Die Hannoveraner Bolt-Thrower-Tribute-Band Spearhead wagt einen interessanten und mutigen Schritt: Die fünf veröffentlichen eine EP mit einem eigenen Track!
Dabei sind von den insgesamt vier Stücken drei Cover, die man als gestandener Bolt-Thrower-Fan definitiv kennt: When Glory Beckons, When Cannons Fade und War Master sind neben dem eigenen Track Into The Killing Field mit an Bord.
Bevor wir uns aber mit dem Herzstück beschäftigen, arbeiten wir erst mal die Cover ab. Das wird nämlich einfach: Der Sound ist stimmig, was man beim Soundlodge Studio von Jörg Uken auch nicht anders kennt. Außerdem ist es schön, die alten Kamellen im neuen Gewand zu hören. Auch wenn mir persönlich ein anderer älterer Song statt When Cannons Fade besser gefallen hätte, da hier im Original schon alles perfekt war.
Aber gut, dafür sticht War Master umso positiver hervor. Insgesamt sind die drei Tracks eine homogene Mischung und es lohnt sich, hier ein Ohr draufzuwerfen.
Besonders hervorheben möchte ich aber noch, dass es die Jungs geschafft haben, sowohl tight zu spielen als auch den Groove zu treffen. Und genau DAS ist ja die Kunst bei Bolt Thrower.
Der eigene Song
Jetzt wird es aber etwas kompliziert, denn natürlich stellt sich die Frage: „Warum macht man das als Tribute-Band?“ Den Stil von Bolt Thrower wird man schließlich nie zu 100 Prozent treffen und so wird es natürlich immer eine eigene Interpretation bleiben. Und das hört man.
Die einzelnen Parts erinnern seeeehr stark an die Vorlage, Johannes trifft mit seiner Phrasierung den Stil von Karl Willetts sehr gut und je häufiger ich den Track höre, desto besser gefällt er mir.
Anfangs empfand ich ihn hier und da vielleicht als etwas sperrig und abrupt, was das Riffing angeht. Doch das hat sich mittlerweile gelegt und der Song geht echt gut ins Ohr.
Noch fehlt allerdings ein bisschen von der musikalischen Artillerie, die den Song wirklich zu einem Bolt-Thrower-Song machen würde.
Aber muss es das am Ende überhaupt sein? Ein Bolt-Thrower-Song? Tatsächlich habe ich mich lange mit dieser Frage beschäftigt und denke mittlerweile eher, dass es ein mutiger Schritt ist, ein eigenes Lied unter dem Banner Bolt Thrower aufzunehmen und zu veröffentlichen. Eigentlich kann man dabei nur verlieren.
Doch die Jungs haben abgeliefert – und das will ich an dieser Stelle auch genau so herausstellen.
Gesamtbild
Nicht nur musikalisch haben Spearhead gezeigt, dass sie den Panzerdampf geatmet haben. So stammt das Artwork von Peter Archer, der auch schon für die ikonische Platte Mercenary zuständig war. Insgesamt ist die EP also ein absolut rundes Ding und gerade die Details, machen das Konzept spannend.
Hier gibt es weitere Informationen zu Spearhead – Into The Killing Field in unserem Time-For-Metal-Release-Kalender.



