Mother Of Loudness – eine Band stellt sich vor

Keine Balladen, kein Leerlauf

Artist: Mother Of Loudness

Herkunft: Karlsruhe, Deutschland

Genre: Rock, Punk, Metal

Label: Eigenproduktion

Link: https://motherofloudness.com

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Hendrick Böttcher
Gitarre – Stefan Böttcher
Gesang, Bass – Mark Tempest
Schlagzeug – Lukas Kinberger

„Keine Balladen.“ Manchmal braucht es nicht viel mehr, um eine Band zu erklären. Rock, Punk und Metal – „unified in loudness“: Mother Of Loudness lassen sich nicht besonders gerne in eine einzelne Schublade stecken. Vielleicht liegt das auch daran, dass die vier Musiker aus ziemlich unterschiedlichen musikalischen Richtungen kommen. Was sie verbindet, ist dafür umso eindeutiger.

Der gemeinsame Nenner ist, dass es laut sein muss – und dass es auch laut ist.

Der Name ist Programm. Mother Of Loudness – die Mutter der Lautstärke. Doch hinter dem etwas augenzwinkernden Namen steckt mehr als einfach nur der Wunsch, möglichst viele Dezibel zu produzieren. Über die Jahre hat die Band ihren eigenen Sound entwickelt: irgendwo zwischen Heavy Rock, Punk, Rock ’n’ Roll und den Metal-Einflüssen, mit denen die Musiker aufgewachsen sind.

Wer auf den schnörkellosen, modernen Hard Rock von Bands wie The New Roses, Formosa oder Hardbone steht, fühlt sich hier sofort zu Hause: Kernige Riffs und zweistimmige Gitarrensoli bilden das musikalische Fundament. Allerdings bricht das Quartett die Härte immer wieder auf und kreuzt sie mit unerwartet leichten, fast schon poppigen Hooklines. Das Ergebnis ist ein extrem eingängiger Sound, der die raue Energie des Undergrounds mit absolut clubtauglichen Ohrwurm-Refrains verbindet.

Den eigenen Weg gefunden

Mother Of Loudness entstanden ursprünglich aus einer Session im Proberaum. Aus ersten Ideen, gemeinsamem Jammen und Musikern, die sich teilweise schon aus anderen Projekten kannten, entwickelte sich nach und nach eine feste Band.

„Wir sind ein bisschen von dem Metal-Ding weggekommen, weil wir gemerkt haben: Das passt nicht so zu uns. Das Rockzeug funktioniert für uns einfach besser.“

Ein kompletter Bruch mit den eigenen Wurzeln war das allerdings nicht. Vielmehr hat sich der Sound verändert, ohne seinen Charakter zu verlieren.

„Die Mother hört man irgendwie doch immer durch.“

Vollgas statt Verschnaufpause

Mother Of Loudness sind keine Band für den Moment, in dem man sich mit dem Bier in die Ecke stellt und auf die nächste Ballade wartet. Vom ersten Song an soll es nach vorne gehen.

„Vom ersten bis zum letzten Song beim Gig geht es nach vorne.“

„Bei Mother Of Loudness ist das Meiste eigentlich alles immer vorgezogen, dass man wirklich dieses Gefühl von „nach vorne“ bekommt“, erklärt Bassist Mark die Energie der Band. Das beschreibt den Sound vermutlich besser als jede Genre-Schublade. Die Energie ist allerdings nicht nur eine musikalische Entscheidung. In den vergangenen Jahren hat die Band bewusst versucht, alles mitzunehmen, was möglich war. Shows spielen, selbst organisieren, Videos produzieren, Merchandise machen, Booking übernehmen, die Homepage aufbauen.

Oder kurz gesagt: all in.

„Wir haben gesagt: Wir wollen es wissen. Wir geben alles, wir gehen nach vorne und gucken, wie weit wir kommen – ohne Grenzen.“

Vom Proberaum zu Dennis Ward

Auch der Sound der Band hat sich mit den Jahren deutlich weiterentwickelt. Die ersten Aufnahmen entstanden noch mit den Möglichkeiten, die gerade vorhanden waren: im Proberaum, mit begrenztem Equipment und entsprechend viel Improvisation.

Später folgten Studioaufnahmen – und schließlich die Zusammenarbeit mit Dennis Ward.

Ward ist in der Rock- und Metal-Szene alles andere als ein unbekannter Name. Der aus den USA stammende Musiker war unter anderem Bassist und Gründungsmitglied der Karlsruher Hard-Rock-Institution Pink Cream 69, spielte später bei Unisonic gemeinsam mit Michael Kiske und Kai Hansen (Helloween) und ist seit Jahren auch als Bassist der britischen Hard-Rock-Band Magnum aktiv. Parallel dazu hat er sich als Produzent, Mixer und Engineer einen Namen gemacht und mit Bands und Künstlern wie Angra, Krokus, Primal Fear, Axxis und House Of Lords gearbeitet.

Für Mother Of Loudness war die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt.

„Der weiß, was er aus uns rausholen kann, und hat unsere Grenzen ein bisschen ausgelotet.“

Zwei Brüder, null Drama

Eine weitere Besonderheit in der Band: Hendrik und Stefan sind Brüder. Eine Konstellation, bei der man zumindest gelegentliche kreative Reibereien erwarten könnte. Offenbar vergeblich.

„Wir hatten noch nie irgendwelche größeren Differenzen. Wir hatten noch nicht mal kleinere“, so Stefan.

Stattdessen scheinen sich gerade die unterschiedlichen Herangehensweisen musikalisch gut zu ergänzen. Während der eine stärker aus einer klassischen musikalischen Ausbildung kommt, bringt der andere einen eher intuitiven Do-it yourself-Ansatz mit.

„Dann kommen Ideen, bei denen ich erst denke: Das klingt doch völlig verquer“, so Hendrik.

„Aber am Ende sind es oft gerade diese Ideen, auf die ich mit meinem musikalischen Background gar nicht gekommen wäre.“

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum Mother Of Loudness trotz der unterschiedlichen Einflüsse inzwischen einen so klaren eigenen Charakter entwickelt haben.

Der Blick geht weiter

Bislang ist die Band vor allem in Süddeutschland unterwegs und hat sich dort durch zahlreiche Shows einen Namen gemacht. Aber die Ambitionen gehen inzwischen weiter. In den kommenden Jahren wollen Mother Of Loudness neue Songs schreiben, an weiterem Material arbeiten und den eigenen Radius vergrößern. Nicht nur immer wieder dieselben regionalen Bühnen bespielen, sondern neue Regionen und neues Publikum erreichen. Besonders der Norden Deutschlands steht dabei auf der Wunschliste. Mother Of Loudness wollen heraus aus der vertrauten regionalen Szene und schauen, wie weit sich dieser Weg noch führen lässt. Und wenn man die Band nach ihrer bisherigen Geschichte beurteilt, dürfte die Antwort darauf vermutlich nicht besonders leise ausfallen. Laut, direkt und mit dem Fuß auf dem Gaspedal.