Eine der Post-Covid-Newcomer-Bands legt mit Witch Wife In An Alien World ihren dritten Longplayer auf den Tisch. Wobei sich die Gelehrten streiten werden, ob der Vorgänger Violent Creed Of Vengeance aus dem Jahr 2023 nicht bereits die dritte wegweisende Veröffentlichung war. Wer die EP Dream Quest Ends als volle Veröffentlichung addiert, ist mit Violent Creed Of Vengeance bereits bei Veröffentlichung Nummer drei. Wie auch immer, der Albumtitel sorgt beim Lesen bereits für Aufmerksamkeit. Wie sieht es mit dem Inhalt aus?
Witch Wife In An Alien World sorgt für Aufmerksamkeit
Die bisherigen Veröffentlichungen von Smoulder erlangten ihre Popularität nicht durch technisch hervorstechende Fähigkeiten. Smoulder stehen für eine sehr eigene Vorstellung der metallischen Musik und tragen den Geist von Manilla Road oder Bathory weiter. Die Betätigungsfelder von Smoulder erweitern sich auf Witch Wife In An Alien World. Black-Metal-Einflüsse sind nicht neu, finnische Lyrics wie bei Noitien Loitsu aber schon. Der Kern bleibt die Melange aus epischem Heavy Doom, der aber seine Randbereiche weiter ausdehnt. Dazu passt zum Beispiel auch eine Gastgitarre von Bootleg Henkka von der finnischen Band Havukruunu.
Der Auftakt Water Wars kommt überraschend flott mit dem bekannten schiefen Gesang aus den Boxen und verzichtet auf doomige Ansätze. Shadow Of The Vulture lässt den Bass mehr pumpen, bevor das bereits angesprochene Noitien Loitsu die Experimentierfreude von Sängerin Sarah Ann und ihren Mitstreitern aufzeigt. Nicht nur die finnischen Lyrics, auch die kreischende Saitenarbeit zeigt eine weitere Seite von Smoulder. So ähnlich verhält es sich beim nachfolgenden Crush The Neophytes, das die Trademarks der vorherigen Platten nach wie vor beinhaltet, aber um Nuancen und Randbereiche erweitert und insgesamt noch kantiger und verschrobener wirkt als die bisherigen Veröffentlichungen.
Eine kantiger Brocken Musik
In dieser Tonart geht es weiter. Empathy’s Wrath knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an. Wer den schleppenden Doom bisher vermisst, wird mit Their Name Lives On abgeholt. Wer hier aber durchgehend tonnenschwere Riffs erwartet, dürfte ein enttäuschtes Gesicht machen. Smoulder 2026 lassen sich nicht in eine Genre-Ecke drängen.
Zwei Tracks stehen noch aus und reihen sich zu den anderen kantigen Brocken. Cathedral Of The Trees kommt im Vergleich zu anderen Stücken fast leichtfüßig daher, aber leichtfüßig im Sinne von Smoulder, wo rasende Gitarren eingestreut werden. Der Abschluss hat es mit sieben Minuten Smouldering Remains nochmals in sich. Eigentlich fast das Stück die Platte gut zusammen. Die Saitenarbeit zwischen schroff, kantig und unorthodox. Der Gesang ist schräg und gefühlt spielt die gesamte Band völlig schief, erzeugt damit aber trotzdem eine Melodie, die im Ohr bleibt.
Hier geht es für weitere Informationen zu Smoulder – Witch Wife In An Alien World in unserem Time For Metal Release-Kalender.



