Wacken Open Air 2015 vom 30.07.2015 – 01.08.2015

„Wellnessurlaub mit Schlammanwendung für audiophile Metalheads“

Festivalname: Wacken Open Air 2015

Bands:
Alkbottle, Amorphis, Anaal Nathrakh, Ancient Bards, Angra, Annihilator, Answer, Architects of Chaoz, Armored Saint, asrock, At The Gates, Avatar, Baltic Sea Child, Bembers, Beyond the Black, Biohazard, Blaas of Glory, Black Label Society, Black Spider, Blechblosn, Blood Red Throne, Bloodbath, Breakdown Of Sanity, Butcher Babies, Cannibal Corpse, Combichrist, Cradle Of Filth, Crossplane, Cryptopsy, Danko Jones, Dark Tranquillity, Deadiron, Death Angel, Dream Theater, Ensiferum, Epica, Eric Fish, Exhumer, Falconer, Fat King Konrad, Feuerschwanz, Godsized, Grail Knights, Haudegen, Ill Nino, In Extremo, In Flames, John Diva & The Rockets Of Love, Judas Priest, Kataklysm, Khold, Knasterbart, Kommando, Kvelertak, Kärbholz, Lord Of The Lost, M.O.D., Mambo Kurt, Mantar, Morgoth, Mr. Hurley, Mushroomhead, My Dying Bride, New Model Army, Noctiferia, Nuclear Assault, Obituary, Oomph!, Opeth, Pampatut, Powerwolf, Queensryche, Rob Zombie, Rock meets Classic, Running Wild, Sabaton, Samael, Santiano, Savatage, Sepultura, Shining, Skil Tron, Skindred, Steve n Seagulls, Stoneman, Stratovarius, Subway To Sally, The Bosshoss, The Gentle Storm, The Quireboys, Thyrfing, Trans-Siberian Orchestra, Truck Fighters, U.D.O., Uli Jon Roth, Waltari, Within Temptation, WOA Firefighters, Zodiac

Ort:
Wacken, Gribbohm und Holstenniendorf (Nähe Itzehoe), Schleswig-Holstein, Deutschland

Datum: 30.07.2015 – 01.08.2015

Genres: Heavy Metal, Thrash Metal, Death Metal, Metalcore, Black Metal und mehr

Link: http://www.wacken.com

Kosten: 170,00 € VVK / Wegen Ausverkauf keine Tageskarten

Veranstalter: ICS Festival Service GmbH (http://www.ics-int.de/)

Besucher: 84.500 Personen, davon offiziell 75.000 zahlende Besucher sowie 9.500 weitere Teilnehmer (VIP/Artists/Crew/Presse/etc.)

Größe des Geländes: 240 Hektar (Infield: 42.000 qm)

Bühnen: Zehn Stück: Black Stage, True Metal Stage, Party Stage, W.E.T Stage (im Bullhead City Circus), Headbanger Stage (im Bullhead City Circus), Wackinger Stage, Wasteland Stage (beide im Wackinger Village), Beergarden Stage, Bühne im Metal Markt-Zelt und Presse Bühne (im Pressezelt)

Sanitätsdienst: 584 Helfer insgesamt im Einsatz (130 Rettungsassistenten und Notfallsanitäter, 12 Notärzte), 180 Helfer zur gleichen Zeit im Einsatz; 9 Rettungswagen

Feuerwehr: 23 Feuerwehrteams

Polizei: 200 Mann täglich im Einsatz

Sanitäranlagen: 448 Duscheinheiten, 420 Waschplätze, 800 Mobiltoiletten, 310 wassergespülte Toiletten, 250 Urinalplätze, 150 Miet WCs, 40 Trinkwasserstationen

Wasserverbrauch: 3.500 m3 Abwasser

Stromverbrauch: 12 Megawatt (Bedarf einer Kreisstadt mit ca. 70.000 Einwohnern) – hierfür wurden 4 km Leistungskabel verlegt und weitere 40 Dieselaggregate benötigt

Stände: 300 Non-Food-Stände und 100 Food-/Gastronomiestände

Logistik Aufbau und Abbau:

  • 1.500 LKW-Ladungen Material
  • 65 Sattelzüge (~ 1.000 Tonnen) Bühnenmaterial
  • 8 Sattelzüge Tontechnik
  • 27 Sattelzüge Lichttechnik
  • Bühnenaufbau: 7 Tage
  • Bühnenabbau: 4 Tage
  • 5 Kilometer mobile Schwerlaststraße

Geschätzte Kosten des Festivals: ca. 10 Millionen Euro

Umsatz durch den Ticketverkauf: 12,75 Millionen Euro

Wacken Open Air 2015 - Poster


Vorwort und Anreise


Während man letztes Jahr das 25. Jubiläum des Wacken Open Airs feierte, ist es in diesem Jahr doch etwas unspektakulärer und das 26. Wacken Open Air öffnet vom 30.07.2015 – 01.08.2015 seine Tore für die Metalwelt. Neben Bands, die das Wacken eigentlich jedes Jahr (oder zumindest gefühlt jedes Jahr) besuchen – wie z.B. Blaas of Glory, Blechblosn, Danko Jones, Eric Fish, Mambo Kurt, Sabaton, Santiano, U.D.O., etc. – sind auch Gruppen dabei, die man schon länger nicht, bzw. noch gar nicht auf dem Wacken Open Air gesehen hat – so z.B. Black Label Society, Dream Theater, Ensiferum, Epica, Queensryche, Rob Zombie, Running Wild, etc.. So kann man dem 26. Wacken Open Air also durchaus wieder ein sehr gut durchgemischtes Line Up attestieren. Wir dürfen gespannt sein!

Wacken 2015 Anreise

Wacken 2015 Anreise

Die Anreise

Während wir in den letzten Jahren am Dienstag angereist sind, haben wir uns 2015 auch – aus arbeitstechnischen Gründen – entschieden, erst am Mittwochnachmittag gen Holy Wacken Land zu ziehen. Leider ist die Wettervorhersage nicht grade rosig und trotz beschwörendem „Trockenheitstanz“ meint es Petrus nicht gut und hat Regen für fast das gesamte Festivalwochenende angekündigt – lediglich am Samstag soll es vorerst regenfrei bleiben: Leider schlägt sich die Wettervorhersage auch auf die Festivalplanung nieder. Von offizieller Wacken-Seite wird bereits geraten, nicht vor Donnerstag anzureisen, da das Festivalgelände wortwörtlich untergeht und eine Anreise per PKW sich ähnlich wie bereits vor drei Jahren durch Matsch schwierig gestalten soll. Nun gut, vielleicht ist alles halb so wild, denken wir uns und fahren am Mittwoch, den 29.07.2015, gegen 16:30 Uhr am Niederrhein los. Die Fahrt gestaltet sich zunächst recht komplikationslos. Auf dem Weg sieht man – wie man es ja schon gewohnt ist – immer wieder Fahrzeuge mit W:O:A-Beschriftung. Man grüßt sich freundlich, brüllt sich ein nettes „WAAAACKÖÖÖÖÖN“ zu und fährt weiter in die gleiche Richtung. Zwar merkt man bereits auf dem Weg gen Norden die sinkenden Temperaturen und die zunehmenden Windböen, aber das muss ja nichts heißen.

Wacken 2015 Anreise

Wacken 2015 Anreise

Denkste. Bei der Pressebändchenausgabe (Ankunft gegen 21:45 Uhr) kann man uns noch nichts zu aktuellen Park- bzw. Anreiseinformation sagen, außer, dass für Presse und VIPs Parken und Campen getrennt sind. Also ist eines zumindest schon mal klar: Für uns geht es wieder auf den Public Campground. Ist ja auch schöner, wenn man näher bei der feiernden „Meute“ ist als irgendwo abgeschirmt im Pressebereich rumhängt. Kaum haben wir uns in den Strom der Anreisenden eingereiht, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Zwischendrin haben wir mal mobiles Datennetz und können so die neuesten Meldungen der Wacken Homepage lesen, die da besagen, dass man heute doch nicht mehr mit dem PKW anreisen soll, da eine Unterbringung auf den Campgrounds nicht mehr gewährleistet werden kann. Allen – auch denen, die bereits auf dem Weg zum Wacken Open Air sind – wird geraten, eine anderweitige Unterkunftsmöglichkeit für diese Nacht zu suchen und erst morgen die Weiterreise nach Wacken selbst anzutreten. Schuld daran ist ein Starkregengebiet, welches wohl bis mindestens 1:00 Uhr nachts über Wacken wüten wird. Ausweichmöglichkeiten sind das „Parkhaus Zentrum am Bahnhof“ in Itzehoe und der Parkplatz beim Prinovis Gelände in Itzehoe. Von Seiten der Veranstalter wird zugesagt, dass die Parkkosten sowie die Shuttlekosten übernommen werden.

Wacken 2015 - Bändchenstand

Wacken 2015 – Bändchenstand

Da wir jedoch schon im Zubringer zu den Campgrounds stehen und ein Umkehren nur schlecht möglich ist, hoffen wir Glück zu haben und doch noch auf einem halbwegs befestigten Campground unterzukommen. Auch wenn die Informationen durch die Veranstalter ganz gut organisiert sein mögen, haben wir im Auto doch so einige Probleme die aktuellsten Entwicklungen zu verfolgen, da wir zum einen kein stabiles Datennetz haben und so die Online-Meldungen nicht immer aufrufen können und zum anderen das Wacken Radio leider nicht auf der angekündigten Frequenz empfangen können. Aber mal sehen. Wir bleiben weiter optimistisch.

Das Vorankommen ist sehr müßig und so ist es nach zwei Stunden Stau in der Anreiseschlange immer noch nicht so ganz klar, wie es weitergehen wird. Vorerst (gegen 00:30 Uhr) sieht es aus, als kämen wir über Campground R bei den Campgrounds E oder F aus. Wir sind gespannt. Auf den ersten Blick – also was man zumindest in der Dunkelheit so sehen kann – sind die Verhältnisse schlimmer als 2012. Die Wege sind bereits jetzt schon so verschlammt wie vor drei Jahren am Festivalfreitag oder Festivalsamstag.

Tja, statt Campground E oder F ist es dann doch der provisorisch neugeschaffene Campground RE1 geworden. Um halb drei Uhr nachts haben wir es dann auch geschafft, unser Zelt und Pavillon im Dauerregen aufzubauen. Leider regnet es immer noch und so gehen wir klamm und ziemlich durchgefroren ins „Bett“, das hier natürlich nur Feldbett und Schlafsack ist. Mal sehen, was der nächste Tag bringt.

Donnerstag, der 30.07.2015

Wir sind am nächsten Morgen verhältnismäßig früh wach, da ein Treffen mit der Legion of the Luftbumbe ansteht. Jetzt heißt es erstmal dorthin kommen, denn die Wege sind gut verschlammt und auch die Strecke von RE1 zum Infield beträgt ca. 45-60 Minuten. Leider merkt man, dass das schlechte Wetter auch die Stimmung ein wenig runterzieht. Die meisten Metalfreunde halten sich bei diesen Bedingungen doch am liebsten in ihrem Zelt/Auto auf, um sich wenigstens ein bisschen aufzuwärmen. Natürlich gibt es auch die Hartgesottenen, die vor einer Schlammpackung à la Wacken nicht zurückschrecken und fröhlich singend durch die braunen Massen stiefeln. Auch wir lassen uns die Laune nicht verderben und ziehen zum Luftbumbe-Treffen. Dieses ist – wie zu erwarten – sehr lustig und das Bier fließt in rauen Mengen. So gehört sich das eben für eine echte Bumbe!

Wacken 2014 - Treffen mit der Legion Of The Luftbumbe

Wacken 2014 – Treffen mit der Legion Of The Luftbumbe

Weiter geht es für uns Richtung Wacken Dorf. Da der bisherige Zuweg (direkt an der EMP Backstage Club-Area) dieses Jahr nicht geöffnet ist, müssen wir einen ziemlichen Umweg in Kauf nehmen. Aber ein Besuch im Dorf muss nun mal sein – auch um das eine oder andere Wacken-Shirt zu kaufen und zu sehen, ob sich etwas verändert hat. Und natürlich muss gegen 15:00 Uhr dann auch etwas Handfestes her und so gibt es für uns ein verspätetes Frühstück in Muttis Biergarten, welcher, als echter Geheimtipp, direkt neben der Sparkasse seine unauffälligen Pforten öffnet und für 3 €/Person einen Kaffee und zwei Brötchen mit Rührei bietet.

Wacken 2015 - Schlamm

Wacken 2015 – Schlamm

Unser Konzert-Donnerstag beginnt somit heute etwas später. Um 17:45 Uhr geht es zu In Extremo auf der Black Stage. Wir sind begeistert. Die Stimmung ist trotz eisig-nasser Temperaturen ausgelassen und die Mannen liefern eine überzeugende Show ab, die gefühlt leider viel zu schnell vorbei ist. Somit singen wir zusammen mit Leadsänger Michael Robert Rhein, der Band und ca. 3.500 Fans (geschätzt) ein Ständchen zum Geburtstag der Band. Natürlich lässt man sich nicht lumpen und schenkt die Torte, welche man anlässlich des Geburtstags vom Veranstalter erhalten hat, dem Publikum.

Nun gut, nebenan auf der True Metal Stage soll es gleich Rob Zombie zu sehen geben. Und nach ca. 15 Minuten Wartezeit geht auch hier die Show los, die uns leider nicht wirklich überzeugt. Der Funke will einfach nicht überspringen. Zwar bringt Mr. Zombie mit Songs wie Living Dead Girl und dem Metallica-Cover Enter Sandman einen Kassenschlager nach dem anderen auf die Bühne des Festivals, doch scheint irgendwas nicht wirklich zu harmonieren. Eventuell ist es einfach nicht die Zeit des Genres oder es liegt an uns, dass irgendwie alles nicht so rund klingen will, wie ich es mir erhofft hatte.

Also geht es für uns weiter zur Headbangers Stage, da dort um 19:40 Uhr Dark Tranquillity zu spielen beginnen sollen. Kaum in die Nähe des Zeltes gekommen, ist klar, dass die Bühne definitiv zu klein ist für die Schweden. Ins Zelt gibt es keinen Einlass mehr, da es einfach brechend voll ist. Wir finden dennoch ein Schlupfloch und können so wenigstens von ganz weit hinten – quasi noch draußen, jedoch mit Blick zur Bühne – die Show der Melodic Death Metaler verfolgen. Bis auf ein paar Rückkopplungen ist der Sound ganz akzeptabel und wir stellen fest, dass die Band zu Recht so viele Anhänger angezogen hat. So bringt man mit The Science Of Noise oder The Silence In Between das Zelt zum Beben, während wir von draußen den noch immer viel zu überfüllten Zugang des Festzelts im Auge behalten können.

Wacken 2015 - Bullhead

Wacken 2015 – Bullhead

Da es gegen Abend schon wieder wesentlich kühler wird, entscheiden wir uns, noch schnell zu unserem eigenen Zelt zurückzulaufen, um dann rechtzeitig um 21:45 Uhr vor der True Metal Stage stehen zu können und das Konzert des Trans-Siberian Orchestras zu verfolgen. Das wird eine recht knappe Angelegenheit und so kommen wir mit ein klein wenig Verspätung doch fast rechtzeitig beim Infield an.

Irgendwie waren wir da ein wenig verwirrt. Wir hatten damit gerechnet, das Trans-Siberian Orchestra allein auf der True Metal Stage zu sehen, doch stattdessen beginnt die Show mit Savatage. Und dann singt noch nicht einmal Zak Stevens, sondern eine blonde, attraktive Frau, die zwar auch eine sehr gute Stimme hat, dennoch sind wir ein wenig überrascht. Haben wir uns vertan? Hat sich etwas im Spielplan geändert? Ich mein, ansehnlich ist das Ganze ganz gut, denn ein Gitarrensolo von Jon Oliva wird reizvoll von den gutaussehenden Chorsängerinnen/Tänzerinnen untermalt – seien wir mal ehrlich: Kann da eigentlich noch irgendwer der Musik folgen? Irgendwie ist an dem Abend alles anders. Savatage erhalten nicht nur auf der True Metal Stage massive Unterstützung, nein, auf der Black Stage spielt parallel tatsächlich doch das Trans-Siberian Orchestra. Wer hier nicht ganz ausgeschlafen ist, versteht die Welt nicht mehr. Definitiv eine innovative und besondere Show, die nicht nur künstlerisch überzeugt, sondern auch musikalisch ganz großes Kino ist. Sicher unterstützen die beiden mit LED-Leinwänden überzogenen Seitentürme der Stage die wahnsinnig gute Show.

Wacken 2015 - Savatage Stagelights

Wacken 2015 – Savatage Stagelights

Und so schließt pünktlich zur Geisterstunde unser Donnerstag auf dem Wacken Open Air. Zeit für eine ordentliche Mütze Schlaf und einen trockenen Schlafsack in einem hoffentlich noch trockenen Zelt.

Freitag, der 31.07.2015

Nachdem es gestern Abend spät, kalt und nass (laut Veranstalter sind im Laufe des Tages 220 l pro Quadratmeter an Regen runtergegangen) wurde, heißt es heute schon wieder früh aufstehen, denn punkt 11 Uhr spielen an diesem Freitag die Niederländer von Epica auf der Black Stage. Unserer Meinung nach ist das viel zu früh für eine doch so bekannte Band, aber nun gut. Wir sind hier ja nicht zum Vergnügen… oder etwa doch? 😉

Wacken 2015 - Epica Stagelights

Wacken 2015 – Epica Stagelights

Epica beginnen mit den, wie ich finde, besten beiden Songs ihres 2014er und immer noch aktuellen Albums The Quantum EnigmaThe Second Stone und The Essence Of Silence. Auf diese folgen zwei Stücke des Albums Retrospect, um dann erneut zwei Stücke des aktuellen Werkes zu präsentieren. Insgesamt ein wahnsinnig genialer Auftritt, für den es sich in der Tat gelohnt hat, früh aufzustehen. Sowohl die sagenhafte Simone Simons als auch Mastermind Mark Jansen haben eine unglaubliche Bühnenpräsenz und zeigen, was sie können: Es wird wohl niemanden geben, der die CDs zu Hause im Schrank stehen hat, der sagen würde, dass Epica live nicht so klingen wie von Platte. Eine unglaubliche Leistung und schade, dass die Niederländer schon einen so frühen Slot zugeteilt bekommen haben, bei dem sie nur einen kleinen Teil ihrer Werke vortragen konnten.

Kaum sind die letzten Töne bei Epica erklungen, wenden wir unseren Blick nach rechts auf die True Metal Stage, denn hier sollen in 10 Minuten, also um 11:55 Uhr, Ensiferum auftreten.

Zwei Sachen fallen direkt auf: 1. Anscheinend sind um kurz vor 12 Uhr schon mehr Metaler wach als noch eine Stunde zu vor. 2. Es ist wesentlich voller vor der Bühne als bei Epica.
Ensiferum spielen eine solide Show aus zehn Songs. Auch wenn Frontmann Petri Lindroos nicht wirklich sonderlich kommunikativ ist, zeigt das Wackener Publikum den Finnen trotzdem seine Wertschätzung. So singt die Masse zu den Songs Twilight Taverne und Lai Lai Hei kräftig mit – Gänsehaut! Doch irgendwie vermisse ich in dem Set ein paar ältere und vielseits beliebte Stücke wie Token Of Time, In My Sword I Trust oder den Dauerbrenner Iron. Naja, vielleicht beim nächsten Mal. Zum Ende hin wird der Auftritt noch einmal mit einem Gitarrensolo von Petri Lindroos gekrönt, der das erste Mal, seit dem wir ihn kennen, heute sogar ein T-Shirt trägt. 🙂

Wacken 2015 - Ensiferum

Wacken 2015 – Ensiferum

Nach einer kurzen Stärkung finden wir uns zum dritten Song von Sepulturas Set vor der Black Stage ein. Vor einer ordentlichen Anzahl von Orange- und Engl-Amps bringen die Genremix-Metaler aus Sao Paulo mit Inner Self, Arise, Roots Bloody Roots und den beiden Coversongs Orgasmatron (Motörhead) und Policia (Trias) eine ordentliche Setlist, die ihren dreißigsten Geburtstag (der dieses Jahr gefeiert wird) alle Ehre macht. So vertreiben Sepultura nicht nur die Langeweile, sondern auch einige der dunklen Wolken und so wird einem bei diesem Gig zumindest ein wenig warm. Doch da das einigen der Fans nicht zu reichen scheint, vergnügt man sich mit einem Circle Pit oder gar einzelnen Moshpits. Für meinen Geschmack ist das Mikrofon ein
wenig zu laut und so ist von der Stimme Derrick Greens leider nur zwischenzeitig ordentlich etwas zu hören.

Nach ungefähr drei Stunden stehen sind wir durstig und hungrig geworden und so zieht es uns erst einmal zum nächstbesten Getränkestand und dann weiter zurück zum Zelt, wo ein erstklassiges Nudelmenü auf uns wartet – danke an Martin fürs Vorkochen. Kaum ist dieses verzehrt, geht es zurück zur True Metal Stage, da dort um 16:45 Uhr die Progressive-Urgesteine von Queensrÿche ihr Wacken-Debüt geben. Auch wenn der Auftritt insgesamt einen ordentlichen Heavy Metal-Anstrich aufweist, ist Queensrÿche eine der Bands, die man definitiv einmal gesehen haben muss.

Irgendwie pendeln wir heute nur zwischen Black Stage und True Metal Stage, denn direkt nach Queensrÿche geht es wieder rüber, um die schwedischen Metaler von Opeth zu sehen. Das Quintett schafft es bei doch mittlerweile sonnigem Wetter einen düsteren und schweren Wolkenvorhang aufziehen zu lassen. Die Musik ist teils hart, teils leicht depressiv/psychedelisch bzw. atmosphärisch. Für Kenner und Fans definitiv ein Grund zum Abrocken, leider nicht so ganz unser Fall, da die Setlist irgendwie zu durchgemischt erscheint und man deswegen zwar einzelne coole Tracks erwischt, aber dadurch die Gesamtheit etwas darunter zu leiden scheint.

Wacken 2015 - "Arschtatzen"

Wacken 2015 – „Arschtatzen“

Ich lasse jetzt mal offen, wohin es uns nach Opeth zieht. Schon wieder sehen wir uns Wacken-Neulinge an: Diesmal sind es die Musikprofis von Dream Theater, die ihr Debüt auf dem berühmten deutschen Festival geben. Den Amerikanern wird eine Spielzeit von 75 Minuten zugesprochen, was bei den Progressive Metalern gerade einmal für neun Songs reicht. Das Set ist bunt gemischt aus alten Klassikern und neuen Stücken. Auch wenn ich früher des Öfteren Dream Theater gehört habe, merke ich jetzt doch, dass ausgiebige Soloeinlagen doch manchmal ein wenig anstrengend sein können. Nichts gegen die Spielkunst der fünf Musiker, denn diese ist ausgezeichnet, nein, es mag tatsächlich an meinem sich ein wenig geänderten Geschmack liegen, dass ich nicht so wie früher in totale Ekstase verfalle.

Und wieder geht es nach nebenan. Erneut stehen ein paar Legenden auf dem Spielplan: Black Label Society.

Mit The Beginning… At Last (womit auch sonst) starten Mastermind-Zakk Wylde und Co. ihr dreizehn-Song starkes Set auf der Black Stage. Zwar stehen wir noch immer im Schlamm, doch da das Wetter ja den Tag über besser geworden ist, bemerken wir mehr als einmal, dass so einige der Gäste wohl ein wenig zu tief ins Glas geschaut haben. Jedoch können wir mit reichlich Abstand der Show folgen (und das ohne Einbuße an Soundqualität). Während bei Evergreens wie In This River, Concrete Jungle und Stillborn die Menge am Toben ist, fühlt sich das eindeutig zu lange Gitarrensolo von Mr. Wylde ein wenig lästig an. Doch das reicht nicht aus, damit man mit der Show selbst nicht zufrieden ist, denn Black Label bringen neben klischeegeladenen Marshall-Türmen alles mit, was man für einen ordentlichen Gig benötigt.

Wacken 2015 - In Flames

Wacken 2015 – In Flames

Am Ende der fantastischen Show geht der Vorhang runter und da es allmählich ein wenig dunkel geworden ist, gehen die Lichter bzw. Flammen am Wacken-Schädel an – irgendwie ein passender Zusammenhang, da man sich bereits auf den Auftritt der schwedischen Melodic Death Metal-Giganten von In Flames freut, die gleich (um 22:30 Uhr) auf der True Metal Stage ihre Show bringen werden. Da wir die Schweden bereits im vergangenen Jahr im Kölner Paladium sehen konnten, erstaunt es uns auch nicht, dass man für diesen Auftritt, neben der bereits sehr vollgehangenen Bühnenbeleuchtung, noch ca. 50 – 60 weitere Lampen aufgehangen hat, die auf halber Höhe bzw. im Background vor der LED-Leinwand positioniert worden sind. Bei Only For The Week, Everything’s Gone und Bullet Ride wird klar, dass das Publikum textsicher zu sein scheint und da man auf sehr viele Klassiker und Singleauskopplungen zurückzugreifen kann, rocken In Flames den heutigen Abend total. Als dann bei Paralyzed die Beleuchtung für kurze Zeit ausgestellt wird, um die Bühne zu benebeln, geht der Plan mit der zusätzlichen Beleuchtung auf. So eine Show ist man sonst eher von Rammstein gewohnt – okay, ja, ohne die Pyrotechnik, die Rammstein noch immer einmalig macht. The Mirror’s Truth, Take This Life und My Sweet Shadow runden das bisher wohl beste Konzert auf dem diesjährigen Wacken Open Air ab.

Da es vor der Bühne während des Auftritts von In Flames sehr voll geworden ist, müssen wir uns erstmal wieder sammeln und da wir bereits einmal von Running Wild auf dem Wacken Open Air berichtet hatten, haben wir uns überlegt, dieses Jahr anstatt erneut den genialen Piraten Metalern aus Hamburg einen Bericht zu schenken, zur etwas kleineren Party Stage zu gehen, um den nicht unbekannten Holländern von Within Temptation zu lauschen.

Wacken 2015 - Wetter

Wacken 2015 – Wetter

An der Party Stage angekommen, fällt sofort auf, dass man auch hier einiges modernisiert hat, so finden sich dieses Jahr neben der einen Leinwand (welche ebenfalls ein Qualitätsupgrade erhalten hat) auf der Bühne drei LED-Leinwände, die die Band für ihr Setting nutzen darf. Während Within Temptation mit Paradise (What About Us?) beginnt, drehen sich die Köpfe der Zuschauer leider immer wieder in Richtung der True Metal Stage, da die Lautstärke hier an der Party Stage leider viel zu leise ist bei einer Band, die immer mal wieder auf ruhige Elemente setzt. Zudem ist es für Sharon den Adel und Co. nicht einfach den Funken, den sie eindeutig mitgebracht haben, auf das Publikum zu übertragen. Somit fällt es echt schwer, den Klängen der Symphonic Rocker zu folgen und so berichten wir passiv doch wieder vom Running Wild-Konzert, denn das versaut hier (ca. 250 Meter weiter) so einiges. Abschließend lässt sich sagen, dass man sich bei Within Temptation alle Mühe gibt, doch nach dem sechsten Song ist für uns genug, denn dann schauen wir uns die Band lieber mal auf einem kleineren Festival an, auf dem man den Klängen vollständig folgen kann.

Um den Tag zu beenden, schlendern wir nun in alljährlicher Manier mit gefühlt tausend anderen erschöpft und heiser zu unserem Zelt zurück und freuen uns darauf, dass wir am morgigen Samstag den Giganten Judas Priest, den Panzerkämpfern Sabaton und den Extreme Metalern von Cradle Of Filth unsere Stimme im Publikum schenken dürfen.

Samstag, der 01.08.2015

Wir stehen recht früh auf, denn am heutigen Samstag ist ein strammer Zeitplan angesagt. Nachdem wir in den letzten Tagen in einem kühlen Zelt wach geworden sind, scheint die Sonne schon seit Stunden auf die Plane des Zelts zu stehen um daraus nichts anderes zu machen als eine Sauna. Kurz nach dem Frühstück beginnen wir damit unser Hab und Gut zusammenzusortieren und im Auto zu verstauen, so wollen wir garantieren, dass wir nachts nichts mehr machen müssen als loszufahren.

Wacken 2015 - Impressionen vom Campground

Wacken 2015 – Impressionen vom Campground

Auf dem Weg zum Infield machen wir kurz einmal Halt, um uns die aktuelle Ausgabe der Festival Today – der Wacken Festival Tageszeitung,die am heutigen Tag die vierte Ausgabe präsentiert, zu kaufen. So bekommt man auch mit, dass der Metal Battle-Gewinner des Jahres aus dem schönen Kanada kommen soll. Also hat das seit 2005 bestehende Quartett Vesperia die vierzig-Köpfige Jury überzeugen können und vor Walkways aus Israel und Blaakyum aus dem Mittleren Osten den Gewinn in Höhe von 5.000 € einsacken können.

Kaum mit dem Lesen fertig, gehen wir los, um noch rechtzeitig bei der True Metal Stage zu stehen und den Auftritt der Saarbrückener Power Metaler von Powerwolf zu verfolgen. Als Entschädigung für den schlammigen Beginn des Wacken Open Airs scheint heute die Sonne und auch der Boden ist schon besser begehbar – zwar ist seine Konsistenz ziemlich gummiartig, aber wenigstens bleibt man nicht mehr überall im Modder stecken.

Wacken 2015 - Impressionen vom Campground

Wacken 2015 – Impressionen vom Campground

Vor der True Metal Stage haben sich eine Menge Powerwolf-Jünger versammelt und erwarten den Auftritt ihrer Heroen. Die fünf Herren betreten pünktlich und mit gewohnter Gesichtsbemalung die Bühne. Nach einem kurzen Intro folgt das allseits bekannte und beliebte Sanctified With Dynamite. Der Auftritt von Powerwolf gleicht einer entehrten Heiligen Messe, die ihre Anhänger dennoch in den Bann ziehen kann. Es wird mitgeklatscht und kräftig mitgesungen und die Stimmung ist – gerade bei den weiteren Hits wie Amen & Attack und We Drink Your Blood – blendend. Es sei dem Quintett wirklich gegönnt, dass sie Sarah Connor mit ihrem neuen Werk Blessed And Possessed aus den Charts vertrieben haben.

Und rüber geht es zur Black Stage. Die Finnen Amorphis beginnen ihr Set nämlich bereits um 14:30 Uhr. Nach dem ersten Song Into Hiding erklärt uns Sänger Tomi Joutsen, dass sie heute ihr 1994er Album Tales From The Thousand Lakes spielen werden. Und so ist es in der Tat: Die Finnen spielen größtenteils Songs des benannten Albums, was in keiner Death Metal-Sammlung fehlen darf und als einer der Meilensteine des Genres gilt. Auch wenn ich nicht ganz sicher war, wie der Auftritt werden würde, bin ich überrascht von der Genialität der Band. Man verbindet harten Metal mit atmosphärischen, fast schon psychedelischen Keyboard-Klängen und groovenden Gitarrenriffs. Dazu die Growls von Tomi Joutsen: Einmalig!

Wacken 2015 - Impressionen

Wacken 2015 – Impressionen

„Noch ein Bier“-heißt es nun auf und vor allem vor der Black Stage, denn bei leichter Dämmerung stehen Sabaton auf der Running Order-Liste des heutigen Tags. Wie man es von den Schweden gewohnt ist, sind Joakim Brodén und Co. mal wieder mit zwei Panzern auf der Bühne angereist, die in der einen Seite das Schlagzeug passend umranden. Mit Ghost Division, To Hell And Back und Carolus Rex starten die Jungs mit voller Spielfreude und scheinen mit den „Noch ein Bier“-Forderungen des Publikums emotional total überwältigt zu sein und natürlich kommen sie dem nach, um danach aber direkt zu sagen, dass man nicht nur Bier trinken kann, sondern auch mal etwas Metal spielen muss. Wie gesagt, so getan: Es folgen Far From The Fame, Panzerkampf und als Abschluss vor der vom gesamten Publikum gewünschten Zugabe darf man bei Screaming Eagles mitfeiern. Wer nun meint, dass man auf Meilensteine wie Primo Victoria verzichten würde, der freut sich umso mehr, dass man Night Witches, Metal Crüe und den eben genannten Song nachreicht. Als nach fünfzehn Tracks die Lichter auf der Black Stage erlöschen, kann man rückblickend sagen, dass Sabaton in ihrer Manier das Wacken Open Air gekonnt gefeiert haben.

Doch das größte Heavy Metal-Spektakel der Welt wäre ja nicht das größte Heavy Metal-Spektakel der Welt, wenn jetzt bereits der Tag zu Ende gehen würde. Wir für unseren Teil müssen den Aufforderungen der Schweden aber nun erst mal nachkommen, denn der Ruf des nächstgelegenen Bierstands scheint nicht nur uns, sondern auch einige Gäste des diesjährigen Festivals anzulocken.

Wacken 2015 - Impressionen vom Campground

Wacken 2015 – Impressionen vom Campground

Genug Biere gehabt! Auf der True Metal Stage wartet eine britische Legende: Judas Priest. Die Band ist zwar nicht mehr die, die sie mal war (von den Gründungsmitgliedern ist niemand mehr in der Band, was zum Teil auch dem Gründungsjahr 1969 geschuldet ist), dennoch können sie eine unglaubliche Menge an Leuten vor die Bühne ziehen. Es gibt kaum jemanden, der Rob Halford und Co. nicht sehen möchte. Grandios ist allein schon der Beginn: War Pigs von Black Sabbath leitet das Fest der Titanen ein. Rob Halford macht nicht nur mit seiner einmaligen Stimme auf sich aufmerksam – nein, permanent erscheint der Gute in neuen Outfits. Mit seinen 64 Jahren ist Rob Halford ziemlich energiegeladen und weiß, wie man sich vor einem großen Publikum präsentiert und die Menge anheizt. Klar, dass heute Songs wie Victim Of Changes, Breaking The Law, Painkiller und Living After Midnight nicht fehlen dürfen (auch wenn die letzten beiden erst in der Zugabe gespielt werden). So kommt man selten daran vorbei, mit seinem Konzertnachbarn Arm in Arm mitzusingen und dem Treiben auf der Bühne headbangend zu huldigen.

Wacken 2015 - Impressionen vom Campground

Wacken 2015 – Impressionen vom Campground

Aber schon eine Viertelstunde später ist genug mit dieser freundlichen Stimmung. Es zieht uns vor die Black Stage (die nebenbei sehr passend gewählt wurde) zum Auftritt von Cradle of Filth. Schon der Beginn ist episch – eine in rotes Licht gehüllte Bühne, die mit diversen gekreuzigten und gehörnten Skeletten dekoriert ist. Die Stimmung ist spannungsgeladen, schließlich ist die Geisterstunde ja bereits angebrochen. Und wir werden definitiv nicht enttäuscht – der Auftritt von Dani Filth und Konsorten ist gewohnt souverän und dominant. Was nicht nur heißen soll, dass die Bühnenpräsenz das ausschlaggebende Argument für eine gute Show ist, nein, auch musikalisch wissen die fünf Musiker zu überzeugen – besonders hervorzuheben sei neben Dani Filth‘ einmaligem Gesang insbesondere die Gitarrenarbeit von James Mcilroy, die exakt so klingt wie auf Platte. Selbstredend ist die Menge begeistert als Klassiker wie Nymphetamine, Her Ghost In The Fog und From The Cradle To Enslave gespielt werden. Und mit den letzten Tönen von From The Cradle To Enslave ist die Show beendet und auch uns zieht es zurück zum Zeltplatz, auf dem unser Auto auf uns wartet – schließlich steht uns bis zum Niederrhein noch eine recht lange Autofahrt bevor.

Fazit


Das diesjährige Wacken Open Air war nicht unser erstes und doch ist es alles andere als eine Erholung gewesen. Da wo wir in den letzten beiden Jahren eher mit Staub und Saunahitze im Zelt am Morgen kämpfen mussten, waren unsere Probleme in dieem Jahr eher die Feuchtigkeit und Kälte in der Nacht (es waren ja bloß 7 °C). Musikalisch hat der Veranstalter mal wieder ein gutes Potpourri an Hochkarätern auf die heiligen Wiesen geholt. Sicher kann man über das Line Up streiten, doch mal ehrlich, Musik ist und bleibt eine Geschmackssache und ich bin der letzte, der meckert, wenn Klassiker auf „Mainstream“ treffen. Dieses Jahr war allein schon wegen der nur zum Teil gefülltend Campgrounds alles sehr ruhig und auch die Massen, die sich durch den Matsch treiben mussten, fühlten sich ein wenig angenehmer an – auch wenn trotzdem genau so viele Gäste da waren wie in den Vorjahren. Dass das Fest von Jahr zu Jahr immer mehr zu einem Volksfest wird und man die wirklichen Metalfans langsam gefühlt an einer Hand abzählen kann, merkt man alleine schon daran, dass Bands wie Santiano und In Extremo (nichts gegen In Extremo) zum Teil die einzigen Bands auf der persönlichen Running Order waren von Leuten, die wir obligatorisch befragt haben. So fragt man sich als Fan des Genres, ob man hier eine Kulturshow macht, bei der sich der Mainstream-Event-Tourist gern mal anschaut wie die Anhänger der Metal-Kultur feiern. Denn irgendwie scheint alles wie ein großer Zirkus und alles scheint immer mehr im Kommerz unterzugehen und so gibt es heute eigentlich keinen Vorgarten im Dorf mehr, der nicht von einer Firma (Beispiele: Obi, Jägermeister, Ficken, etc.) angemietet wurde. Doch wenn wir die Kirche im Dorf lassen, dann ist man organisatorisch hier schon bei einem High-End-Festival angelangt, welches von Jahr zu Jahr versucht sich weiter zu toppen. Die Stimmung ist trotz der genannten Umstände herrlich ruhig und freundlich. Keiner haut dem anderen auf die Nase und zumeist bleiben die vom investigativen Journalismus aufgegriffenen Schlammschlachten aus. Also wenn ich zu einem Festival meine Familie mitnehmen würde, dann wäre es ganz klar das Wacken Open Air. Wenn ich jedoch mit meinen Metalfreunden feiern will, dann ist man hier nicht immer an der richtigen Adresse. Abschließend lässt sich aber sagen, dass wir erneut ein sehr sicheres und total genial organisiertes Festival erlebt haben, bei dem Ton und Licht bei (fast) jedem Konzert zu 100% gestimmt hat.

Wacken 2015 - Impressionen vom Campground

Wacken 2015 – Impressionen vom Campground

Credits

Wir bedanken uns herzlich bei folgenden Menschen:

  • Legion Of The Luftbumbe
  • Toni B. Gunner
  • Markus und Christian vom Nebenzelt
  • Qonzern GmbH & Co. KG
  • ICS Festival Service GmbH
Da die Fotos unserer Pit-Fotografin vor Redaktionsschluss noch nicht eingetroffen waren, werden diese gesondert nachgereicht.

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