Fahrdorf Open Air vom 25.06. bis 27.06.2026 in Fahrdorf bei Schleswig

Die hochwertigste Gartenparty Schleswig-Holsteins

Event: Fahrdorf Open Air 2026

Bands: The Impossible Rochen, Rhodo, Iron Angel Legacy, Metal Worx, NördLust, Anarchy Zone, Fatal Fire, IronBite, Behind Your Fear, Tri State Corner, Red To Grey, Warrant, Aeonblack, Todsünde, Claudia Kurver, Red Raven, Hell In The Skys, Dead Born Vision

Ort: Festivalgelände Sümrade 3, 24857 Fahrdorf bei Schleswig, Schleswig-Holstein, Deutschland

Datum: 25.06.2025 – 27.06.2026

Kosten: Kostenbeitrag 140,00 € Euro inklusive Bier, Wein, Softgetränke, Camping

Zuschauer: 230 (Ausverkauft)

Genre: Rock und Metal in vielen Facetten

Veranstalter: Rolf Sörensen

Link: https://www.fahrdorf-openair.de/

Ein weiteres Festival-Highlight im beschaulichen Schleswig-Holstein. Direkt an der Schlei im kleinen Fahrdorf, nur wenige Kilometer von Schleswig entfernt, hat sich das Fahrdorf Open Air längst einen hervorragenden Ruf erspielt. Für viele Fans und Bands gilt das Festival mittlerweile als echtes „Must Play“.

Seinen Ursprung nahm das Event im Jahr 2021 während der Pandemie. Gastgeber Rolf Sörensen lud damals einige Bands zu einer privaten Gartenparty ein. Aus dieser Idee entwickelte sich bereits im darauffolgenden Jahr ein exklusives Privatfestival. Wer teilnehmen möchte, benötigt bis heute einen persönlichen Platz auf der Gästeliste des Veranstalters. Statt eines klassischen Eintrittspreises wird eine Getränkepauschale erhoben, in der Bier, Wein, alkoholfreie Getränke sowie eine Campingmöglichkeit bereits enthalten sind.

Mit viel Engagement entstand gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern auf dem Grundstück und einem angrenzenden Firmengelände eine liebevoll gestaltete Festivalfläche mit besonderem Charme. Die Campingbereiche befinden sich auf zwei Wiesen eines direkt benachbarten Pferdehofs.

Etwaige Überschüsse des Festivals fließen in soziale Projekte der Gemeinde, darunter sind die Feuerwehr, der Kindergarten oder regionale Hilfsfonds für Familien in Not.

Auch organisatorisch bleibt kaum ein Wunsch offen. Ein schmackhaftes Imbissangebot inklusive vegetarischer Speisen, ein separater Backstagebereich für die Bands, ausreichend Sitzgelegenheiten, kurze Wege sowie eine jederzeit freundliche Crew sorgen für eine familiäre Atmosphäre. Selbst Festivalbändchen und ein eigener Merchandising-Stand mit Shirts gehören selbstverständlich dazu. Zur Müllvermeidung bekommt jeder mit dem Einlassbändchen einen Festival-Trinkbecher, der dann bei Abholung eines Getränks umgetauscht wird. Auch die Bands erhalten ausreichend Raum, sich und ihre Musik zu präsentieren. Besonders macht das Fahrdorf Open Air vor allem die Nähe zwischen Publikum und Künstlern. Die Bands feiern gemeinsam mit den Gästen und sind während des gesamten Festivals auf dem Gelände präsent.

Da viele Bands nicht bei setlist.fm vertreten sind, können sämtliche Setlisten dank der tatkräftigen Unterstützung der Stage-Crew am Ende des Berichts vollständig eingesehen werden.

Donnerstag, 25.06.2026

Eigentlich Warm-Up und Frühanreisetag, ist der Campingbereich schon richtig gut voll. Ich persönlich freue mich auf die Band, die gegen 18:00 Uhr das Festival eröffnet.

The Impossible Rochen 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

The Impossible Rochen ist eine dreiköpfige Newcomer-Band aus dem Raum Rendsburg/Kiel, die einen explosiven Mix aus Hard Rock, Heavy Metal, Stoner Blues und Doomcore spielt. Das Trio verbindet raue Gitarren, melancholische Melodien und eine angenehm unberechenbare Live-Energie zu einem eigenen Sound. Ihre Songs sind instrumental, zwei der drei Jungs auf der Bühne spielen auch noch Powermetal bei Powerhead. Dadurch wirkt das Zusammenspiel perfekt und sie präsentieren sich dabei als hungrige Liveband mit Ecken, Kanten und hörbarer Leidenschaft. Genau das macht den Auftritt so sympathisch.

Rhodo 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Gegen 19:30 Uhr dann der zweite Akt des Abends. Rhodo liefern bei ihrer Show genau das ab, was man von einer Band erwartet, die sich selbst dem „Dirt Rock“ verschrieben hat: ehrlichen, schnörkellosen Rock ’n’ Roll mit ordentlich Druck. Die Hamburger Formation entstand Ende 2022 aus fünf erfahrenen Musikern der norddeutschen Rock- und Metalszene rund um Sänger und Bassist Sören Meyer, vielen noch von Warpath bekannt. Heute gehören noch Christian Garagatti (Schlagzeug) und Gitarrist Torben Freitag zur Besetzung, der extra seinen Besuch beim Copenhell unterbrochen hat, um heute hier aufzutreten.

Live wirkt die Band angenehm roh und ungekünstelt. Zwischen Motörhead-Attitüde, klassischem Hard Rock und einer Portion Kneipencharme entwickelt sich schnell eine intensive Atmosphäre. Besonders die direkte Bühnenpräsenz und die sichtbare Spielfreude machen den Auftritt stark.

Rhodo stehen noch vergleichsweise am Anfang ihrer Geschichte, wirken aber bereits wie eine eingespielte Rockmaschine. Erst am 16. Januar 2026 stellten sie ihr Debütalbum …On The Road mit einer großen Release-Show in der Hamburger Markthalle vor.

Iron Angel Legacy 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Mit Spannung erwarten viele den Auftritt von Iron Angel Legacy. Die Band zeigt bei ihrer Show eindrucksvoll, dass deutscher Speed Metal auch nach schweren Verlusten weiterlebt. Das Projekt um Ex-Iron-Angel-Gitarrist Mitsch Meyer versteht sich nicht als bloße Tribute-Band, sondern als würdige Fortsetzung einer der wichtigsten Underground-Institutionen der 80er-Jahre.

Nach dem Tod von Sänger Dirk Schröder 2025 führen Meyer und seine Band den Geist von Iron Angel mit viel Herzblut weiter. Klassiker wie Songs vom legendären Debüt Hellish Crossfire wirken live roh, schnell und voller Energie. Genau so, wie man es von einer der frühen deutschen Speed-Metal-Bands erwartet. Die Live-Besetzung der Band besteht aktuell aus Dirk Meyer (Gesang), Mitsch Meyer (Gitarre), Rob Altenbach (Gitarre), Nik (Bass) sowie Max Behr am Schlagzeug.

Iron Angel Legacy kombiniert nostalgische 80er-Riffs mit moderner Live-Wucht und schafft eine Atmosphäre zwischen Erinnerung und Neuanfang. Sie beweisen dabei eindrucksvoll, dass manche Legenden nie sterben. Sie werden nur einfach lauter. Ihr kommendes Video wurde im Übrigen hier auf dem Gelände aufgenommen. Mehr darf ich nicht verraten.

Metal Worx 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Den Abschluss des Abends gestaltet die Band des Gastgebers. Metal Worx ist die derzeitige Hauptband des Veranstalters Rollo Sörensen. Bevor es jedoch so weit ist, empfängt Rollo hohen Besuch. Eine Spendenbox für den Förderverein Hanse-Tour Sonnenschein füllt sich in kürzester Zeit und wird an Schirmherrn Claus Ruhe Madsen (Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in der schleswig-holsteinischen Landesregierung) übergeben. „Ein riesiges Dankeschön an alle, die gespendet haben. Mit jedem Euro schenkt ihr krebs- und chronisch kranken Kindern sowie ihren Familien Hoffnung, Unterstützung und ein Lächeln.“ – Der Aussage von Rollo schließe ich mich uneingeschränkt an.

Mit Metal Worx ist seit 2023 eine „All-Star-Band“ versammelt, die sich in hervorragender Weise der Heavy-Metal- und Hardrock-Legenden der 80er und 90er angenommen hat. Die Band besteht derzeit aus Paddy am Mikrofon (Exaltyca, Ex-Showdown Live, Ex-Beaver Patrol), Günny an der Gitarre (Kneipenterroristen), Rollo ebenfalls an der Gitarre (Ex-D.I.R.T., NördLust), Alex am Bass (Ex-Powerslave, Ex-Rapid Angel) sowie Schrotti an den Drums (Ex-Ultra Vane, Ex-Nö Class). Die Band bietet ein breites Sortiment aus klassischen Coversongs der 70er, 80er und 90er-Rockhymnen, die zum kräftigen Headbangen einladen. Leider müssen sie ihre Setliste drastisch kürzen. Die Auflagen für das Festival lassen heute nur Spielzeiten bis 23 Uhr zu.

Freitag, 26.06.2026

NördLust 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Abends der Letzte, mittags der Erste. Zack, schon steht Gastgeber Rollo Sörensen wieder auf der Bühne. NördLust ist Deutschrock mit Bier, Haltung und norddeutschem Humor. Der perfekte Einstieg in den Tag. Sie liefern genau das ab, was ihre Songs versprechen: ehrlichen Deutschrock zwischen Party, Selbstironie und klaren Ansagen. Die Band entstand ursprünglich aus einem KI-Projekt von Grobi (Erhardt Eiermann), entwickelte sich aber schnell zu einer echten Liveband mit erfahrenen Musikern aus der norddeutschen Rock- und Metalszene. Mit Sänger Dirk (u. a. Iron Angel Legacy), Gitarrist Rollo, Sven am Bass, Bo am Schlagzeug und Thorsten an den Keyboards wirkt die Formation trotz ihrer noch jungen Geschichte erstaunlich eingespielt. Songs wie Mein Lieblingstier Ist Der Zapfhahn oder Meine Nachbarn Hören NördLust (Ob Sie Wollen Oder Nicht) sorgen sofort für Mitsingstimmung und erhobene Bierbecher.

Anarchy Zone 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Es ist erst 15:30 Uhr, aber die bundesweite Hitze macht schon jetzt auch hier vielen zu schaffen. Vor der Bühne wird von der Crew provisorisch ein riesiges Tarnnetz gespannt. In der glühenden Sonne stellt sich niemand vor die Bühne, so ist es deutlich erträglicher. Zu dem Glutofen von 38 Grad heizen Anarchy Zone aus Dänemark mit einem Thrash-Angriff als Nächstes zusätzlich ein.

Anarchy Zone zeigen bei ihrer Show eindrucksvoll, dass klassischer Bay-Area-Thrash auch 2026 noch brandgefährlich klingt. Die junge Band aus Aarhus verbindet rasende Riffs, melodische Leads und rohe Oldschool-Energie zu einem Sound, der klar von Exodus, Testament und Death Angel geprägt ist.

Mit ihrem Debütalbum Satan’s Island von 2024 erspielte sich das Quartett schnell Aufmerksamkeit in der europäischen Underground-Szene. Live präsentiert sich die Band eingespielt, aggressiv und voller Spielfreude. Besonders die schnellen Drums und die markanten Gitarrenläufe sorgen permanent für Bewegung vor der Bühne. Die Dänen liefern modernen Thrash mit Herzblut, Tempo und ehrlicher Underground-Attitüde.

Fatal Fire 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Als dritte Band des Abends stehen Fatal Fire auf der Bühne. Die Frankfurter Newcomer beweisen eindrucksvoll, warum sie aktuell zu den spannendsten Bands der deutschen Power-Metal-Szene zählen. Die 2020 gegründete Formation um Sängerin Svenja Rohmann verbindet klassischen Power Metal mit spürbaren Speed- und Thrash-Einflüssen und erzeugt damit einen druckvollen Oldschool-Sound voller Energie.

Gemeinsam mit den Gitarristen Tim Kremer und Valentyn Subotovic, Bassist Dennis Nerding sowie Drummer Till Felden präsentiert sich die Band live erstaunlich homogen. Besonders die zweistimmigen Leadgitarren und Svenjas kraftvolle Stimme sorgen permanent für Bewegung vor der Bühne. Songs ihres Debüts Arson wirken roh, schnell und hymnisch zugleich. Fatal Fire überzeugen mit ehrlicher Spielfreude, Leidenschaft und jener ungeschliffenen Energie, die echten Underground-Metal ausmacht. Sie machen sich hier heute viele neue Freunde.

IronBite 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Es ist 18 Uhr und die Hitze nimmt kein Ende. Auf der Bühne stehen IronBite aus dem Raum Jena. Die Jungs aus Sachsen-Anhalt und Thüringen verbreiten schon im Vorfeld gute Laune. Sie gehören derzeit zu den spannendsten Underground-Acts der deutschen Hard-’n’-Heavy-Szene. Seit der Gründung 2016 liefern Sänger Sebastian Sachse, Drummer Samuel Sachse, Bassist Niklas Litzrodt sowie die Gitarristen Lucas Schmidt und Danilo Licht einen energiegeladenen Mix aus Heavy Metal, Hard Rock und modernen Einflüssen.

Auf der Setliste stehen überwiegend Songs des aktuellen Albums The Great Escape, produziert von Alexander Dietz (Heaven Shall Burn) aus dem Jahr 2022. Die Jungs sorgen mit hymnischen Refrains und kraftvollen Riffs permanent für Bewegung und sind für viele die Entdeckung des Festivals.

Behind your Fear 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Die fünfte Band des Tages bringt ganz andere Töne mit. Behind Your Fear ist eine deutsche Gothic-Metal-Band aus dem saarländischen Püttlingen, deren Sound maßgeblich durch die markante Stimme der ehemaligen Flowing-Tears-Frontfrau Stefanie Duchêne geprägt ist. Die Band kombiniert fragile, intime Klavierparts mit massiven, düsteren Klangwänden aus dem Dark Rock und Gothic Metal. Das aktuelle Album Anthropocene (erschienen Ende 2022) dominiert den heutigen Auftritt. Die Band setzt sich aus erfahrenen Musikern verschiedener bekannter Metal-Formationen zusammen, kommt heute allerdings mit einem Ersatz am Schlagzeug nach Fahrdorf.

Vor allem Stefanies markante Stimme verleiht ihren Songs enorme Tiefe, während Gitarren und Keyboardflächen zwischen Härte und Melancholie pendeln. Dabei entwickelt sich eine außergewöhnliche Atmosphäre.

Tri State Corner 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Tri State Corner spielen seit 20 Jahren in der gleichen Besetzung ihren selbst ernannten „Bouzouki Rock“, der noch immer einzigartig in der europäischen Rockszene klingt. Die multikulturelle Formation aus Griechenland, Polen und Deutschland um Sänger und Darbuka-Spieler Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos, Bouzouki-Virtuose Janni Maniatopoulos sowie Gitarrist Christoph „Brat“ Tkocz verbindet seit 2004 Hard Rock und Metal mit traditionellen griechischen Klängen.

Live entwickelt die Band eine intensive Mischung aus schweren Gitarrenriffs, orientalischer Atmosphäre und hymnischen Refrains. Besonders Songs des aktuellen Albums Stereotype wirken druckvoll und emotional zugleich.

Red to Grey 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Nach dem Headliner ist vor dem Headliner, jedenfalls beim Fahrdorf Open Air. Hier gibt es diese Rangordnung nicht. Es ist bereits 21:30 Uhr und zwei Bands kommen noch. Als Nächstes steht Red To Gray auf der Bühne.

Die Female Fronted Metalband liefert einen intensiven Mix aus klassischem Bay-Area-Thrash und melodischem Power Metal. Die 1998 in München gegründete Band um Sängerin Gaby Weihmayer sowie die Gitarristen Tino Bergamo und Florian Botschek wirkt hungrig, präzise und angenehm ungeschliffen. Besonders die Songs des aktuellen Albums Balance Of Power entwickeln mit ihren schnellen Riffs, hymnischen Leads und aggressiven Vocals enorme Dynamik. Die Fans vor der Bühne hat es gefreut.

Warrant 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Als letzte Band des Abends stehen wieder Legenden auf der Bühne. Warrant liefern keinen nostalgischen Retro-Gig, sondern eine kompromisslose Speed-Metal-Attacke voller Energie und Präzision. Die 1983 in Düsseldorf gegründete Band um Sänger und Bassist Jörg Juraschek gehört zu den frühen deutschen Underground-Acts, die bereits Mitte der 80er mit EPs wie First Strike und dem Kultalbum The Enforcer den Grundstein für europäischen Speed Metal legten.

Gemeinsam mit den Gitarristen Michael Dietz und Adrian Eric Weiss sowie Drummer Marius Lamm präsentiert sich die aktuelle Besetzung druckvoll und erstaunlich modern. Besonders Material des aktuellen Albums The Speed Of Metal wirkt schnell und hymnisch zugleich. Zumindest klingen sie nicht wie ein Relikt der Achtziger, sondern wie eine Band, die noch immer etwas zu sagen hat.

Kurz vor ein Uhr nachts geht ein ereignisreicher, ausgesprochen heißer Tag zu Ende.

Samstag, 29.06.2026

Festivalkapelle 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Punkt 13 Uhr mittags bin ich wieder auf dem Festivalgelände. Pünktlich zum Frühschoppen mit dem neuen Festival-Blasorchester, das sich aus sieben bestehenden Gruppen zusammensetzt. Sie alle wollen es sich nicht nehmen lassen, sich für die Unterstützung zu bedanken. Ein Teil des Erlöses des Festivals floss vor zwei Jahren an die Jugendlichen des Haddebyer Blasorchesters, die damit eine neue Basstrommel für mehrere Tausend Euro anschaffen konnten. Sie unterhalten die schon zahlreich anwesenden Gäste mit einem Santiano-Medley genauso, wie mit Griechischem Wein oder Filmmusiken und anderen bekannten Klassikern.

Aeonblack 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Um 14:00 Uhr wird es dann wieder laut. Aeonblack beweisen, dass klassischer Heavy Metal auch ohne nostalgischen Staub funktionieren kann. Die Formation aus Lörrach in Österreich verbindet seit ihrer Entstehung aus der Band Groggy Elks traditionellen Achtziger-Metal mit moderner Härte und einer angenehm rauen Live-Energie.

Vor allem Sänger Holger Berger sowie die Gitarristen Andreas „Floyd“ Schubert und Ferdinand Panknin sorgen für einen druckvollen Sound zwischen Judas Priest, frühem Power Metal und NWOBHM-Einflüssen. Besonders Material des letzten Albums The Time Will Come aus dem Februar 2021 entwickelt enorme Dynamik. Hymnische Refrains treffen auf aggressive Riffs und treibende Drums.

Todsünde 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Unwetter sind angesagt, es bezieht sich. Als Vorsichtsmaßnahme vor Sturmböen werden das schattenspendende Netz und alle Bauzaunbanner entfernt. Dem Wind soll keine Angriffsfläche geboten werden. Unterdessen geht es auf der Bühne turbulent weiter. Ein weiterer „Headliner“ kündigt sich an. Die Groovecore-/Metal-Band Todsünde aus Dormagen besteht aktuell aus den Mitgliedern Erik Kremer (Gesang), Colin Hahn (Gitarre), Andy Kuznik (Bass) sowie Martin Stein am Schlagzeug. Die Band ist Wiederholungstäter, denn sie war bereits vor zwei Jahren schon einmal hier.

Todsünde verwandeln ihre Show in ein druckvolles Wechselbad aus Groove Metal, Neuer Deutscher Härte und kompromissloser Live-Energie. Die Band entstand 2016 zunächst unter dem Namen Ghost Basterds, entwickelte sich jedoch schnell von einer Coverformation zu einer eigenständigen Metal-Band mit dem markanten Sound und den painted Faces.

Vor allem Sänger Erik Kremer sowie Gitarrist Sascha Bordelius prägen den Auftritt. Songs der aktuellen Alben Geistesgift und Herzjagd verbinden harten Groove mit eingängigen Refrains und düsterer Atmosphäre. Sänger Kremer weist natürlich auch darauf hin, dass man sich am 9. Januar in der Nähe wiedersehen kann. Dann ist er mit seiner Soloshow in Lübeck zu sehen.

Claudia Kurver 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Es geht heute Schlag auf Schlag. Ein weiteres Highlight kündigt sich an. Es wird grell auf der Bühne. Claudia Kurver kommt aus dem Schlager und hinterlegt ihre Texte mittlerweile mit Metal. So gesellt sich eine Portion Rosa zu den ganzen schwarzen Kleidungsstücken. Die Leipziger Formation schafft den Merch-Rekord und kleidet gefühlt das halbe Publikum neu ein.

Im Sommer 2021 begann Claudia Kurver ihre Solo-Karriere mit der Gründung ihrer gleichnamigen Band. Neben Claudia am Gesang, gehören Marco „Fox“ Grünwald (ehem. Mental Defect), Daniel Korzin an der Leadgitarre (ebenfalls ehem. Mental Defect), Jan David an der Rhythmusgitarre und Tom Zwinzscher an den Drums zur Band.

Ihre Show ist eine intensive Mischung aus modernem Hard Rock, Alternative-Metal und eingängigen deutschen Texten. Sie setzen bewusst auf große Melodien, schwere Gitarren und eine Bühnenpräsenz, die gleichzeitig kraftvoll und nahbar wirkt. Besonders Songs des Debütalbums Leichtmetall entwickeln eine enorme Dynamik zwischen Stadionrock und moderner Metal-Kante. Die mit dem Deutschen Rock & Pop Preis ausgezeichnete Band klingt dabei weder geschniegelt noch kalkuliert, sondern emotional, direkt und voller Energie. Claudia Kurver liefert keinen gewöhnlichen Deutschrock-Gig, sondern eine leidenschaftliche Rockshow mit Haltung, Härte und überraschend viel Gefühl. Nach dem Konzert stürmt sie direkt runter von der Bühne und stellt sich mit vollem Outfit unter die Außendusche im Sanitärbereich. Einziger „Fehltritt“ ist ihre Konfettikanone zum Abschluss des Konzerts. In der Umbaupause saugt Veranstalter Rollo mit einem Industriesauger den Rasen ab und etliche Fans helfen ihm. Die Papierschnipsel drohen auf die Pferdekoppel geweht zu werden.

Red Raven 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Die Epic-Melodic-Metal-Band Red Raven aus Bexbach im Saarland hat sich für ihr drittes Album neu formiert. Zur festen Besetzung gehören derzeit Martin Herrmann (Gesang), Patrick Fey (Gitarre & Gesang), Florian Kochems (Gitarre), Martin Reichhart (Bass & Gesang) sowie Sebastian Berg am Schlagzeug.

Die Combo beweist live auf der Bühne echtes Ohrwurm-Potenzial. Mit ihrem druckvollen Mix aus traditionellem Heavy Rock im Geiste von Black Sabbath und der hymnischen Theatralik von Avantasia liefern die Jungs ein absolut mitreißendes Brett ab. Besonders die Performance überzeugt auf ganzer Linie. Die Riff-Fraktion baut eine massive, tiefer gestimmte Soundwand auf, während knackige Nackenbrecher wie Foolsland die Crowd im Pit sofort zum Rotieren bringen. Sänger Martin Herrmann fesselt das Publikum mit enormer Stimmgewalt und purer Emotion. Red Raven sind live eine absolute Bank für Fans von anspruchsvollem, melodischem Metal.

Hell in the Skys 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Der Himmel bezieht sich. Unwetter sind angekündigt. Auf der Bühne stehen Hell In The Skies. Die Band aus Eberswalde wurde 2017 gegründet und bezeichnet ihren markanten, düsteren Crossover-Stil als „Swamp Metal“, eine Mischung aus Heavy Metal, Stoner Rock und Doom Metal. Sie nennen sich Asmoday (Gesang), Solas (Gitarre), Garmr (Bass) und Baal (Schlagzeug). Ihr Debütalbum I erschien 2018, danach folgte 2024 als Vorbereitung auf ein neues Album die EP II. Schon beim Opener Fields Of Betrayal packt das Quartett einen unfassbar scharfen Groove aus, der an eine rohe, energiegeladene Kreuzung aus Black Sabbath und White Zombie erinnert. Sänger Asmoday zieht das Publikum mit seinem variantenreichen, rauen Organ direkt in die düsteren Abgründe der menschlichen Psyche. Dröhnende Rhythmen walzen unaufhaltsam über das Gelände, während hypnotische Riffs die Matte kreisen lassen. Hell In The Skies beweisen auf der Bühne ein grandioses Handwerk. Am Ende bleibt nur verschwitzte Begeisterung.

Versteigerung 2026 Fahrdorf; Foto: Norbert Czybulka

Entgegen des Programms sollten jetzt eigentlich die Schweizer von Dead Born Vision auf der Bühne stehen. Das Unwetter hat jedoch eingesetzt und es beginnt zu regnen. So geht es unter dem gesicherten Dach der Maschinenhalle mit der Verlosung und Versteigerung weiter. Die nächsten Minuten gehören aber erst einmal der Crew. Rollo Sörensen ruft das ganze Team zur Vorstellungsrunde vor die improvisierte Bühne. Danach werden gespendete Artikel wie drei signierte Gitarren, Becken, Poster, Crewshirts, Eintrittskarten und ein Staubsauger verlost und versteigert. Wieder kommen so 3.500 Euro für soziale Projekte in der Gemeinde zusammen. Als der Regen kurz nachlässt, haben die Schweizer leider keine Chance mehr auf einen Auftritt. Zum einen ist die Bühne überschwemmt und zum anderen ist das von den Behörden genehmigte Zeitfenster erreicht. Schade, denn viele hatten sich auf die groovige „old-school“ Death- und Thrash-Metal-Band gefreut.

Festivalfazit

Ein für mich perfektes Festival. Typisch norddeutsch halt. Klein, sympathisch und bunt gemischt besetzt. Rock ’n‘ Roll, Rock, Hardrock, Instrumental, Female Fronted, Metal in verschiedenen Varianten – es ist eigentlich alles an Genres vertreten, was so Spaß machen kann. Kennt man etwas nicht, lässt man sich einfach von den Bands abholen und entdeckt für sich etwas Neues. Kurze Wege lassen einen auch mal schnell zwischendurch entspannen. Aufgrund der Flatrate und der unbändigen Hitze befürchtete ich viele „Schnapsleichen“, aber genau das Gegenteil war der Fall. Wie beim Rock und Metal so üblich, blieben alle umsichtig und gut gelaunt. Ein hervorragend friedliches Drei-Tage-Festival mit tollen Bands, die man nicht jeden Tag sieht, gehört mal wieder in das Buch der Geschichte.

Setlisten:

  1. Down Of …
  2. Crossbow
  3. Dead Sabbath
  4. A Walk Through The Woods
  5. Devil Or Satan
  6. Mrs. Watschke
  7. Paralyzed
  8. Red Light Zombie
  9. The Asteroid´s Journey

  1. 3000 Miles
  2. Deaf To Your Own Thoughts
  3. Rhodo On The Road
  4. Bad Moon
  5. Sidewalk Lovin
  6. Backstage Dynamite
  7. Karen
  8. Another Whiskey#Hot Lips
  9. Miraculous Life

  1. Metalstorm
  2. Sinner 666
  3. Legions Of Evil
  4. The Metallian
  5. Fight For Your Life
  6. Son Of A Bitch
  7. Stronger Than Steel
  8. Hell And Back
  9. Writings On The Wall
  10. Purist Of Sin
  11. Ministry Of Metal
  12. Heavy Metal Soldiers

  1. Solid Ball Of Rock
  2. Living After Midnight
  3. Highway To Hell
  4. Metal Gods
  5. Balls To The Wall
  6. Run To The Hills
  7. I Want Out
  8. Breaking The Law
  9. Back To Back
  10. Heavy Metal Never Dies
  11. Anytime Anywhere
  12. Princess Of The Dawn
  13. Ace Of Spades

  1. Einfach Mal Die Fresse Halten
  2. Holla, Die Gewaltfee
  3. Mein Lieblingstier Ist Der Zapfhahn
  4. Böser Alter Mann
  5. Teufel
  6. Komm‘ Nackt Und Bring‘ Bier Mit
  7. Einen Scheiß Muss Ich
  8. Meine Nachbarn Hören NördLust (Ob Sie Wollen Oder Nicht)
  9. Schrei‘ Wenn Du Kommst, Die Klingel Ist Kaputt
  10. Jungs Aus Dem Norden
  11. Brüder
  12. Schleswig-Holstein Lied

  1. Drain The Swamp
  2. Bonecrusher
  3. Death Do You
  4. Anarchy Zone
  5. Chainsawwwww
  6. Shot Point
  7. Hords Of Kød
  8. Satan’s Island

  1. Mind Maze
  2. Magma
  3. Sea Of Damnation
  4. Ashes Remain
  5. Tyrants Crown
  6. Kingslayer
  7. Mystic Knights
  8. Ardent Wave
  9. Destruction
  10. Forced
  11. Midnight Machine
  12. Speedy

  1. Under Attack
  2. Demons
  3. The Bite
  4. Storm Before The Dawn
  5. Black Flag
  6. Total Eclipse
  7. Young Gunz
  8. Machine Hearts
  9. Rockin In The Free World
  10. Supernova

  1. Shattered Mirrors
  2. New Ways
  3. One Day
  4. The Mask
  5. Bandaged Eyes
  6. Wintersun
  7. Little While
  8. Weakness
  9. Hollow
  10. Merlin

  1. Faster
  2. Nothing At All
  3. Free Prison
  4. Schemer
  5. Run Away
  6. My Own World
  7. Sudden Turn
  8. Morbid Fascination
  9. Hypocrisia
  10. Sooner Or Later
  11. Sleepless
  12. Kapia Stigmi
  13. Tomorrowland
  14. Daydreamer

  1. In The Darkest Corner
  2. Vanity And Pride
  3. We March
  4. Trigger Of Lies
  5. Object Of Observation
  6. Fight
  7. Free
  8. The Dead Walk
  9. Within Grey Rooms
  10. In Union We Stand

  1. Come And Get It
  2. Nuns Have No Fun
  3. Satan
  4. Falling Down
  5. Betrayer
  6. Bang That Head
  7. Scavenger’s Daughter
  8. Torture In The Tower
  9. Demons
  10. The Rack
  11. The Enforcer
  12. Ordeal Of Death

  1. Specter In Black
  2. Metal Bound
  3. Furios
  4. Land Of Immortals
  5. Warriors Call
  6. Aeonblack
  7. The Phantom Of Pain
  8. This Is
  9. The Time Will Come
  10. Treason

  1. Herzjagd
  2. Spreng Die Ketten
  3. Licht und Schatten
  4. Mensch Ärgere Dich Nicht
  5. Wir Spielen Gott
  6. Höllenbrut
  7. Skål mein Freund
  8. Mehr Schein Als Sein
  9. Mutter Natur
  10. Mein Herz Gehört Dir
  11. Störenfried
  12. Schutt Und Asche
  13. Das ist Zorn!

  1. Scheiß Egal
  2. Das Feuer In Dir
  3. Der Sturm Bricht Los
  4. Zerrissen
  5. Tanz Mit Mir Im Regen
  6. Lebenselexier
  7. Wo Ist Die Zeit
  8. It´s My Life
  9. Halt Stopp
  10. Du Bist Alles

  1. Collapse
  2. Dance With A Freak
  3. Imperfect
  4. When The Storm Is Over
  5. Planet Fear
  6. Foolsland
  7. Silent World Of Mine
  8. Bad To The Core
  9. Out Of Memory
  10. Running Out
  11. Unbreakable

  1. Riotous Uproar
  2. Ghosts Of Infinity
  3. Mental Asylum
  4. Vicious Scorn
  5. Fields Of Betrayal
  6. Blackened Sun
  7. Psalm DCLXVI
  8. Vlad III.
  9. Hell In The Skies

Das Konzert fand wegen des Unwetters nicht statt