Deathwards – Realms Of Sin

30.10.2026 – Death Metal, Thrash Metal – Sepulchral Voice Records – 37:26 Minuten

Sobald ich lese, dass ich eine Band aus Südamerika, hier Chile, zum Reviewen bekomme, bin ich immer ein wenig hippelig, denn erfahrungsgemäß gibt es immer etwas Wildes. Mit dem Label Sepulchral Voice Records im Rücken, kann die Band Deathwards auch zufrieden sein, denn die Burschen dort machen weltweit einen guten Job und holen immer wieder Perlen aus dem Underground zum Vorschein. Diese Chilenen sind seit dem Jahre 2017 dabei und veröffentlichen nach zwei Demos und einer Kompilation nun ihr erstes Album namens Realms Of Sin.

Sting Of Guilt (Limbo) gibt die Richtung des Albums vor und es gibt nur eine Marschrichtung. Volle Attacke ist angesagt. Wie so oft, sind südamerikanische Bands von den alten Sachen des Teutonen Thrash und des dreckigen Thrash Metal im Allgemeinen begeistert und beeinflusst. Diese Rohheit und der Dreck der Achtziger und Neunziger waren auch nur geil. Alles war noch nicht so auf Hochglanz und im Grunde ging es viel um Geschwindigkeit. So auch bei Deeathwards. Nachdem ein Mini-Intro den Song eingeläutet hat, flirren die Riffs durch den Raum und es geht nur räudig zur Sache. Kleine atmosphärische Einspieler dazu und fertig, ansonsten geht es eben nur direkt thrashig vorwärts. Der Gesang ist auch etwas im Hintergrund. Midtempo-Death-Metal-Passagen und sogar ein versetzter Part und eine kleine Melodie kommen dazu, aber man hat immer das Gefühl, die Burschen sind auf der Überholspur. Eine Reise in die Vergangenheit mit Zutaten aus der Gegenwart. Ein geiles Solo, schön verspielt, aber absolut fruchtend gesellt sich auch noch dazu und wird dann zu einem mitreißenden Part ausgebaut. Break, Gitarren vorweg und dann wieder ab in die dreschige Geschwindigkeit. Jo, kann man so machen. Man hat das Gefühl, der Song will gar nicht enden, aber dem ist natürlich nicht so. Nach fünf Minuten ist dann Feierabend. Ein gelungener Einstand.

Bei Supplicium (Lust) gibt es von Anfang an auf die Fresse und die Geschwindigkeit wird noch einmal überholt. Kleine Verschnaufpause und dann wieder Gummi. Klingt alles ein wenig chaotisch, aber definitiv brutal. Diese Wechsel von einem Riff zum anderen, von einem Part zum nächsten, klingen nicht gerade nach kontrolliertem Songwriting und machen das aktive Zuhören nicht gerade leicht. Hier passiert viel, aber irgendwie knallt das Ganze ordentlich.

Das Hauptriff von From Bread To Stone (Gluttony), welches gleich zu Beginn erklingt, klingt total nach Kreator, natürlich etwas verändert. Macht natürlich Laune. Im Midtempo schreitet man vorwärts und erzeugt dadurch absoluten Druck. Der auf alt getrimmte Sound passt da natürlich top dazu. Allerdings ist der Rest irgendwie normale Ware. Auch das Solo kann bei mir nicht so richtig fruchten. Das ist alles nicht schlecht, aber eben so richtig vom Hocker holen sie einen damit auch nicht, auch wenn viele Wechsel mit eingebaut werden. Und dann geht der Song auch noch sehr abrupt zu Ende.

Gold In The Abyss (Greed) fängt etwas gemäßigt an und wird dann auch eher standardmäßig zu Ende gespielt. Auch hier kann man der Band attestieren, dass die Riffs okay sind und man sich auch um Abwechslung bemüht, aber irgendwie setzt sich das in meinem Kopf nicht fest.

Sullen Blood (Wrath) mit diesem treibenden Part gefällt mir da schon viel besser. Die Gitarre vorweg und dann im gediegenen Tempo vorwärts. Da kann der Kopf des Zuhörers schon rauf und runter gehen. Jo, das hat was. Kommt einem schon bekannt vor, aber das ist egal. Das längere Solo hat es auch in sich. Es wird quasi in den Part eingebaut. Ja, cooles Ding. Man wird zwar etwas schneller am Ende, aber nie wirklich fix. Und dann noch ein geniales Solo dazu. Was will man da noch meckern?

Auch das zügige und treibende Unbound From Divine Omnipotence (Heresy) macht aufgrund des thrashigen Riffings und der dauernden Attacke mal so richtig Spaß. Hier wird alte Schule noch einmal großgeschrieben. Der kleine, melodisch angehauchte Part mit angepasstem Gesang und dem nachfolgenden Aufbau ist echt mega.

Mit The Sore Weight Of Repentance (Violence) hat man neben dem Opener noch einmal eine richtige Granate am Start. Hier dürften wohl die nicht ganz unbekannten Amerikaner von Slayer Pate gestanden haben. Besonders am Anfang. Sehr geil. Die Riffs sind messerscharf und das Tempo hoch. Ohne Gnade und ohne Rücksicht auf Verluste geht es zur Sache. So und nicht anders. Geiles Brett. Einige kurze Death-Metal-Attacken dazu und fertig..

Hier geht es für weitere Informationen zu Deathwards – Realms Of Sin in unserem Time For Metal Release-Kalender

Deathwards – Realms Of Sin
Fazit zu Realms Of Sin
Die aus Chile stammende Formation Deathwards macht auf ihrem Debütwerk sehr vieles richtig, wenn auch noch nicht alles fruchtet. Die Burschen mischen Achtziger Thrash Metal mit Death Metal. Die Produktion ist auf alt getrimmt. Diese Tatsache macht das Ganze noch dreckiger. Das Songwriting ist manchmal ein wenig chaotisch, aber am Ende kann das ja auch zu einem kreativen Erguss führen und so ist es auch überwiegend. Die ungehobelten Speedattacken werden mit langsameren Passagen und Midtempoattacken aufgelockert und gute Soli und fetzige Leads verdunkeln den Alltag. Schönes Ding, aber es ist definitiv noch Platz nach oben.

Anspieltipps: Sting Of Guilt (Limbo) und The Sore Weight Of Repentance (Violence)
Michael E.
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