The Warning – Mayday

08.10.2021 - Hardrock / Rock - Lava Records / Universal - 22:18 Minuten

Drei Schwestern, ein Ziel und das ist: starken Hardrock zu spielen, der durch moderne Elemente auffällt. The Warning stammen aus Mexiko und haben bereits mit XXI Century Blood und Queen Of The Murder Scene zwei Alben aufgenommen. Um die Wartezeit auf das dritte Langeisen zu verkürzen, steht seit Anfang Oktober die EP Mayday griffbereit. Gegründet hat sich der Familienclan Villarreal Velez vor acht Jahren. Mittlerweile stehen sie bei Lava Records / Universal unter Vertrag. Blicken wir nun auf die 22 Minuten, die durch sechs kurze Nummern geprägt werden. Das Artwork würde auf ein Pop-Album schließen lassen und ganz so weit weg darf man den Gedanken auch nicht packen. Zwar liegen die Wurzeln im Rock bzw. im Hardrock – durch ihr modernes Gewand dringen sie jedoch in die Außenposten des Pop Rock vor. Dabei agieren sie frech und lassen das liebe Schulmädchen-Image zurück. The White Stripes, Die Happy oder auch The Cranberries werden mutig in den Fleischwolf geworfen, vermengt und als The Warning wieder zusammengeführt. Spannend bleibt die Randnotiz, dass alle drei Schwestern an den Tasten ihren Beitrag leisten. Neben dem Keyboard steuern alle auch gesangliche Passagen mit in die Songs ein. Daniela übernimmt zudem die Gitarre, während Paulina hinter der Schießbude sitzt und Alejandra den Basspart übernimmt. In der Erziehung haben ihre Eltern viel richtig gemacht. Als entschlossene Gemeinschaft treten sie allemal auf und auch technisch könnte die Leistung schlechter sein. Partyriffs wie beim Opener Disciple könnten live gut funktionieren. Das Verschieben der Emotionen macht The Warning breiter. Verträumte Elemente greifen in entschlossene Hooks, die auf mitreißende Atmosphären setzen. Was mir persönlich etwas fehlt, ist die Tatsache, dass man als Hörer zu wenig Ecken und Kanten zum Aufreiben findet. Nicht glattpoliert produziert, bietet die Umsetzung wenig Halt und man bekommt den Eindruck, dass die drei jungen Frauen versuchen, möglichst unangreifbar auf der aktuellen Hardrock Welle mitschwimmen zu können. Der leicht punkige Animosity zieht das Tempo an und bildet eins der Höhepunkte von MayDay. Der Track Z greift die Thematik der Scheibe noch einmal auf, als Abschluss gibt es dann noch Martirio auf die Ohren. Mit Luft nach oben schließen wir dieses Kapitel, ohne die Band aus den Augen zu verlieren.

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The Warning – Mayday
René W.
7.2
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