Bei internationalen Bands hat man ja immer Combos aus Europa und den USA im Sinn und meistens hat der gute Rogga Johannsson seine Finger im Spiel. Bei Morbid Stench ist das anders. Dieses Trio besteht aus Mitgliedern, welche in El Salvador und Costa Rica beheimatet sind und ansonsten bei Bands wie Covered By Hate und Necrogod musizieren. Seit 2014 gibt es diese Formation nun auch schon. Purulent, Morbid und The Mad Butcher, so die drei feinfühligen Namen der Protagonisten, haben bis dato eine EP, zwei Splits und zwei Alben herausgebracht und liefern nun das dritte Album namens Doom Mestatis nach.
Der Opener Necrotic From Within nimmt einen mit seinen knappen acht Minuten gleich mit in die Vergangenheit. Eine sirenenhafte Gitarre zaubert ein trauriges, schon beinahe psychedelisches Riff. Dieses wird erst einmal fortgeführt, ein Growl und doomige Elemente gesellen sich dazu. So geht es erst einmal weiter, bis man dann deathmetallische Gitarrengimmicks hervorzaubert und das Tempo erhöht. Im aggressiven Midtempo marschiert man nun vorwärts, nimmt dann wieder die Geschwindigkeit heraus und liefert eine morbide Melodie ab, die schön langsam vorgetragen wird. So mag ich Doom, denn er wird mit einer ordentlichen Portion Death Metal verfeinert. Oder ist es umgekehrt? Die tiefen Vocals werden benutzt, um dieses Gefühl der Traurigkeit zu unterstützen. Langsam schleppt man sich weiter durch das Gebälk, erhöht kurz das Tempo, nimmt es dann aber ganz raus und bleibt bösartig. Eine Wand wird aufgebaut und mit Uptempo durchbrochen. Ja, danke. Diese Explosion kommt zur rechten Zeit und klingt einfach nur geil. So ballert man eine Zeitlang herum, bis man das Anfangsriff wiederentdeckt und dieses erneut ausschlachtet.
Das Album ist total düster produziert und diese Produktion unterstützt natürlich absolut den Schaffensprozess der Band. Passt wie die Faust aufs Auge, wie man so schön sagt.
Mit langsamen, schon beinahe marschartigen Klängen legt man bei The Morbid Waltz los. Dazu trillern die Gitarren und man schreitet vorwärts. Dann wird es ein wenig vertrackt. Es ist langsam, und es klingt ein wenig abstrakt, aber im Gesamten passt es dann wieder, denn danach wird der Hammer herausgeholt und man treibt die Sau durchs Dorf. So geht es hin und her. Schon ganz geil, aber der Song hat nicht die Intensität des Openers, auch wenn dieses spätere melodische Lead total geil ist und auch der darauffolgende Part mit vorspielender Gitarre und anschließender Doublebassattacke schockt.
Hyperbolic kommt schön straight aus den Boxen und wechselt natürlich später mit einem geilen melodischen Lead das Tempo, aber man bleibt im Grunde immer aggressiv und düster zugleich. Dies ist schon eine Kunst, wie ich finde. Die Parts werden natürlich in die Länge gezogen, aber das stört überhaupt nicht. Growls und heisere Screams geben sich die Klinke in die Hand und die Riffs, aber auch der Rhythmus im langsamen Bereich mit dieser morbiden Grundstimmung sind echt geil. Kaum hat man sich diesem Untergang gewidmet, wird der Knüppel herausgeholt und am Ende dann noch einmal das melodische Lead langsam und schleppend vorgetragen. Man denkt, es ist vorbei, ist es aber noch nicht, es wird noch einmal attackiert. Hervorragend.
Der dreckige, cleane Anfang und die weiteren Ergüsse des Songs Bizarre And Beyond sind einfach nur geil. Besonders der Anfang. Der cleane Part wird immer wieder mit kleinen Attacken bombardiert, bis man dann nach neunzig Sekunden endlich richtig in den Song einsteigt und seine typische Mischung aus Doom und Death Metal auf die Menschheit loslässt.
Auch die beiden anderen Songs, Narcissistic God (fette Riffs mit absolut düsterer Stimmung) und Crawling Out Of The Swamps (geile Beschwörung zu Beginn und langsam schleppende Zerstörung), gehen natürlich in eine ähnliche Richtung. Morbid Stench verzichten zum Glück auf cleane Vocals und klingen sehr geil nach Bolt Thrower, kombiniert mit Paradise Lost und My Dying Bride. Natürlich Zeug aus der Vergangenheit. Ich denke, wer mit Hooded Menace etwas anfangen kann, mit einem gewissen, aber niemals übertriebenen Touch von Progressivität, sollte sich dieses Album durchaus gönnen. Zurücklehnen, Anlage an und passend zur Jahreszeit die morbiden und düsteren Klänge genießen … Zurücklehnen, Anlage an und passend zur Jahreszeit die morbiden und düsteren Klänge genießen.
Hier geht es für weitere Informationen zu Morbid Stench – Doom Metastasis in unserem Time For Metal Release-Kalender.



