Scorched Oak – Perception

Dortmunder Stoner mit ihrem zweiten Album

Artist: Scorched Oak

Herkunft: Dortmund, Deutschland

Album: Perception

Genre: Stoner Rock

Spiellänge: 39:45 Minuten

Release: 22.03.2024

Label: Scorched Oak Rec (Independent)

Link: https://www.facebook.com

Bandmitglieder:

Bass, Gesang – Linda
Schlagzeug – Freed
Gitarre, Gesang –  Ben

Tracklist:

  1. Delusion
  2. Mirrors
  3. Relief
  4. Echoes
  5. Reflection
  6. Oracle

Ich weiß nicht, ob es in Dortmund viele Eichen gibt, denn außer mal im Yunkyard bin ich da recht selten, was soll schon jemand vom Rhein an der Ruhr!? Auf jeden Fall gibt es in Dortmund eine versengte Eiche, die mal so richtig auf sich aufmerksam macht, nicht weil sie Wasser braucht, nein mit einer neuen Veröffentlichung. Ich spreche von Scorched Oak, die Stoner Band aus Dortmund, die mittlerweile ihre Wurzeln in die Stoner Szene geschlagen hat. Irgendwie sind Scorched Oak bisher allerdings unter meinem Radar geblieben, warum ist mir allerdings irgendwie nicht klar, nachdem ich in ihr zweites Album hineingehört habe. Ja, den Bandnamen habe ich immer mal wieder gehört zuvor, aber doch wieder nichts mitbekommen. Das mag daran liegen, dass die Stoner Szene mittlerweile so richtig am Wachsen ist und immer wieder neu tolle Bands hervorbringt. Bei Bands mit der Bong im Namen reagiere ich natürlich sofort und so sind mir Bands wie Earth Bong oder die ebenfalls aus Dortmund stammenden Bongbongbeerwizards relativ schnell über die Füße gelaufen. Zum Glück kennt man sich allerdings in der Szene, bekommt mal einen Tipp von anderen Stoner-Jüngern, einen Wink vom Promo-Pitbull aus Berlin oder auch einmal eine Anfrage von der Band selbst. Im Fall von Scorched Oak sind es dann mehrere Komponenten gewesen – zum Glück!

Scorched Oak sind in den lokalen Gefilden bereits seit 2016 unterwegs. Nach einer EP (2018) kam das Albumdebüt mit dem Titel Withering Earth mitten in der Pandemie 2020 heraus. Am 22.03.2024 erscheint nun das Nachfolgealbum Perception in Eigenregie (Scorched Oak Rec). Perception ist als CD und in den Vinylfarben Black und in der limitierten Farbe Transparent-Violet/Black/Purple Marbled erhältlich.

Ja klar, bei diesem Albumtitel musste ich nun auch Scorched Oak wahrnehmen und das hat das Trio Linda (Bass, Gesang), Ben (Gitarre, Gesang) und Freed (Schlagzeug) redlich verdient. Gleich beim ersten Song Delusion, der vorab bereits als Single ausgekoppelt wurde, wird ein Trademark der Band deutlich: Es gibt Doppelgesang, bei dem sich Linda und Ben in nichts nachstehen. Das scheint bei Dortmunder Bands nicht unüblich zu sein, denn das durfte ich schon mehrfach auch bei den Dortmunder Daily Thompson erleben, die ebenfalls bald wieder mit einem neuen Album am Start sind.

Delusion beginnt akustisch, mit einem Touch nahöstlichem Folk, langsam kommt das Schlagzeug dazu und der Song schlängelt sich wunderbar (im Wüstensand?) dahin. Nach zwei Minuten bricht er vehement aus und wir hören den bereits oben erwähnten Doppelgesang. Der Song bewahrt allerdings auch weiterhin ruhige Passagen und wirkt wie eine Fata Morgana in einer Oase im Wüstensand über achteinhalb Minuten. Schaut euch auch ruhig mal das tolle Video dazu auf YouTube an.

Ziemlich schwer mit heavy Riffs folgt Mirrors. Mirrors enthält aber auch ruhige, verspielte Passagen. Linda fragt zwischendurch mal: „Should I stay or disapear?“ Ganz klar, Linda, bleib bitte, denn ihr habt mich bereits gefangen und ich möchte mehr hören. Mehr hört man dann in Relief zunächst von Ben, zu dessen Gesang sich Linda nach kurzer Zeit wieder (allerdings etwas mehr im Hintergrund) gesellt. Auf Relief grooven Scorched Oak etwas mehr und gegen Ende gibt es sogar einen leichten Westerntouch. Es zeigt sich, dass sich Scorched Oak nicht unbedingt in einem Genre verhaften lassen wollen. Ganz schön (Stoner) rockig, aber andere Einflüsse lässt man sich nicht verbieten.

Echoes wirkt wie ein schwerer heavy Stoner, der jedoch durch Lindas Stimme ein Stück Leichtigkeit bekommt. Ist das Echo verschwunden, folgt die Reflection. Ein relativ langes Intro und dann wird der Song zu einem Doom Knaller!? Denkste! Immer wieder groovt es mal dazwischen, sodass sich der Song kaum einordnen lässt, außer dass er ziemlich geil rüberkommt. Ich hatte ja bereits gesagt, dass die Band sich nicht so richtig einordnen lässt! Die Basis ist halt Stoner und dazu kommen entsprechende Herbes!

Geradezu mystisch endet das Album und Linda versucht sich als Oracle. Bei diesen Vocals geradezu passend. Ich selbst will jetzt mal kein Oracle sein … oder doch: die Stoner Rock family wird Scorched Oak und ihr neues Album Perception lieben!

Die Album-Releaseparty findet am 23.03.2024 auf dem Black Witch Festival Vol. 3 im Dietrich-Keuning-Haus in Dortmund statt. Mit dabei sein werden Van Groover und die von mir bereits oben erwähnten Bongbongbeerwizards.

Scorched Oak – Perception
Fazit
Klasse Album der Dortmunder Scorched Oak. Auf der Basis von Stoner Rock kredenzen sie vielfältige Songs mit eigenen Stilmitteln. In den sechs Songs des Albums Perception zeigen sie uns ihre eigene musikalische Wahrnehmung, gehen es mal ruhig an, können es aber auch mal richtig krachen lassen. Ein toller Mix an Songs, der die Band in der Szene weiterbringen wird.

Anspieltipps: Delusion, Echos und Reflection
Juergen S.
9.2
Leserbewertung11 Bewertungen
9.4
9.2
Punkte