RAM – Against

09.10.2026 – Heavy Metal, NWoTHM – Metal Blade Records – 42:58 Minuten

Es hat lange gedauert, sogar sehr lange. Circa sieben Jahre nach The Throne Within gibt es neues Material der Göteborger Heavy-Metal-Band RAM mit dem Namen Against. „Dagegen“ ist ein sehr breit angelegter Begriff. Gegen was oder wen sind RAM? Sie sind für Musik, die auch 2026 nach Heavy Metal der alten Schule klingt. Neu ist der Herr am Bass. Simon Oscar Claezon agiert als Desekrator und könnte eventuell von den Thrash-Metallern Stormdeath bekannt sein.

Gegen wen oder was ist Against?

Laut eigenen Angaben verfolgen die Protagonisten mit Against einen bodenständigen Ansatz. Das Album fängt diesen Moment des Widerstands ein, „dieses Feuer des Trotzes, das letztlich seinen Titel und seine Botschaft definiert“, wie RAM es ausdrücken. Das Albumcover, das vom Sänger Oscar Carlquist selbst gestaltet wurde, spiegelt eine bewusste Verschiebung hin zur Schlichtheit wider. Im Gegensatz zu früheren symbolischen Covern liegt der Fokus eindeutig auf dem ikonischen Rammhörner-Totenkopf-Emblem der Band, sodass die Identität der Combo unverkennbar bleibt.

Nach dem Intro starten RAM mit Ghost Emperor düster, wo bestimmt die eine oder andere Platte von Mercyful Fate als Inspiration diente. One Vs All galoppiert im besten NWoBHM-Style durch die Botanik und dürfte für gereckte Fäuste vor der Bühne sorgen.

Das Gegenstück folgt mit dem Speed-Metaller Abattoir, der die Frisuren der Fans ordentlich föhnen wird, bevor Out Of Control, die Mitsinghymne Leaving und der Titeltrack Against die Trademarks liefern, mit denen sich die Band in mehr als 25 Jahren ihre Fanbase aufgebaut hat. RAM buddeln irgendwo tief in den 80ern zwischen Judas Priest, Enforcer, Accept oder auch Saxon.

Nicht Metal Blade, sondern Night Blade hat die Truppe vertont und knüpft mit etwas dunklerer Attitüde an das vorherige Paket an. Trotzdem ist das Ding ein ordentlicher Headbanger, wobei Drums und Bass für den Rhythmus sorgen und vor allem beim Refrain zur Geltung kommen. In Richtung Finale reihen sich die Hits weiter aneinander. Rising Again wäre in den 80ern durch die Decke gegangen, der im Midtempo agierende 1984er-Gruß an George Orwell funktioniert genauso auf dem Album wie das Finale namens The Final Hour. Für wen die Stunde geschlagen hat, ist nicht überliefert. Wie auf den guten alten Schinken der 80er-Jahre ist der Albumfluss im Blick der Band und eine weitere Hymne entlässt die Fans, die auf die Livetermine 2027 warten.

Hier geht es für weitere Informationen zu RAM – Against in unserem Time For Metal Release-Kalender.

RAM – Against
Fazit Against
Es gibt Combos, auf die sich die Fanbase verlassen kann. RAM können nicht schlecht oder schwach. Weder eine schwache oder schlechte Platte ist in der markenlosen Diskografie der Schweden zu finden, noch lassen RAM live etwas anbrennen. Old school von A bis Z erklingt Against und fügt zu den schon hochklassigen Outputs des Jahres 2026 ein weiteres Highlight hinzu. Wenn der Geldbeutel bereits anderweitig geplündert wurde, ist Against ein passendes Geschenk zu Weihnachten, wobei sich die Vinylvariante gut unter dem Christbaum macht. Fazit: Kaufen!

Anspieltipps: Leaving, Rising Again und The Final Hour
Jürgen F.
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