Event: Heretoir – Solastalgia Over Europe MMXXVI 2026
Bands: Heretoir, Nidare, Unreqvited
Ort: Pauli Bahnhof, Spielbudenplatz 21-22, 20359 Hamburg
Datum: 17.10.2026
Kosten: VVK circa 28 € plus Gebühren, AK 35 €
Zuschauer: ca. 250 Menschen
Genre: Progressive Metal, Black Metal, Post Metal, Shoegaze, Ambient
Link: http://bahnhofpauli.de
Setlist Heretoir:
- Glacierheart
- The Ashen Falls
- Heretoir
- Retreat To Hibernate
- Graue Bauten
- My Dreams Are Lights In The Sky
- Verblasst (Acoustic Set)
- The Heart Of December (Acoustic Set)
- Golden Dust
- Solastalgia
- The Circle
Samstagskonzerte auf dem Kiez sind oft mit einer frühen Anfangszeit versehen. Nach der Livemusik gibt es noch Party und Musik aus der Konserve. So auch an diesem Samstag im Pauli Bahnhof. Auf dem Weg zur Location irritiert eine lange Menschenreihe. Die steht aber am benachbarten Club namens Docks an und nicht für den Pauli Bahnhof, wo bereits um 18 Uhr die Pforten sich öffnen. Vom Veranstaltungsteam gibt es den Hinweis, dass es heute warm wird. Ist die Bude ausverkauft? Nein, das nicht. Aber die Lüftungsanlage im Keller ist seit Freitag nicht mehr funktionstüchtig und die Reparatur kann erst am Montag erfolgen. Zur frühen Stunde ist es noch okay, je mehr Menschen in die Location kommen, desto stickiger wird es.

Um 18:30 Uhr geht es bereits los mit Nidare aus Berlin, die sich im Post Black Metal tummeln, wobei sich Sänger C. hinter Dunkelheit und Haarbüschel versteckt. Die 30 Minuten sind ein grober Eindruck, mehr aber auch nicht. Zumal die frische Luft ihren Reiz hat bei dem sich mehr und mehr füllenden Club.
Dicke Luft begleitet die Vorbands
15 Minuten Umbaupause sind schnell erledigt und um 19:15 Uhr steht mit Unreqvited eine Band, oder besser das Projekt von 鬼, auf der Bühne. Manche Künstlernamen sind speziell, allen voran, wenn es Schwarzwurzeleinflüsse gibt. Hinter dem Namen oder Zeichen verbirgt sich der Kanadier Liam Melsness, der aber auf der Bühne als Quartett unterwegs ist. Der Auftritt setzt vs. Nidare weit mehr auf Atmosphäre und kombiniert verschiedene schwarzmetallische Einflüsse zu einem düsteren, aber atmosphärischen Cocktail. Geschmackssache. Das Gebräu passt nicht in jeden Gehörgang, dazu wird die Luft von Minute zu Minute dicker. Wie Nidare haben auch Unreqvited nur circa 30 Minuten für ihren Auftritt, sodass mehr als ein Antesten und erster Eindruck der Band nicht bleibt.
Eine Soundwand namens Heretoir

Finaler Umbau für den Headliner, der bereits gegen 20 Uhr auf der Bühne steht. Wie viele Bands mit Black-Metal-Einflüssen sind eigentlich mit der Triple-Axe unterwegs? Heretoir sind auf der Bühne mit Bass und drei Gitarren am Werk. Dieser Ansatz sorgt für eine großartige Soundwand, die nicht nur schwarzmetallische Fans, sondern auch Leute aus dem progressiven Bereich, anspricht. Technisch ist das richtig großer Sport. Kopf der Truppe ist Sänger und Gitarrist Eklatanz, der mit seinen Rastalocken gleichzeitig auch der Blickfang auf der Bühne ist. Ein in Hamburg bekanntes Gesicht agiert an den Drums mit Nils Groth, der unter anderem bei Daedric Shryne aktiv ist und bei zum Beispiel Ophis aktiv war.

Das Set ist ein Ritt über die Diskografie von frühen Sachen wie Graue Bauten oder Heretoir bis zu aktuellen Nummern der Marke The Ashen Falls und dem Titeltrack Solastalgia. Ein Hingucker ist das Akustikset, in dem nur Eklatanz und Kevin Storm mit einer Akustikgitarre und einer E-Gitarre Verblasst und The Heart Of December zum Besten geben. Nach circa 90 Minuten endet der Gig von Heretoir gegen 21:30 Uhr mit The Circle, der nicht nur ein Tipp für die eingefleischten Schwarzmetaller ist.
Die Luft ist mehr als dick und daher suchen die meisten Fans zügig den Weg nach draußen. Wie die nachfolgende Party in der Bude war, ist nicht überliefert.




















