“Eine Reise durch Raum und Zeit“

Artist: Suntrigger

Herkunft: Münster, Deutschland

Album: Interstellar

Spiellänge: 64:04 Minuten

Genre: Post Rock, Progressive Rock

Release: 03.02.2017

Label: Timezone Records

Link: https://www.facebook.com/suntriggermusic/ und https://www.suntrigger.de/

Produktion: von Suntrigger, Mastering im Die Tonmeisterei, Oldenburg von Roland „Role“ Wiegner

Bandmitglieder:

Lead- und Rhythmusgitarren, Keyboard – Till Rauterberg
Elektrische und akustische Bassgitarre, Mellotron und Samples – Oliver Ortlinghaus
Schlagzeug, Percussion, Keyboard und Samples – Marcel Bach

Tracklist:

  1. Unbreakable
  2. Seven Deadly Sins
  3. Lost
  4. Go Ahead // Make My Day
  5. Suntrigger
  6. Deep Black Sea
  7. The Next World
  8. Mojave // The Unheard Call In The Desert
  9. Interstellar

 

Gegründet wurde Suntrigger im Jahr 2012, ich habe sie beim Longsound Festival im Juni 2015 in Münster kennen gelernt. Schon damals bestand ihre Setlist überwiegend aus Songs vom Album Interstellar. Kein Wunder, haben die Aufnahmen für dieses Album doch tatsächlich von Februar 2015 bis Mai 2016 gedauert. Da ja aber alle Bandmitglieder mehrere Instrumente einzuspielen hatten und nicht hauptberuflich für Suntrigger unterwegs sind, ist das nachzuvollziehen. Am 03.02. ist es aber soweit, und Interstellar wird über Timezone Records das Licht der Welt erblicken. Gefeiert wird das mit einer Releaseshow in der Metro Rockbar in Münster, und natürlich werde ich dann vor Ort sein 🙂

Wenn ich mir das mit tollen Fotos ausgestattete Cover des Albums so anschaue, denke ich mal, dass der Albumtitel in Anlehnung an den gleichnamigen Science Fiction-Film aus dem Jahr 2014 zustande kam. Die auf Wikipedia sehr ausführlich dargestellte Handlung könnte man auch durchaus in einigen Passagen des Albums Interstellar wiederfinden, wobei ich da nicht zu viel reininterpretieren möchte…

Bereits in meinem Bericht zum Longsound Festival hatte ich geschrieben, dass mich die Musik von Suntrigger stellenweise ein wenig an Riverside erinnert, und insbesondere, wenn man noch deren letztes Werk Eye Of The Soundscape aus Oktober 2016 einbezieht, trifft das fast noch mehr zu. Suntrigger bringen mit den Samples oft einen sphärischen Touch in ihre Songs (z. B. Unbreakable oder Deep Black Sea), der wunderbar abgelöst wird vom Sound der Saiteninstrumente, die von Till und Oliver in allen erdenklichen Spieltechniken zum Klingen gebracht werden. Da kann es dann auch mal wüstes Geschreddere oder arg verzerrte Gitarrentöne geben, die dann aber wieder mit leichter Hand überführt werden in harmonischere Klänge und wunderbare Gitarrenläufe (wie bei Seven Deadly Sins oder Interstellar). Dabei wechseln sich energiegeladene und ruhigere Parts sehr schön miteinander ab, Langeweile kann da gar nicht aufkommen, auch wenn die meisten Songs nicht gerade eine radiotaugliche Spiellänge haben. Auch des Öfteren zu hören sind gesprochene Parts im Stile älterer Tondokumente (oder vielleicht aus dem Film Interstellar?). Apropos „älter“, streckenweise klingt das Ganze, wie eine Zeitreise zurück in die 70er Jahre, das schaffen Suntrigger insbesondere durch den Klang des Keyboards. Überwiegend sind die Männer aber schon fest im Hier und Jetzt, manchmal auch in der näheren und ferneren Zukunft, verhaftet.

Für jemanden wie mich, der eigentlich jedes Drum Playthrough-Video schaut, das irgendwo gepostet wird, ist Track Nummer 8, Mojave // The Unheard Call In The Desert natürlich schon mal der Weg zum Himmel auf Erden, denn er enthält ein ungefähr vier Minuten langes Schlagzeugsolo, zu dem mir eigentlich nur noch das entsprechende Video fehlt. Hier darf sich Marcel, der natürlich auch ansonsten die Saitenfraktion bestens begleitet, unterstützt und vorwärts treibt, dann mal richtig austoben. Das wird bei der Releaseshow sicherlich eine Show für sich 🙂

Suntrigger - Interstellar
Fazit: Als Fan der alten Werke von Künstlern wie Mike Oldfield oder auch Jean-Michel Jarre weiß ich natürlich, dass man auch ohne Gesang wunderbar unterhalten kann. Trotzdem bin ich, nachdem ich jetzt den Weg einiger Post Rock-Bands ein wenig intensiver verfolge, immer wieder überrascht, was allein mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und einigen Samples möglich ist. Suntrigger sind dabei durchaus mit nur drei Bandmitgliedern am minimalistischsten aufgestellt, aber man sollte die Männer nicht unterschätzen. Das ist etwas über eine Stunde sehr kurzweilige Unterhaltung, und die viele und langwierige Arbeit im Studio hat sich definitiv gelohnt.

Anspieltipps: Unbreakable, Seven Deadly Sins, Deep Black Sea, Mojave // The Unheard Call In The Desert und Interstellar
Heike L.9
9Gesamtwertung
Leserwertung: (3 Votes)
10.0

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