Exhumed- Worming (EP)

Elf Minuten kontrollierte Extremität par excellence

Artist: Exhumed

Herkunft: USA

Album: Worming (EP)

Spiellänge: 11:19 Minuten

Genre: Death Metal / Grindcore

Release: 22.10.2021

Label: Relapse Records

Link: https://exhumed.bandcamp.com

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Matt Harvies
Gesang und Bassgitarre – Ross Sewage
Gitarre – Sebastian Phillips
Schlagzeug – Mike Hamilton

Tracklist:

  1. Worming
  2. N.F.M.O ( N*zi Metallers Fuck Off)
  3. Distorted And Twisted To Form
  4. Vacant Grave

Ja, da ist er wieder, der gute Matt Harvies. Irgendwie bringen die meisten diesen Herrn ja eher mit Gruesome anstatt mit Exhumed in Verbindung, vergessen aber, dass er ja auch schon lange vor Gruesome Mucke gemacht hat, u.a. eben bei Exhumed. Matt ist auch das letzte Gründungsmitglied, allerdings ist Basser und Sänger Ross auch schon seit 1994 dabei. 2011 stieß dann Drummer Mike von Deeds Of Flesh hinzu und 2018 der junge Sebastian, der u.a. auch noch bei Noisem rumlärmt. Man hat es bis dato auf neun Alben gebracht. Dieses Jahr ist dann ein Livealbum erschienen und nun schiebt man eine vier Song starke EP hinterher.

Die Burschen muss man ja auch keinem mehr vorstellen. Sie haben auch nichts verlernt und haben immer noch Bock ohne Ende, so viel kann man schon nach dem ersten Song Worming sagen. Mit einem Riff, welches an Carcass Heartwork erinnert, starten die Amis das Rennen. Ein langer Schrei erfolgt und das Tempo wird schon hochgehalten. Und ab in einen schönen, grindigen Gore-Part. Dafür sind sie bekannt und dieses beherrschen sie auch. Irgendwie werde ich aber das Gefühl nicht los, dass sie hier ganz besonders von Carcass beeinflusst wurden. Das Tempo wird noch einmal verschärft und man wechselt in einen schnellen Uftata-Part. Ja, kann man genau so machen. Danach groovt man schmutzig und holt ein Solo heraus. Passt sehr gut. Der Sound ist so richtig schön dreckig und dann wiederholt man noch einmal den Carcass Heartwork-Gedächtnispart, knattert noch einmal ganz ordentlich herum und mit einer schnellen Uftata lässt man den Spaß enden. Fettes Teil.

Der Bass darf vorlegen und auf geht die wilde Reise gegen das rechte Gesindel. Man tendiert in Richtung Dead Kennedy / Napalm Death, die mit Nazi Punks Fuck Off eine Steilvorlage geboten haben. Der Song selber ist recht grindig, aber nicht so schnell und hat ein kleines Solo dabei und natürlich eine Mitgrölmöglichkeit. Der Song wird wohl den Weg in das Liveset schaffen. Mit 80 Sekunden ist er recht kurz, aber aussagekräftig. Hier bezieht jemand klar Stellung.

Einzelne Drumschläge, einige Gitarrenvorspieler und dann ab dafür. So geht es bei Distorted And Twisted To Form zur Sache. Grindattacke inklusive Blastbeat-Angriffe, aber man nimmt das Tempo auch raus und zeigt sich sehr abwechslungsreich. Wieder ein wildes Solo, welches dann völlig weggeballert wird, aber noch einmal ran darf. Einige Ausflüge in den Uftata-Bereich inklusiver drückender Doublebass dürfen auch nicht fehlen. Die Übergänge sind fließend, am Ende wird noch einmal der Knüppel zerstört und fertig.

Vacant Grave lädt am Anfang zum Tanzen ein, auch wenn man diesen Part sicherlich schon sehr oft gehört hat. Soll ja auch nur eine Einleitung sein, denn danach bricht die Grindhölle aus. In knappen 150 Sekunden wird man hier total verstört. Nachdem man den Ballerwahn abgelegt hat, groovt man noch ordentlich und bietet ein recht technisches Riff am, um dann am Ende den Grind gewinnen zu lassen, der sich den Blastbeat dazuholt. Noch kurz einen Groove und dann ist der Wahnsinn vorbei. Geiles Teil. Die gutturalen Vocals kommen perfekt zur Geltung, das Riffing ist eingängig und böse, es wird verzerrt und ein gewisses zerstörendes Chaos verbreitet, welches man gern in Kauf nimmt.

Ja, das Teil kann man guten Gewissens empfehlen. Elf Minuten kontrollierte Extremität par excellence.

Exhumed- Worming (EP)
Fazit
Die Altmeister von Exhumed haben es immer noch drauf. Leider sind es nur vier neue Songs, aber wenn das neue Album solch starkes Material haben wird wie diese EP, dann wird da wieder ein Brett auf uns zukommen. Die Mischung aus Death Metal und Grindcore klingt echt lecker und sollte jeder Fan dieser Richtungen erfreuen.

Anspieltipps: Worming und Vacant Grave
Michael E.
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