sein sollten?

Iron Fire / Martin Steene:
Dave ist ein Freund eines Freundes und wohnt in Kopenhagen, ich wusste, dass ich einige Growls bei Voyage Of The Damned brauchte und war der Meinung, es könnte Spaß machen, mit Gästen zu arbeiten. Dave kam ins Studio und wir haben ein paar Stunden an Slaughter Of Soulsgearbeitet, das er eine Weile daheim geübt hat, da ich ihm im Voraus eine Demo des Songs geschickt hatte. Dave hat diesen richtigen Old School Death Metal-Sound und das passt perfekt zu diesem Song. Nils ist eine andere Geschichte, ich bin vor einem Jahr nach Norwegen gezogen, als wir anfingen Voyage Of The Damned einzuspielen. Pagans Mind kommt aus der Stadt, in der ich jetzt wohne (Skien) und ich dachte, es könnte lustig sein, einen Local Hero einzusetzen und daNils sich die Seele aus dem Hals singt, war es offensichtlich. Ich habe Nils auf Facebook kontaktiert und er war bereit dazu, das Ganze wurde jedoch, aufgrund seiner Arbeit mit Pagans Mind einige Male verschoben, aber letzen Endes gelang es mir, ihn in mein Heim-Studio zu locken, wo wir die Vocals für den Titelsong der neuen Scheibe afgenommen haben. Und das ist auch wirklich fantastisch geworden, wenn du mich fragst. Im Übrigen singt Ivan Grosmeyer, bekannt von den dänischen Metallica Jam, bei Taken mit. Sein Gesang fungiert eher als Backing Vocal mit all den brutalen Death/Black Metal-Vocals, die von Ivan im Hintergrund zu hören sind. Er hat ebenfalls auf der letzten Scheibe von The Underworld mitgesungen – ein fantastischer Sänger.

Time For Metal / ric1452:
Nun habt ihr ja gerade ein neues Album herausgebracht, aber die Frage muss ich trotzdem stellen: wann kann man mit dem nächsten Album rechnen? Müsst ihr zum Schreiben in einer bestimmten Stimmung sein oder kommt das Ganze laufend? Liege ich komplett daneben, wenn ich sage, dass in zwei Jahren die nächste Scheibe kommt?

Iron Fire / Martin Steene:
Haha, nun gerade genießen wir die Zeit mit den guten Reviews und arbeiten daran, raus zu kommen und zu spielen, aaaaaber wir sind natürlich schon mit neuen Plänen zur nächsten Scheibe dabei, ich habe ein paar Songs geschrieben und sie klingen vielversprechend und zudem arbeite ich mit der Idee einer großen Konzeptscheibe, aber mehr kann ich jetzt noch nicht sagen. Wenn alles läuft wie geplant, sollten wir bis Ende 2012 mit schreiben fertig sein und Anfang 2013 ins Studio gehen. Also im Herbst 2013 ist derzeit für ein neues Album wahrscheinlich. Aber es gibt Vieles, dass noch nicht fest steht und eine neue Plattenfirma, die das Album herausgibt, muss sich auch noch finden, daher werden wir sehen, was kommt.

Time For Metal / ric1452:
Was ist euer bestes Erlebnis als Iron Fire?

Iron Fire / Martin Steene:
Die 2007er Tour mit U.D.O. und Primal Fear war ein fantastisches Erlebnis, aber es gabe viele schöne Sachen im Laufe der Zeit. Als wir unseren ersten Vertrag im Alter von 18 Jahren bekamen und wir dachten, wir würden Rockstars werden, war das auch ziemlich wild. Und heutzutage, wenn man es besser weiß, genießen wir es einfach, dass die neue Scheibe so gut aufgenommen wurde. Im Grunde ist das Wichtigste für mich, dass wir eine Band haben, in der alle miteinander klarkommen und wo wir neue und spannende Musik schaffen. Der kreative und soziale Aspekt beim Musikmachen gibt mir den größten Kick, scheiß auf die ganze Medienkacke – das ist ein Teil des Pakets und ich mache auch sehr gerne Werbung für unsere Band, aber im Grunde bin ich ein Kerl, der die Arbeit im Studio und mit der Kreatvitiät mehr liebt als alles andere.

Time For Metal / ric1452:
Und vielleicht berichtet ihr uns auch von dem schlimmsten Erlebnis?

Iron Fire / Martin Steene:
Also davon gab es auch viele. Mitglieder, die die Band verlassen und man dadurch einfach Monate hinter den Zeitplan fällt. Labels, die unsere Albumcover verhunzen, ohne eine Idee von der Musik und den Texten zu haben. Ja und zuletzt Napalm Records, die uns mitten in der Produktion rauswerfen wollten und mit riesigen Studiorechnungen belasten wollten. Uhh, die Liste ist lang, aber man kann uns die Freude am Musikmachen nicht wegnehmen.

Time For Metal / ric1452:
Wenn ihr frei wählen könntet: mit welcher Band würdet ihr am liebsten die Bühne teilen? Oder hast du vielleicht schon dein Idol auf der Bühne getroffen?

Iron Fire / Martin Steene:
Es gibt viele, aber ich habe den Traum eines Tages mit Halloween auf Tour zu gehen. Ich kann mir auch gut denken, mit den deutschen Rage zu touren, würde perfekt mit unserem düsteren Stil zusammenpassen, aber die haben schon Support auf ihrer nächsten Tour, daher wird es diesmal nichts. Ich könnte mir auch gut vorstellen, mit meinem All-Time-Idol Jon Bon Jovi einen Song zu singen, aber jetzt schweifen wir wohl in unrealistische Fantasien ab.zwinkern

Time For Metal / ric1452:
Last but not least: willst du den Lesern vielleicht noch etwas mit auf den Weg geben?

Iron Fire / Martin Steene:
Ja, etwas habe ich: glaubt an euch selbst, genießt das Leben und behandelt eure Mitmenschen mit Respekt. Vergesst nicht, mit dem Hund zu gehen, seid lieb zu eurem Partner und denkt daran, eure Mütter zu besuchen. Wenn ihr das alles getan habt, könnt ihr euch die neue Iron Fire-Scheibe kaufen, das habt ihr euch dann verdient.zwinkern Hail to Metal!

Time For Metal / ric1452:
Noch einmal 1000 Dank für das Interview! Ich hoffe, die Show in Norwegen wird genauso gut wie die in Kopenhagen! Ich wünsche euch das Beste für die Zukunft und hoffentlich sieht man sich mal auf einem eurer Konzerte. Bis dahin macht es gut! Mit metallischen Grüßen, Lennart

Iron Fire / Martin Steene:
Danke Lennart, das Konzert in Norwegen lief perfekt. Danke für das Interview, ist immer ein Vergnügen. Pass auf dich auf Metal-Brother. MfG Martin Steene

 

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