Edenbridge – Dynamind

Das zehnte Studioalbum der Österreicher überrascht mit Härte

Artist: Edenbridge

Herkunft: Österreich

Album: Dynamind

Spiellänge: 55:28 Minuten

Genre: Symphonic Metal, Melodic Metal

Release: 25.10.2019

Label: Steamhammer / SPV

Links: http://www.edenbridge.org
https://www.facebook.com/EdenbridgeOfficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Sabine Edelsbacher
Bass – Stefan Gimpl
Lead- & Rhytmus Gitarre, Bass – Arne „Lanvall“ Stockhammer
6 & 12 Seiten Akustikgitarre, Piano – Arne „Lanvall“ Stockhammer
Keyboards, Orchestration, Bouzouki, Mandoline, u.a. – Arne „Lanvall“ Stockhammer
Schlagzeug – Johannes Jungreithmeier
Gitarre – Dominik Sebastian
Gastsänger – Thomas Strübler

Tracklist:

1. The Memory Hunter
2. Live And Let Go
3. Where Oceans Collide
4. On The Other Side
5. All Our Yesterdays
6. The Edge Of Your World
7. Tauerngold
8. What Dreams May Come
9. The Last Of His Kind
10. Dynamind

Bereits das zehnte Studioalbum, das 13. insgesamt, haben die Melodic-Metaller aus Österreich jetzt auf dem Markt.
Selten dürfte eine Scheibe mehrere Schichten unterschiedlicher Hörer so faszinieren. Ich nehme es vorweg, seit Jahren war ich von einer neuen Scheibe nicht so begeistert. Dynamind, das am 25. Oktober 2019 über Steamhammer/SPV erschienen ist, hat mich nach drei Minuten gefesselt.

„Die atmosphärisch dichten Kompositionen der Scheibe, auf der erneut vor allem Kreativchef und Multiinstrumentalist Arne „Lanvall“ Stockhammer und Sängerin Sabine Edelsbacher das Geschehen diktieren, vereinen Melodie und Groove, Härte und Sensibilität, Gefühl und Verstand, Geist und Unterbewusstsein.“ So lautet der stimmige Pressetext. Neu in der Band ist Bassist Stefan Gimpl, der auch der bayrischen Formation Crystallion angehört. Gemeinsam mit Dominik Sebastian (Lead- & Rhythmusgitarren) und Johannes Jungreithmeier am Schlagzeug komplettiert er die aktuelle Edenbridge-Besetzung.

Lanvall ist es gelungen, seinen Kompositionen trotz allen Facettenreichtums eine klare Struktur zu verleihen. Edenbridge schaffen es, aus den unterschiedlichen Temperamenten ihrer bis dato härtesten und auf eine dynamische Live-Umsetzung ausgerichteten Scheibe ein homogenes, in sich geschlossenes Werk zu kreieren. Weiterhin bleibt die Band aber ihrem grundsätzlichen Stil treu. Kurz gesagt, ein leicht melodiöser, symphonischer Metal mit der ausdrucksstarken Stimme von Sabine Edelsbacher.

Was bietet Dynamind nun im Einzelnen? Musik, die nach vorne geht und Gesang, der mit Chören verstärkt wird. Sabine Edelsbacher beherrscht ihre Stimme, das ist bekannt. Auf dieser homogenen Scheibe kommt sie ohne Spitzen aus. Kein hohes Gekreische einer Sopranstimme und kein tiefes Gegrowle.
Der Opener The Memory Hunter startet mit harten Rhythmen. Where Oceans Collide begeistert durch Power-Drummig und Stakkato-Riffs. Mir war bisher nicht bekannt, dass Johannes Jungreithmeier und Dominik Sebastian Melodic Death Metaller von Thirdmoon sind. Die Nummer gehört wohl zu dem Härtesten, was man von den Oberösterreichern bisher zu hören bekommen hat. Was folgt, ist das großartige The Edge Of Your World. Facettenreich wird die Härte der ersten Songs mit symphonischen Arrangements und verspielten Gitarrenmelodien verbunden. Als Nächstes folgt Tauerngold. Die vergleichsweise ruhige Nummer hat einen doomigen Mittelteil. What Dreams May Come schließt sich ähnlich klingend wie The Edge Of Your World an. On The Other Side ist im Anschluss dagegen irisch inspiriert und nimmt ein wenig Fahrt heraus. Vor dem Finale hält die Midtempo-Nummer Live And Let Go die Stimmung. Das großartige Finale des Albums bildet das epische, mehr als zwölfminütige The Last Of His Kind. Hier wäre vielleicht weniger (noch) mehr gewesen. Manche Passagen kommen mir gestreckt vor. Trotzdem ist es immer hörbar und wirkt nicht aufdringlich. Im Pressetext zum Album verweist Lanvall stolz auf einige von David Gilmour (Pink Floyd) inspirierte Gitarrenparts, die dem Song sein erhabenes Flair verleihen sollen. Der Stimmung angepasst schließt sich der im Verhältnis ruhige Titelsong Dynamind an.

Veröffentlicht wird Dynamind in den Formaten 2-CD, Vinyl-Doppelalbum, als 300 Stück limitiertes Boxset sowie in digitaler Form. Die zweite CD ist eine Bonus-CD mit den Titeln in instrumentaler Version. Diese lag mir zur Rezension leider nicht vor und ich habe mich kopfschüttelnd gefragt, wer sich die Scheibe ohne den Gesang von Sabine Edelsbacher gewünscht hat? Gemischt hat das Album, wie auch schon die Vorgänger, Karl Groom von Threshold. Das Mastering wurde erneut von Mika Jussila (u.a. Stratovarius) in den renommierten Finnvox Studios übernommen, als Gastsänger hat abermals Thomas Strübler für große Chöre und mehrstimmige Gesänge gesorgt.

Als Vorabtitel haben Edenbridge den Song On The Other Side als Video sowie einen Album-Trailer veröffentlicht. Schaut doch mal rein:

Bleibt abzuwarten, wie dieses starke Album im Frühjahr 2020 live auf die Bühne gebracht werden soll. Die Locations sind ja doch eher sehr klein. Ich werde es mir nicht entgehen lassen.

Edenbridge – Dynamind Tour 2020
11.04. A-Traun – Kulturpark Traun
18.04. CH-Wetzikon – Hall of Fame
19.04. Trier – Mergener Hof
21.04. Aschaffenburg – ColosSaal
26.04. Leipzig – Hellraiser
28.04. Köln – Helios 37
30.04. Hamburg – Headcrash
01.05. Erfurt – From Hell
03.05. Wien – Szene

Edenbridge – Dynamind
Fazit
Mein Album der Herbstsaison. Läuft derzeit rauf und runter.

Anspieltips: The Edge Of Your World und The Last Of His Kind
Norbert C.
9
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Pro
Contra
9
Punkte
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