Event: Last Rites European Tour 2026
Bands: Harlott, Struck A Nerve
Ort: Bambi Galore, HH-Billstedt
Zuschauer: zwischen 60 bis 80 Thrasher
Genre: Thrash Metal
Links: Harlott, Struck A Nerve
Ein normaler Mittwochabend in Billstedt sieht wie folgt aus: 60 bis 80 Metalheads finden sich im Kellergewölbe des Bambi Galore ein, trinken Bier und lassen sich von zwei Thrash-Metal-Bands wüst anbrüllen. Klingt doch super! Oder? Auf jeden Fall ist dieser Abend ein sehr entspannter mit zwei sympathischen Bands, Harlott aus Melbourne und Struck A Nerve aus dem britischen Norwich, die Thrash Metal ebenso aus reiner Leidenschaft leben wie das Metalvolk vor der Bühne. Dementsprechend gibt es an diesem Abend keine Barrieren: Wir sind doch alle Thrashbanger!
Mittwochabende können so schön laut sein
Bei ausgelassener Stimmung im Bambi entern die vier Briten von Struck A Nerve die Bühne und legen nach einer kurzen Begrüßung auch sogleich los, ganz offenkundig den Nerv der Anwesenden zu treffen. Wie es sich für eine Thrash-Metal-Kapelle gehört, kommt ihre wüste Interpretation mit wildem Bangen, Posen, Grimassen und Appellen, gefälligst den Arsch im meist rasenden Beat tanzen zu lassen, ganz gut an. Gesagt, getan. Jedenfalls in den ersten beiden Reihen. Auf zwei Positionen in der dritten auch noch. Der Rest bangt, fisted und brüllt, was das Zeug hält.
Besonders der junge Geselle am Bass und Mikro tut sich mit allen Moves hervor, die ein Thrash-Fronter draufhaben muss. Volle Breitseite Feuer für schnellen, sehr schnellen Metal versprüht die gesamte Truppe eine gute Stunde lang. Dabei kommen Struck A Nerve mega sympathisch und immer auf Augenhöhe mit dem Publikum rüber. Da ist es auch ziemlich egal, dass ihr Thrash Metal nicht besonders originell ist, die Performance aber umso energiegeladener, die Songs explosiv und der Sound dementsprechend knackig. Klasse Liveband!
Down Under vs. UK – alle gewinnen
Nahezu dieselben Attribute, die dem Opener zuzuschreiben sind, können die Aussies Harlott für sich verbuchen. Volles Brett Thrash Metal knallen sie den Bambis vor den Latz. So und nicht anders hat Thrash Metal zu sein: kraftvoll, authentisch und verdammt schnell. Aber auch die Midtempo-Stampfer schlagen ein, wie die fliegenden Mähnen und wirbelnden Köpfe Zeugnis ablegen. Wie zuvor haben Band und Fans ganz offensichtlich einen mörderischen Spaß an aggressiver Mucke.
Bei Harlott ist es wiederum der Fronter, Gitarrist Andrew Hudson, der sich lebhaft um gute Stimmung auf allen Seiten der Bühne kümmert. Nachdem die ersten Crewshouts mit Basser Tom Richards etwas heiser ausfallen, weiß dieser sich aber zusammenzureißen und sich immer mehr reinzuhängen. Bis es ihm eine augenscheinliche Freude zu bringen scheint, den kaum zu überhörenden Konter-Part zu geben. Etwas über 75 Minuten lang lassen Harlott den Hammer im Bambi kreisen, bevor alle Parteien ein letztes gemeinsames Getränk genießen, um anschließend die Heim- bzw. Weiterreise anzutreten. Solch ein lautstarker Abend könnte durchaus zur Gewohnheit werden.















