Last Leaf Down – Fake Lights

“Zum Seele-baumeln-lassen!“

Artist: Last Leaf Down

Herkunft: Schweiz

Album: Fake Lights

Spiellänge: 51:02 Minuten

Genre: Shoegaze

Release: 14.11.2014

Label: Lifeforce Records

Link: http://www.lastleafdown.ch/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Benjamin Schenk

Gitarre – Sascha Jeger

Bassgitarre – Daniel Dorn

Schlagzeug – Patrick Hof

Tracklist:

1. Refulgance (Intro)

2. In Dreams

3. The Thought That I Saw You

4. In These Waters

5. Inmost Life

6. Giant

7. Growing Fear

8. The Theme

9. An Endless Standoff

10. Truth Is A Liar

11. Wish To Leave

12. Born Dead

13. Fake Lights In The Sky

Last Leaf Down - Fake Lights Cover

Die Schweiz scheint ein ähnliches Händchen für Metal-Bands zu haben, wie beispielsweise die Isländer für Pop- und Indie-Gruppen. Die (gefühlte) Dichte der herausragenden Bands auf die Einwohnerzahl gerechnet ist schlicht beeindruckend. Nicht nur die großen Celtic Frost haben hier ihre Heimat, sondern auch die – zu Unrecht – nicht ganz so bekannten Cortez, über die ich hier an anderer Stelle schon schreiben durfte. Tatsächlich gibt sich die Schweiz geradezu den Anschein einer skandinavischen Enklave, die musikalisch (teilweise ja auch landschaftlich) an die Düsternis Schwedens, Norwegens und Finnlands erinnert (Jaja, ich weiß Finnland gehört nicht zu Skandinavien, dafür fehlt Dänemark – ist ja gut!).

So klingen auch Last Leaf Down (Schweiz) auf ihrem Debütalbum Fake Lights ganz ähnlich wie die bekannten Düstermetaller von Katatonia (Schweden). Nur dass die vier Jungs aus den Alpen dabei ein wenig auf Riffs und Geballer zugunsten von atmosphärischen Melodien verzichten. Dass sie sich selbst Shoegaze auf die Fahne geschrieben haben, hört man Last Leaf Down trotzdem zu jedem Zeitpunkt an. Die Gitarren werden geradezu in Effekten ertränkt, so dass sie zeitweise eher wie singende Synthesizer denn drahtige Sechssaiter klingen. Genauso verschwindet das Schlagzeug hinter einem Hallvorhang und sogar die Stimme liegt bescheiden eher zwischen den Instrumenten im Raum als im Vordergrund. Dabei stützt sich das ganze Gebilde auf einen unsagbar fetten Bass, der ein äußerst solides Fundament bildet.

 

Fazit: Fake Lights bietet nichts, was man nicht schon kennen könnte. Aber Last Leaf Down verbauen in ihrem Album so viele schöne Melodien und machen das, was sie machen, so gut, dass man ihnen das gerne verzeiht. Das Album bietet schöne Melodien und melancholische Klangwelten zum Seele-baumeln-lassen.

Anspieltipps: In Dreams, The Thought That I Saw You, Fake Lights In The Sky
Sören R.
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