We Are The Ocean + Support am 18.03.2017 im Underground, Köln

“All Of This Has To End – Farewell, We Are The Ocean“

Eventname: „Farewell Tour“

Headliner: We Are The Ocean (UK)

Vorband: Rob Lynch (UK)

Ort: Underground, Köln

Datum: 18.03.2017

Kosten: k. A.

Genres: Post-HC, Alternative, Singer/Songwriter

Veranstalter: Prime Entertainment / Underground Cologne

Link: https://www.facebook.com/events/212315105905923

Setlists:

01. Feeling Good
02. Selfish Bones
03. Tectonic Plates
04. Sail On
05. Whiskey
06. Runaway
07. Red Lion Square
08. Hawking

01. Trouble Is Temporary, Time Is Tonic
02. What It Feels Like
03. Lucky Ones
04. Overtime Is a Crime
05. These Days, I Have Nothing
06. Ready for the Fall
07. Bleed
08. Machine
09. Holy Fire
10. Ark
11. All of This Has to End
12. The Road
13. Do It Together
14. Confessions
15. Now and Then
16. (I’ve Never Felt This) God Damn Good
17. Runaway
18. Good for You

Zugabe:

19. Chin Up, Son
20. Young Heart
21. The Waiting Room
22. Nothing Good Has Happened Yet

Nun ist er also gekommen, der Tag, an dem sich We Are The Ocean von ihren Fans in Köln verabschieden. Am 18. Januar hatten die vier Jungs aus Loughton, Essex ihre gütliche Auflösung und eine abschließende Tour nach zehn Jahren Bandgeschichte bekanntgegeben. Drei Termine gibt es für Deutschland und heute Abend – dem zweiten Abend nach München – können eben die angereisten Fans in der Domstadt ein letztes Mal Hits wie The Waiting Room, What It Feels Like oder Young Heart mitsingen.

Um 20:00 Uhr geht’s los und für einen Samstag füllt sich das Kölner Underground etwas träge. Dieser Zustand soll aber nicht lange so bleiben…

Den Anfang macht der in London wohnende Singer/Songwriter Rob Lynch, der mit seinem aktuellen Album Baby, I’m A Runaway in den deutschsprachigen Ländern vom ehrenwerten Label Grand Hotel van Cleef unterstützt wird. Surfer-Look, Akustikgitarre und ein freches Grinsen…die Mädels in der ersten Reihe scheint’s zu freuen. Rob singt Songs über die Küste, Kalifornien und Trinkgelage mit seinem Vater, dem er an diesem Abend auch einen Song widmet und der verstarb, als er selbst 21 war. Der smarte Brite hat einfach keine großen Probleme, das Publikum zum Mitsingen zu bewegen.

Rob Lynch @ Underground Cologne, 18.03.2017

Da erschallen auch schonmal flächige „Whohooo“-Chöre aus allen Ecken des Raums. Lynch greift zur Wasserflasche und nimmt einen großen Schluck mit den Worten „Hau weg die Scheiße“. Interaktion mit dem Publikum – kann er. Zum Song Runaway erhält er stimmliche Unterstützung am Mikro durch Liam und Alfie von We Are The Ocean.

Rob Lynch @ Underground Cologne, 18.03.2017

Ein wenig Merch hat er auch dabei, Musik und zwei Shirts, die er aber bereits verkauft habe, witzelt er. Nach acht Songs und einer wirklich feinen Show als WarmUp-Act verabschiedet sich der sympathische Brite und kleinere Umbaumaßnahmen nehmen ihren Lauf.

Um 20:45 Uhr betreten dann Liam, Alfie, Jack und Tom die Bühne, sehnlichst erwartet vom mittlerweile fast restlos ausverkauften Underground. Die Band soll sich in den nächsten gut 1,5 Stunden durch 22 ihrer größten Hits spielen, Altes wie Neues.  Da wäre z. B. Ready For The Fall, den sie zum ersten Mal in Köln und zum zweiten Mal überhaupt in Deutschland spielen. Das Publikum wacht auf und schubst sich freundlich durch den Moshpit, den ich bei We Are The Ocean nicht erwartet hätte. Der sympathische Liam ist am Mikro mindestens so charismatisch wie seine Stimme und weiß das Publikum auch zwischen den Songs gut zu unterhalten. Bei Machine bittet er die Fans, kollektiv mitzusingen und selbige leisten seinem Wunsch auch gerne und brav folge.

We Are The Ocean @ Underground Cologne, 18.03.2017

Heimlich werden im Publikum indes bunte Ballons verteilt, auf denen „Thank You“ steht mit der Bitte, diese beim nächsten Song hochzuhalten oder in die Luft zu werfen. Das Vorhaben gelingt und ca. 20 Ballons fliegen in abnehmender Zahl bis zum Ende des Konzerts durch den Raum über die Köpfe der Fans und auf die Bühne. Auf Köln habe man sich immer gefreut und sehr viele schöner Erinnerungen mit der Stadt verbunden. Möglicherweise dieselbe wie Rob Lynch, der den Dom als besonderes Highlight in Erinnerung hatte.
Bei All Of  This Has To End schafft es der erste Crowdsurfer nach oben und nach vorne. Liam fragt ihn nach seinem Namen und der etwas verdutzt wirkende Fan gibt sich als José zu erkennen. „You like a mosh?“ fragt Liam das Publikum und bittet darum, José beim nächsten Song aufzufangen. Jener bedankt sich bei der Band noch mit den Worten „You’re fucking amazing!“, was Liam gerne an ihn und den Raum zurückgibt.
Man merkt der Band an, dass sie heute wirklich alles geben will und auch kann. Dass es nur drei Shows in Deutschland sind könnte daran liegen, dass diese Intensität kaum lange aufrecht zu erhalten sein könnte, alleine körperlich, so wie Liam ins Mikro singt und schreit und Tom die Bassdrum tritt und auf die Becken eindrischt. „We’re gonna fucking do this together!“ animiert Alfie vor Do It Together das Publikum und alle klatschen und singen mit.

We Are The Ocean @ Underground Cologne, 18.03.2017

Auf die Forderung eines Fans hin, der mir namentlich bekannt ist, Stanford Rivers zu spielen, gibt Liam noch eine spontane Gesangseinlage zum Besten. Bei Confessions singt das Publikum kollektiv die ruhigeren Refrainzeilen, während am Ende ein mutiger Fan namens Niko das Mikro erstürmt und ambitioniert versucht, Liam bei seiner Arbeit zu unterstützen. Zu Now And Then verlässt Liam dann die Bühne und sucht die Nähe zum Publikum, während er die ersten Zeilen des Songs singt. Vermutlich animiert durch José und Niko erklimmt dann ein weiterer Fan namens Patrick im Vitja-Basketballshirt die Bühne bei God Damn Good. Er flüstert Liam noch etwas ins Ohr, woraufhin dieser das Publikum wissen lässt, dass Patrick Anna liebe, die daraufhin auf die Bühne gebeten wird und beide sich in die Arme fallen und küssen. Hach…emotionaler kann’s bei einem Abschiedskonzert doch kaum zugehen.
Liam bedankt sich noch bei allen, die die Band bei ihrer letzten Tour unterstützen, unter anderem Jason, den Guitar Tech, der sich auch um das entspannende Rauchwerk der Band zu kümmern scheint und Liz, die die Band in allen sonstigen Belangen zu unterstützen scheint. Zum letzte Song vor der Zugabe, die zwinkernd angekündigt wird, wird das Publikum weiter nach vorne gewunken und zum Mitsingen aufgefordert. Liam stellt die Band und sich noch einmal vor, bittet dann, dass alle in die Hocke gehen und pünktlich zum ersten Takt springt der Raum kollektiv in die Luft.

We Are The Ocean @ Underground Cologne, 18.03.2017

Es folgen noch vier weitere Zugaben, darunter Chin Up, Son, den Liam alleine mit seiner Akustikgitarre interpretiert. Young Heart widmet er anschließend seinen Eltern und bevor es mit Nothing Good Has Happend Yet „dahin zurückgeht, wo alles anfing“ schmettert man noch den Hit Waiting Room, der als thematisches und stimmliches Wechselspiel mit dem ehemaligen Sänger Dan Brown (dessen Part heute von Alfie übernommen wird) sicher einen Meilenstein der Bandgeschichte markiert.
Puh, wer heute Abend nicht zufrieden und glücklich aus dem Underground wankt, der muss blind, taub oder beides sein. Die vier Briten haben wirklich gezeigt, wie wichtig ihnen diese Tour ist und dass sie sich bei allen von ganzem Herzen für die zehn Jahre Unterstützung bedanken möchten. Schade, dass die Reise hier ein Ende hat. Uns bleibt nicht mehr als Danke zu sagen, danke für die tolle Zeit mit tollen Songs und tollen Live-Erlebnissen und viel Erfolg bei allem, was da nun folgen mag.
DANKE, WE ARE THE OCEAN!

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