Sorcery – The Immaculate Sin

20.10.2026 - Death Metal - Xtreem Records - 45:43 Minuten

Was lesen meine Augen da? Sorcery haben neues Material? Ja, da muss man ja dabei sein – aber fangen wir von vorne an. Sorcery gründeten sich im Jahre 1987 und gehören somit mit zu den Gründungsvätern des schwedischen Death Metal. Alles nahm seinen Lauf. Die ersten Demos kamen heraus und nach dem Rehearsal-Tape folgte 1990 die Single Rivers Of The Dead. 1991 erschien das Debüt Bloodchilling Tales, welches heutzutage als Klassiker gilt.

Nun hätte man die Welt zusammen mit Entombed, Dismember und Konsorten erobern können, aber stattdessen sorgten zahlreiche Besetzungswechsel für Unruhe und schließlich 1997 zur Auflösung. Erst 2009 tauchten Sorcery wieder auf und machten mit zwei Originalmitgliedern weiter. Leider ist im Jahre 2010 der alte Bassist und Gitarrist Peter Hedman verstorben.

Es folgten dann die Alben Arrival At Six, Garden Of Bones und Necessary Excess Of Violence.

Sieben Jahre nach der letzten Mahlzeit nun das Album The Immaculate Sin zur Verköstigung.

Los geht die wilde Reise in die Vergangenheit mit dem Song Shadowborn.Man hat das Gefühl, dass man sich zwar in einem Zug in die Vergangenheit befindet, sich aber im Hier und Jetzt aufhält. Natürlich ist das Old School Schweden Death Metal, was denn sonst? Aber irgendwie klingt das aufgewärmt oder schon hundertmal vorgesetzt. Schwierig zu beschreiben, dafür müsst ihr eure Ohren schon selber aufstellen. Das ganze Umfeld, gerade die Gitarrenarbeit, ist sehr düster und dunkel gestaltet. Eine geile Produktion, wie ich finde, welche eben diesen typischen Schweden-Sound gut ins Licht stellt. Nach eben diesem düsteren Anfang bricht in Skandinavien die Hölle aus. Das Ding hat Bums und Wucht. Die Gitarren sägen und man ist immerhin in einem begrenzten Rahmen auf Abwechslung aus. Dieses gelingt ihnen natürlich auch. Immer wieder melodische Entgleisungen und ab dafür. Shadowborn kann man dann schön mitschreien, wenn man möchte. Der Song ist geil aufgebaut, mit fetten Riffs versehen und bereitet einfach nur Stimmung beim Zuhörer.

Und weiter, immer weiter. Diese Devise von der Torwartlegende Oliver Kahn kann man auch auf Sorcery anwenden. Diese Mischung aus aggressivem schwedischem Death Metal, melodischen Passagen und einfacher, purer Wildheit passt auch beim Song Set The World Ablaze. Das Teil ist nur dreckig und schön straight forward. Die Uftata bestimmt das Bewusstsein und bohrt sich tief in die Magengrube. Der melodische Refrainpart setzt sich sofort im Unterbewusstsein fest und auch der nachfolgende, beinahe groovige Part mit kleinem Basssolo am Ende bleibt in Erinnerung. Danach gibt es eben wieder die volle Breitseite und es geht wieder von vorne los und am Ende noch einmal der Refrain Set The World Ablaze. Weiter, immer weiter eben, so, wie es der Olli gesagt hat.

Man bleibt sich und der damaligen Szene treu. Es gab schon immer diese atmosphärischen, aber tragenden Momente und auch diese haben die Burschen natürlich am Start, wie z. B. beim Song Stand As One Or Fall Divided. Auch so ein Brett, gerade im rifftechnischen Sektor. Und eben diese atmosphärischenS equenzen, die brutal klingen.

Und natürlich muss man sagen, dass die Gesangsleistung von Ola Malmström absolute Weltklasse darstellt. War zwar klar, aber zu erwähnen ist es natürlich.

Was soll man sagen, das Ding knallt, auch wegen der recht hohen Abwechslung und immer wieder diesen genialen Parts. Man höre sich mal das melodische Riffing beim Song Flood an. Einfach nur lecker.

Das Album endet mit dem Song Die In Retribution und schon das erste, melodische Riff holt mich total ab. Danach geht es zügig ins Uptempo der alten Jahre und das Ganze klingt eben schwedisch, aber nicht zu sehr altbacken. Macht einfach nur Laune. Die Gitarre heult kurz auf und weiter geht es im Uftata‑Tempo. Ja, danke, da bin ich dabei, die Rhythmus- und Tempowechsel machen einfach nur Laune. Das Anfangsriff darf noch einmal zu Recht und stellt so eine Art Refrainpart dar. Dann schleppt man sich ein wenig und klingt atmosphärisch. Nur kurz, aber nicht zu kurz. Weiter geht die schnelle Reise. Danke, Leute, genau das Richtige für die Ohren des alten Mannes hier am Empfangsgerät. Und wieder zurück in den melodischen Part mit verschlepptem Tempo am Ende und atmosphärischen Gefühlen, welche absolut bedrohlich klingen. Langsam und furchteinflößend agiert man weiter bis zum Ende. Ich muss sagen, diese fünf Minuten habe ich genossen, so wie das ganze Album.

Hier geht es für weitere Informationen zu Sorcery – The Immaculate Sin in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Sorcery – The Immaculate Sin
Fazit zu The Immaculate Sin
Diese schwedische Legende – und so muss man als Death-Metal-Fan die Formation Sorcery (1986 gegründet) rund um die Originalmitglieder Ola Malmström und Paul Johansson nennen – liefert sieben Jahre nach ihrem vierten Album Nummer fünf und überzeugt auf ganzer Linie. Schwedischer Death Metal der alten Schule, der nicht wie aufgewärmtes Essen schmeckt, sondern nach einem guten Fünf-Sterne-Menü. Das Ding hat Energie, ist absolut aufgeladen und die fünf klingen unbarmherzig und vor allem hungrig. Hungrig nach Death Metal. Schnell und teilweise melodisch. In diesem Korsett bewegen sie sich frei und klingen aufgrund der Tempo- und Rhythmuswechsel total abwechslungsreich. Von vorne bis hinten klingt man düster, schmutzig und aggressiv. Swedish Death Metal at its best! Buy or Die! Hoffen wir mal nur, dass es nicht wieder sieben Jahre dauert, bis die Elche wieder röhren.

Anspieltipps: Flood und Die In Retribution
Michael E.
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