Wenn sich High Roller Records eine Band aus Spanien mit dem dritten Album greift, dann lohnt es sich auf jeden Fall, sich genauer mit der Truppe zu befassen. Streamer kommen aus Katalonien und sind seit 2013 aktiv. Wer sich noch an Savaged erinnert, die zum Beispiel auf dem Headbangers Open Air waren, ist auf dem richtigen Weg. Mit Bassist Cristian Blade und Gitarrist Anhell0ty sind gleich zwei aktive Savaged-Bandmember auch bei Streamer aktiv. Die Künstlernamen sind speziell. Der Sänger nennt sich zum Beispiel Adri „Motherfuckers“ und die dritte Platte von Streamer Into The Void.
Into The Void ist die wegweisende dritte Platte von Streamer
Es geht bei Streamer wie auch bei Savaged um klassisches Material. Die Vorbilder sind die üblichen Verdächtigen aus den 80ern, wobei Streamer gerne mit einer dunklen Attitüde agieren. Nach dem Intro ertönt The Day That Barchinona Died, das anfänglich einen unorthodoxen, kantigen Eindruck hinterlässt. Spätestens mit dem einsetzenden Gesang sind wir im Fahrwasser des Diamantenkönigs aus Dänemark in Kombination mit der Schule von Rob Halford. No Turning Back klingt schon vom Titel her nach Verdammnis. Genauso kommt das Ding aus den Boxen, wobei sich zur Düsternis noch eine ordentliche Portion Old-School-Sound gesellt.
Wem das bisher zu viel Düsternis war, erhält mit Never Said Goodbye einen klassischen Metaller, der nicht vor Fröhlichkeit platzt, aber mit Refrain und Strophe zum Headbangen einlädt. Ob das gradlinige Falling Again, Rock All Around oder Insane World: Streamer erfinden keine neuen Räder. Ganz im Gegenteil, old school klingen ist der primäre Ansatz. Wobei auch old school an der einen oder anderen Ecke die Saitenarbeit weniger rudimentär klingen könnte. Der mehrstimmige Gesang zum Refrain wirkt dadurch aufgesetzt und Rock All Around wie auch Insane World insgesamt etwas holprig.
Nach dem speedigen Wanted Head geht es zum Finale mit Liar’s End und dem Titeltrack Into The Void. Was beim Vorgänger gelingt, geht bei Liar’s End schief. Die Gradlinigkeit des Vorgängers ist verloren und die Hörerschaft bekommt einen dunklen Cocktail auf die Ohren, der zum Finale wieder Tempo aufnimmt, aber wie bereits einige andere Tracks auf der Platte unrund wirkt. Der Titeltrack versucht sich wie sein Vorgänger an komplexeren Songstrukturen, die etwas besser zur Geltung kommen als bei anderen Titeln, aber den Gesamteindruck der LP nicht entscheidend verbessern.
Hier geht es für weitere Informationen zu Streamer – Into The Void in unserem Time For Metal Release-Kalender.



