Roger Taylor – Outsider

Ruhig und bedacht durch den Herbst

Artist: Roger Taylor

Herkunft: King’s Lynn, England

Album: Outsider

Spiellänge: 47:20 Minuten

Genre: Rock, Classic Rock, Dark Rock

Release: 01.10.2021

Label: EMI, Universal Music

Link: https://rogertaylor.lnk.to/Outsider

Bandmitglieder:

Gesang, Instrumente – Roger Taylor

Tracklist:

  1. Tides
  2. I Know, I Know, I Know
  3. More Kicks
  4. Absolutely Anything
  5. Gangsters Are Running This World
  6. We’re All Just Trying To Get By – Featuring K T Tunstall.
  7. Gangters Are Running This World – Purple Version
  8. Isolation
  9. The Clapping Song
  10. Outsider
  11. Foreign Sand – English Mix
  12. Journey’s End

Queen Schlagzeuger Roger Taylor nahm die letzten sehr ruhigen Monate zum Anlass, ein Soloalbum aufzunehmen. Die Aktivitäten mit seiner britischen Kultband liegen noch bis ins Jahr 2022 pandemiebedingt auf Eis, sich nur auf die faule Haut legen konnte sich der 72 Jahre alte Multiinstrumentalist nicht. Zu viele Gedanken beschäftigten ihn, die er jetzt in Outsider zum Ausdruck bringt. Das Resultat ist ein düsterer Rock mit klassischen Anteilen und feinen Pop Rock Elementen. In zwölf Songs geht er langsam durch die getragenen Emotionen, die den Hörer meist zurückgezogen zum Träumen oder gar besser zum Nachdenken anregen sollen. Das Artwork spricht Bände. Der ältere Herr steht alleine auf einer Klippe und blickt nicht nur in die Tiefe, sondern in schier endlose Ferne.

Seit Anfang Oktober steht der Silberling über EMI / Universal Music allen Queen Fans griffbereit. Ob Roger damit jedoch die Fans seiner Hauptband einsammeln kann, muss man zunächst verneinen. Beide Projekte haben nichts miteinander gemeinsam und der isolierte Musiker bringt ganz andere Klänge in den einzelnen Stücken unter. Alle Songs komponierte er selber, mit der Ausnahme von The Clapping Song, dieser wurde geschrieben von Kay Werner, Lincoln Chase und Sue Werner. Bei Foreign Sand bekam Herr Taylor Unterstützung von Yoshiki. Die allererste Soloplatte könnte nicht geerdeter als Outsider in die Köpfe der Hörer schleichen. Bis Gangters Are Running This World – Purple Version lässt er gar keine Farben zu, die positive Akzente mit einbringen könnten. Gangters Are Running This World springt dafür in deutlich poppigere Power Parts. Mit rauchiger und elektronisch verzehrter Stimme soll eine andere Ebene als bei den ersten sechs Tracks suggeriert werden. Mir gefallen beide Versionen und man könnte glatt meinen, es wären zwei verschiedene Stücke, was die Gemütslage doch bei einem ausgeklügelten Werk ausmacht. Den Schwung bremst Isolation sofort ab. Der Fokus liegt neben dem Gesang bewusst auf der Gitarrenarbeit. Akustisch zupft er die Saiten seines Instruments. Spätestens jetzt schwing der liebe Johnny Cash auf Outsider mit. Lange kann man nicht in die Melodien tauchen – nach drei Minuten springt die Nadel direkt zu The Clapping Song. „In der Kürze liegt die Würze“ – frei nach dem Motto dreht die Platte bis zum letzten Part Journey’s End, dieser bekommt doppelt so viel Zeit wie alle anderen und bringt die Reise in fast sieben Minuten zu Ende.

Roger Taylor – Outsider
Fazit
Nicht schlecht Herr Taylor. Die Zeit alleine im Studio wurde eindrucksvoll eingefangen, auch wenn die Songs nur von düsteren Momenten leben und nur sehr selten den Hörer wirklich fordern. Lockere wie klassische Rockkunst mit einer Prise künstlich beigesteuerten elektronischen Melodien bilden das Fundament von Outsider. Typisch wie das englische Herbstwetter, spürt man den Sprühregen auf der Stirn, während der aufsteigende Nebel langsam die eh schon nassen Füße umhüllt. Für meinen Geschmack zu berechenbar und auf die Dauer wie ein kleiner Betonklotz am Knöchel, der einen tief in die Themse ziehen würde. Hört aber selber rein und lasst eure Gedanken beeinflussen. 

Anspieltipps: More Kicks und Gangsters Are Running This World
Franziska W.
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