Anvil am 01.10.2026 im Logo, Hamburg

Metal On Metal

Event: Anvil – Pounding The Past Tour 2026

Bands: Anvil, Killer, The Skys

Ort: Logo Hamburg, Grindelallee 5, 20146 Hamburg

Datum: 01.10.2026

Kosten: VVK circa 30 € plus Gebühren, AK 37 €

Zuschauer: ca. 200 Menschen

Genre: Heavy Metal, Hard Rock, NWoBHM, Rock ’n’ Roll, Progressive Rock

Link: https://www.logohamburg.de/

Setlist Anvil:

  1. March Of The Crabs
  2. 666
  3. School Love
  4. Ooh Baby
  5. Bedroom Game
  6. Motormount
  7. Mad Dog
  8. Badass Rock ’n‘ Roll
  9. Winged Assassins
  10. Free As The Wind
  11. Forged In Fire
  12. Mothra
  13. Swing Thing
  14. Jackhammer
  15. Metal On Metal

Anvil im Logo, hatten wir das nicht gerade erst? Im Dezember 2024 waren Anvil mit der One And Only Tour im Logo. Die aktuelle Tour hat keine neue Platte als Grund. Es geht unter dem Motto Pounding The Past um die ersten drei Scheiben, die beim heutigen Tourstart in Hamburg im Fokus stehen.

Um 18:30 Uhr öffnen sich die Türen. Die Fans drängen sofort in den Laden, da das regnerische Wetter nicht unbedingt zum Verweilen an der frischen Luft einlädt. Wenige Stunden vor dem Konzert macht der Tod von Venom-Mitbegründer, Bassist und Sänger Cronos die Runde. Die alten Haudegen verschwinden immer mehr. Erfreuen wir uns daran, dass heute Steve „Lips“ Kudlow und Robb Reiner nochmals zu erleben sind.

The Skys - Logo, Hamburg - 2026
The Skys – Logo, Hamburg – 2026

Der Auftakt um 19 Uhr liefert andere Töne als die beiden Hauptacts. The Skys kommen aus Litauen und haben die Bühne unter anderem mit Rick Wakeman geteilt. Es geht um progressiven Rock, den die Truppe heute unterbesetzt als Trio auf die Bühne bringt. Interessant ist die Musik durchaus, nur unpassend für den Abend. Zehnminütige, instrumental hochklassige Nummern wären als Opener für Rush oder ähnliche Acts bestimmt besser geeignet. Metalheads sind freundliche Menschen und der verdiente Applaus für eine technisch starke Vorstellung für den heutigen Gig gibt es auch im Logo.

Killer wandeln auf den Spuren der Toten Hosen

Killer - Logo, Hamburg - 2026
Killer – Logo, Hamburg – 2026

Auf Farewell-Tour sind Killer, zumindest was die Studioalben angeht. The Grand Finale ist laut Aussage des Bandchefs Paul „Shorty“ van Camp das letzte Studioalbum von Killer, welches seit zwei Wochen auf dem Markt ist. Letztes Studioalbum und Tour? Da dürfte bei vielen Menschen der Name Die Toten Hosen in den Sinn kommen, die gerade ähnlich unterwegs sind bzw. waren. Mit Platten wie Ready For Hell, Wall Of Sounds und Shock Waves haben sich die Belgier im Zuge der NWoBHM einen Namen gemacht. Dabei waren Tank und Motörhead unüberhörbare Einflussgrößen. Aus der frühen Zeit ist nur noch van Camp heute mit dabei.

Was für Anvil gilt, gilt auch für Killer. Die alte Garde ist in die Jahre gekommen. Nummern wie Shock Waves, Blinded, Kleptomania oder Laws Are Made To Break gehen auch anno 2026 und die Fäuste der Fans recken sich Richtung Decke. Aber auch neues Material gibt es auf die Ohren. Der Titeltrack The Grand Finale und Welcome To The Real World vom aktuellen Album haben es in das circa 45-minütige Set geschafft. Der Schlusspunkt ist der Bandklassiker Ready For Hell, der die alten Zeiten nochmals aufleben lässt.

Filigran sind andere Bands, das belgische Trio rockt im besten Sinne von Motörhead und Co. Ob der mittlerweile 70-jährige Shorty Van Camp und seine Mitstreiter weiterhin die Bühnen entern, oder die Tour mit Anvil auch die Farewell-Tour ist, wird sich zeigen. Zumindest waren Killer heute weit mehr als ein Anheizer. Nicht wenige Menschen im Club waren wegen Van Camp und Co. heute hier.

Anvil Is Anvil

Anvil - Logo, Hamburg - 2026
Anvil – Logo, Hamburg – 2026

Umbaupause und gegen 21:15 Uhr stehen Lips und Co. auf der Bühne, besser gesagt vor der Bühne. Der Anfang March Of The Crabs ist instrumental und Lips rockt sich und die Fans gleich mitten in der Crowd warm. Zu 666 muss er zurück auf die Bühne und ans Mikro. Es geht ordentlich zur Sache, bevor Lips sich beim Publikum bedankt und den heutigen Abend erläutert. Es geht um die alten Kamellen, primär von den drei ersten Scheiben Hard ’n‘ Heavy, Metal On Metal und Forged In Fire. Dazu gesellt sich jeweils eine Nummer von der Hope In Hell (Badass Rock ’n‘ Roll, 2013), Juggernaut Of Justice (Sweet Thing, 2011) und Strength Of Steel (Mad Dog, 1987). Viel wichtiger als das Set sind die sehr unterhaltsamen Geschichten zu zum Beispiel Free As The Wind. Lips zeigt sein schauspielerisches Talent und imitiert Lemmy, mit dem er 1983 auf Tour war. No Sleep Til Hammersmith hat für ihn eine andere Bedeutung als die Live-Aufnahme. Die Pointe mag jeder interessierte Mensch von Lips selbst erfahren. Die Fans im Logo amüsieren sich köstlich. Auch der Jack Hammer gedenkt des ehemaligen Anvil-Gitarristen Dave Allison, der leider vor genau zwei Jahren verstarb. Auch hierzu hat Lips einige Anekdoten auf Lager.

Natürlich dürfen Gitarren-Solo und Drum-Solo bei einem Old-School-Set nicht fehlen. Es ist eine Zeitreise, die selbstverständlich mit Metal On Metal endet. Lips steht erneut im Publikum und zelebriert die alten Zeiten mit den Fans. Well Done, lässt sich abschließend subsummieren.

Anvil - Logo, Hamburg - 2026
Anvil – Logo, Hamburg – 2026

Wer den Spirit der 1980er-Jahre mag, kommt bei Anvil und Killer voll auf seine Kosten. Das Tourpaket ist noch einige Tage unterwegs und preislich für circa 30 € mehr als akzeptabel. Der Blick von Anvil geht trotzdem nach vorne und in einem Jahr steht das Jubiläum an: 50 Jahre Anvil (1978 als Lips gegründet), wozu es entsprechende Aktivitäten geben soll. Wir sind gespannt.

Gegen 22:45 Uhr endet der Konzertabend, wobei die Bands für Fotos, Autogramme etc. gerne zur Verfügung stehen. Irgendwann geht es raus in den warmen, aber nassen, Abend, wo HVV und Co. die Fans nach Hause bringen.