Event: Lifelover – Extended Setlist Tour 2026
Bands: Kall performing Lifelover, Amimia
Ort: Kulturkirche Altona, Bei der Johanniskirche 22, 22767 Hamburg
Datum: 22.10.2026
Kosten: VVK circa 49,75 €, AK 55 €
Zuschauer: ca. 300 Menschen
Genre: Black Metal, Post Metal, Post Punk, Alternative Metal
Link: https://kulturkirche.de/
Setlist Lifelover:
- Nackskott
- M/S Salmonella
- Mitt Öppna Öga
- Stockholm
- En Sång Om Dig
- Förspel & intrång
- I Love (To Hurt) You
- Välkommen Till Pulvercity
- Museum Of Past Affections
- Shallow
- Brand
- Cancertid
- Spiken I Kistan
- En Tyst Minut
- Major Fuck Off
- Lethargy
- Androider
- Expandera
Ist es möglich, Menschen mit einer Vorliebe für unterschiedliche Musikrichtungen, von Gothic bis Progressive Rock, von Black Metal bis Punk, in eine Kirche zu bewegen? Black Metal und Kirche, das beißt sich doch grundsätzlich, oder? Die Kulturkirche Altona, unweit der S-Bahn-Station Holstenstraße in Hamburg, hat bereits in der Vergangenheit diverse Künstler und Künstlerinnen verschiedenster musikalischer Ausrichtungen auf die Bühne gebracht. Von Tarja über Mono Inc., Joachim Witt bis zu Subway To Sally und vielen weiteren Bands waren bereits in der zentral gelegenen Kirche. Heute spielen laut Plakat Lifelover, was musikalisch und bezüglich der Bewerbung so weit richtig ist.
Dass Lifelover seit dem Drogentod von Nattdal nicht mehr existieren, ist soweit bekannt. Kall ist die Nachfolgeband, in der vier ehemalige Lifelover-Mitglieder aktiv sind und mit Kim Carlsson der damalige Sänger heute bei Kall das Mikrofon schwingt. Es geht um Nostalgie und Platten wie Pulver, Erotik und Konkus, die primär im Black Metal verortet sind, aber weit mehr als nur Black-Metal-Einflüsse beinhalten.
Der 22.10.2026 ist bezüglich Metal sehr speziell in Hamburg. Behemoth und Dimmu Borgir lärmen im Hochbunker an der Feldstraße und ziehen schwarzmetallisches Publikum? Wer die Leute sieht, die in Richtung Bunker strömen, denkt eher, dass hier eine Wacken-Veranstaltung oder Amon Amarth (die waren ein Tag vorher in Hamburg) spielen. Extreme Mainstream Metal scheint es mittlerweile zu geben.
Wer sind Amimia?

Die Meute, die sich an der Kirche sammelt, ist sehr speziell, aber vor allem sehr bunt. Leute aus dem Punk sind genauso zu finden wie Emperor– oder Endstille-Shirts. Dazu kommen die Leute von nah und fern, selbst aus Kopenhagen haben sich Menschen auf den Weg nach Hamburg gemacht. Die Vorband sind die kaum bekannten Amimia aus Dortmund. Das Quartett überzeugt zunächst mal mit einem starken und differenzierten Sound und erinnert musikalisch an zum Beispiel Heretoir. Lt. Internet sind Amimia eigentlich ein Duo, auf der Bühne wächst die Band aber zu einem Quartett an. Bisher organisiert die Truppe alles selbst und agiert komplett autark. Dafür kommen Amimia gut rüber und empfehlen sich für höhere Aufgaben. Starker Auftritt.
Die Reinkarnation von Lifelover

Bei Bands, bei denen der Bandkopf nicht mehr dabei ist, aus welchen Gründen auch immer, sind Neugründungen bzw. Reinkarnationen oft mit Fragezeichen zu bedenken. Lifelover können diese Zweifel heute wegwischen. Zunächst haben wir einen maskierten Menschen an der Gitarre, der vor und nach dem Konzert aber ohne schwarzen Umhang unterwegs ist, der die Saiten genauso bereits bei Lifelover bearbeitete, wie der zweite Saitenarbeiter Fix (Felix Johan Öhlén). Das führt dazu, dass die Saitenarbeit passt und stark und intensiv rüberkommt. Kopf von Lifelover ist aber der bereits erwähnte Kim Carlsson, der mit Mimik, Theatralik und schaurig schönen Vocals durch das Programm führt.

Das Set umfasst vor allem die beiden wichtigsten Platten Konkurs und Pulver, sowie die EP Dekadens. 13 der 17 gespielten Nummern stammen von den drei Werken. Diese Songs sind genau das Material, welches die Fans hören wollen, und eine eindrucksvolle Stimmung entsteht in der Kirche. Mitklatschen bei dunkler Musik? Genau das macht den Reiz der Lifelover-Veröffentlichungen aus. Es ist vielfältig und nicht nur schwarz geschreddertes Material. Das gesamte Konzert wirkt wie eine Art Ritual, bei dem der Zeremonienmeister das Mikro schwingt und den Takt angibt.
Circa 90 Minuten stehen die Protagonisten auf der Bühne und lassen mit Androider und Expandera das Konzert ausklingen. Carlsson steht zum Ende fast in den Fans und zelebriert die Stücke gemeinsam. Anschließend bekommen die Protagonisten den verdienten Applaus für einen starken Auftritt. Der Abend ist aber noch nicht zu Ende. Es folgt eine Autogrammstunde, bei der viele Fans mit ihren Schätzchen aus der Vergangenheit auftauchen. Stück für Stück leert sich die Kirche, in der es einen intensiven Gig im kleinen Rahmen zu erleben gab.























