Minenfeld – Instruments Of Industrialized Warfare

16.10.2026 – Death Metal – Fucking Kill Record – 39:52 Minuten

Die Osnabrücker Sickos von Minenfeld haben sich selbst im Siebenjährigen Krieg gefangengehalten, ihre Ketten gesprengt und melden sich nun mit neuen Schlachtfetzen aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Seit 2016 sind M.,L.,T.S.H. unterwegs und ballerten neben dem Debüt im Jahre 2019 noch eine EP (2021) heraus. Nun hat das Quartett neun Granaten in der Hand und möchte mithilfe des Labels Fucking Kill Records auf euch werfen. Das Ding hört auf den Namen Instruments Of Industrialized Warfare.

Nach einem an alte Zeiten erinnernden Intro, welches natürlich bei einer Band mit dem Namen Minenfeld zwingend notwendig ist, legt man namensgerecht los. Das Intro ist Bestandteil des Songs Arms Race. Langsam und mit einem drückenden Sound walzt man die erste Feindesschicht des zuhörenden Ohres weg und gelangt somit in die entsprechende Membranlandschaft. Ja, natürlich kommen einem bei diesen Klängen sofort Bolt Thrower in den Kopf und das ist auch gut so. Kurzer Doublebass-Einsatz und dann weiter. Im langsamen Uftata-Rhythmus zwingt man den heimischen Metalhead zum Headbangen. Ein rollendes und langsames melodisches Lead wird eingebaut, um dann im Midtempo zu drücken. Die Engländer grüßen wieder an allen Ecken und Kanten. Ein schnellerer Uftatapart mit Uptempo-Geschossen wird nun mehrfach abgefeuert und man baut so den Song konstruktiv auf. Ein melodisches Lead am Ende und fertig ist ein guter Einstieg in ein oldschooliges Death-Metal-Album.

Bolt Thrower haben ja in den letzten Jahren immer mehr Einfluss auf die Szene genommen. Nicht nur bei einigen Bands, sondern auch bei den Fans, denn Coverbands wie z. B. meine Kumpels von For Victory oder auch Spearhead werden ordentlich abgefeiert und spielen sogar auf Festivals.

Die Engländer standen immer für das Midtempo, welches dann den Metalhead in den Wahnsinn getrieben hat, vor schierer Begeisterung. Scourges Of War bewegt sich auch in diesem Midtempo und kommt mit gutem Riffing daher, nimmt auch mal das Tempo ganz raus und drückt dann wieder eben in diesem Midtempo. Das Riffing ist gut und die Vocals natürlich passend. An das Original kommt man natürlich nicht heran, ist klar. Am Ende nimmt man dann noch einmal Tempo auf und das bringt eine gewisse Abwechslung in den Song. Immer wieder dringt eine schwedische Uftata durch und das schockt. Nach der Tempoverschärfung groovt man sich wieder im mittleren Sektor einen und kommt so in die Endzone.

303 Brit geht natürlich ebenfalls in diese Richtung. Der eingesetzte Sprachgesang oder die Sprachpassage klingt erst ein wenig befremdend, aber nach dreifachem Hören fruchtet er und erwirkt durchaus eine gewisse Wirkung. Der Song selber wird wieder langsam aufgebaut mit den typischen Parts und man lullt den Zuhörer förmlich ein. So geht es 200 Sekunden und wie aus dem Nichts kommt ein Ballerpart und das Uptempo mit sirenenhafter Gitarrenarbeit übernimmt die Kontrolle. Cool, klingt nach kontrolliertem Chaos. Die Vocals sind sehr fett. Das Tempo wird wieder herausgenommen und auf ein Minimum reduziert, um dann im drückenden Midtempo wieder die Gefangenen ins Lager zu bringen. Ganz am Ende dann noch einmal Tempo runter und ganz, ganz am Ende darf der Bass noch einmal ran. Ziemlich geiles Ding. Nahe am Doom, aber mit Ausbruchsgarantie. Gefällt mir.

Nach einem Sample zu Beginn schlägt man mit Iron Leviathan genau den anderen Weg ein und ballert von der ersten Sekunde an. Ja, das gefällt dem alten Veteranen am Empfangsgerät. Steil bergauf und schön direkt fegt man los, holt sich natürlich auch einen Midtempo-Part mit ins Boot, fährt kurz in den Hafen und mit Vollgas wieder raus. Dann ein Break und mit einem fetten Riff, welches dann wieder an die Engländer erinnert, marschiert man durch die Landschaft. Sehr stark. Gitarre vorweg und im mittelhohen Gras robbt man weiter. Geil. So macht das aktive Zuhören echt Spaß. Das Tempo variiert und die Riffs sitzen ohne Ende. Für mich das beste Stück am Album.

Auch Hussaria zelebriert diese Kombination aus gewaltigen Ausbrüchen und Doublebassattacken, die zum Mitbangen einladen. Cool. Klar ist das hier nicht alles neu und das eine oder andere Riff hat man vielleicht so oder in ähnlicher Form vielleicht schon einmal anders gehört, aber es macht eben Spaß, zuzuhören, und das reicht ja wohl vollkommen. Nicht alle Songs fruchten, aber überwiegend knallt das alles hier recht ordentlich.

Und so geht es weiter und weiter und am Ende hat man sich noch etwas für die Hellhammer-Freunde überlegt und den Song The Thirds Of The Storm in einen Minenfeld-Song umgewandelt. Wird live sehr gut ankommen, denke ich.

Hier geht es für weitere Informationen zu Minenfeld – Instruments Of Industrialized Warfare in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Minenfeld – Instruments Of Industrialized Warfare
Fazit zu Instruments Of Industrialized Warfare
Nach dem siebenjährigen Krieg, welchen Minenfeld zum Platzieren neuer musikalischer Ergüsse genutzt haben, melden sich die Osnabrücker zurück und wie gewohnt bekommt man einige geile Salven Death Metal um die Ohren. Das Grundgerüst besteht aus Munition, welche schon die Weltherrschaft von Bolt Thrower ermöglichte. Dies wird aber noch verfeinert und verschärft und mit Pulver aus den Neunzigern kombiniert. Teilweise klingt es sogar ein wenig crustig. Kommt ganz geil. Da muss natürlich auch der Sound auf alt getrimmt werden und mischt man alles, hat man eine Bombenstimmung. Gutes Death-Metal-Album, welches trotz des eng gestreckten Rahmens aufgrund der Tempoveränderungen durchaus abwechslungsreich ist.

Anspieltipps: Iron Leviathan und Inflaming The Fields
Michael E.
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