Seit 1992 drehen Amon Amarth ihre Viking-Metal-Kreise. Trotzdem haben die Schweden eine ordentliche Entwicklung vollzogen. Die einstigen Todes-Wikinger gehen seit einigen Jahren harmonischere Wege und schlagen nicht pauschal jedem Widersacher den Schädel vom Hals. Statt harter klassischer Death-Metal-Riffs spicken sie ihre Schwerter und Bögen mit melodischem wie nordischem Death Metal. Auch die Vocals von Johan Hegg werden einen guten Schlag zurückgefahren. Eingängige Refrains vertreiben gallige Hasstriaden. Der Weg der Heiden hat dabei weiterhin keine Abnutzungserscheinungen und die Fanbase wächst immer weiter.
Alte Tugenden sind kaum noch sichtbar, der neue Weg macht dafür alle Trinkhörner bis zum Anschlag voll
Mit Gjallarhorn starten Amon Amarth harmonisch wie episch in die neue Schlacht. Die Skandinavier drehen dafür die Nadel hart über die Rillen der letzten Scheiben. Bekannte Elemente werden neu aufgelegt und mit einem neuen Spirit versehen. Der Allvater erwacht und setzt dabei auf die Handschriften der atmosphärischen Wikingerkunst. Die Refrains legen sich scharf in den Wind und lassen die Boote immer schneller werden. Eight Legs Of Thunder bleibt schwungvoll. Johan Söderberg und Olavi Mikkonen scheint der neue Weg bestens zu gefallen. Johan Hegg liegen die gesungenen Passagen und passen wie die Faust aufs Auge. Growls dürfen nicht ganz fehlen und so röhrt sich die Blutkehle an passenden Stellen als kleine Höhepunkte durch die Session. Kvasir’s Blood ist da ein Anker und setzt auf einen Berserker-Modus. We Rule The Waves lässt einen Party-Refrain für sich sprechen, während Upphaf einen Gang zurückschaltet. Die Ballade trägt gedrungene wie ruhige Melodien in die Ohren der Fans. Die With A War Cry ist ähnlich griffig wie Kvasir’s Blood. Harte Salven treffen den Bug und tauchen das Schiff tief in die Wellen. Doublebass, tiefe Bässe und Death-Hooks sorgen für die nordische Kälte. Raven God legt geschickt für den Titeltrack The Allfather Awakes auf. Amon Amarth lassen immer wieder harte Sequenzen durchblitzen, vor allem im Mittelpart gibt es immer wieder ordentlich eins auf die Mütze. The Allfather Awakes hat Ohrwurmcharakter und dürfte live wunderbar funktionieren. Oden’s Hunt haut eine moderne Keule heraus und macht den bunten Blumenstrauß perfekt. Mit der längsten Komposition Ascending Like An Eagle landen die Nordmänner sicher an Land. Auch das 13. Studioalbum spielt Amon Amarth in die Karten, ihre Fans werden es ihnen danken.
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