Lugubrious Garment – In The Wide Vale Of Uncreated Night

16.10.2026 - Death Metal, Black Metal, Grindcore - 20 Buck Spin - 40:42 Minuten

Die Italiener von Lugubrious Garment sind noch recht frisch im Geschäft. Die Band wurde im Jahre 2025 gegründet und man haute gleich ein Demo heraus. Naja. Band ist dann vielleicht etwas zu viel gesagt, denn es ist eine Ein-Mann-Band. Der Mailänder GG zeichnet sich dafür verantwortlich. Der gute Mann ist sehr umtriebig und hat noch die Bands Cosmic Putrefaction, Hadit, Turris Eburnia, Vertebra Atlantis und The Clearing Path am Wickel. Warum auch nicht? Mit Lugubrious Garment haut er nun 2026 ein Full Length namens In The Wide Vale Of Uncreated Night heraus.

Ein Freund von kurzen Songnamen ist der gute Herr Gabriele Gramaglia definitiv nicht, obwohl man da natürlich auch schon wesentlich längere gelesen und gehört hat. …And Therein Plant, Unto Their Souls Asunder ist der Opener und klingt am Anfang ziemlich Black-Metal-lastig und wechselt nach circa einer Minute ins absolute Chaos, welches dann kontrolliert ausbricht und den Grindcore mit ins Spiel bringt. Dabei bleibt der Grundgedanke dunkel. Schon krass, zumal er ein echt wildes Gitarrenspiel ans Tageslicht fördert. Kleines Break, Gitarre vorweg, kurzes Gelächter und im Midtempo treibt man dann die Sau durch das Dorf. Kurze Death-Metal-Einlage, bevor man sich dann wieder dem blackigen Teil widmet. Nun werden sowohl das Tempo, als auch der Rhythmus gewechselt. Kurz hat man das Gefühl, hier geht alles mit rechten Dingen zu, aber dann bricht wieder ein Durcheinander aus und eine überraschende Wendung nimmt ihren Lauf. Allerdings muss man sagen, dass der Fluss nicht gestört wird. Nach dem Chaos muss ein schönes Gefühl her und so baut er einen harmonischen und atmosphärischen Part am Ende mit ein. Hm, ja, interessantes Ding. Auch nach dreimaligem Durchhören fällt es mir schwer, diesem Ding komplett zu folgen. Der Opener hinterlässt auf jeden Fall Spuren.

Mit deathmetallischem Riffing legt sich der Mastermind und Multiinstrumentalist GG bei Eulogy Of Deliberate Malevolence ordentlich ins Zeug. Wird mit grindigen Momenten kombiniert und kurzen, blackigen Klängen, um dann wieder anzugreifen. Das totale Ungewitter bricht dann aus. Sehr grindlastig und wild. Leider spielt der Sound hier ein wenig verrückt, aber ich hab ja nur eine MP3‑Promo. Egal, klingt schön sick und übel. Blackmetallisches Ungewitter setzt ein und so geht es hin und her, bis er dann ein Break heraushaut und diese typischen schwarzen Midtempo-Passagen aus dem Hut zaubert, so wie man diese aus Skandinavien kennt. So trollt er eine Zeit lang herum, bleibt aber natürlich abwechslungsreich. Ein beinahe schon nach Heavy Metal klingendes Solo wird eingebaut, aber nur, um dann kurze Zeit später wieder dem dunklen Pfad zu folgen, und dann ist auch schon Feierabend.

Schon ganz schön starker Tobak, was uns der italienische Musikliebhaber hier anbietet. Mir ist das an einigen Stellen dann doch zu viel an Kreativität, wenn es so etwas überhaupt gibt. Auch bei den nachfolgenden Stücken Profaned Fountain Of Leaden Waters (mit einem geilen, an Tankard erinnernden, Tanzriff versehen), Innocence As A Burden, Guilt As A Weapon (geiler Anfang und wildes Riffing), Transient Wounds, Spiritual Wilt und Eternal Scars And Imperative Backfires (ziemlich vertrackt) ist diese Mischung aus Black, Grindcore und Death Metal teilweise ziemlich verwirrend. Sicherlich keine Gute-Nacht-Geschichten zum Einschlafen. Allerdings sind immer wieder Passagen dabei, die nur geil sind. Sollte man sich Zeit für nehmen, um alles zu verstehen.

Der Rausschmeißer Eden Fades Like Blurred Nightmares bringt zu Beginn eine gewisse Dunkelheit auf das Tanzparkett. Langsam und bedrohlich schreitet er neunzig Sekunden vor sich hin und klingt sehr blackig. Die Vocals, die auch Black-Metal-lastig sind, setzen ein und im Midtempo frönt man nur weiterhin der schwarzen Kunst. Sicherlich nichts Neues, aber das Ganze klingt sehr beängstigend. Die tieferen Vocals gesellen sich dazu und so treibt er vorwärts und verfinstert das Universum. Atmosphärische Klänge und ein geiles melodisches Riff gesellen sich dazu. Im Hintergrund erklingt ein lieblicher Chor und ein beinahe schon Heavy-Metal-lastiges Riffing erhellt das Dasein. Das Tempo bleibt gediegen, hier wird Wert auf das Riffing gelegt. Ein sehr verspieltes Solo zeichnet sich ab. Dieser Part wird ziemlich ausgenutzt. Die tiefen Vocals setzen noch einmal ein und der fröhliche Teil wird kurz einmal wiederholt. Hm, ja, das hat absoluten Charme. Echt gute Riffs.

Hier geht es für weitere Informationen zu Lugubrious Garment – In The Wide Vale Of Uncreated Night in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Lugubrious Garment – In The Wide Vale Of Uncreated Night
Fazit zu In The Wide Vale Of Uncreated Night
Mastermind und Multiinstrumentalist Gabriele Gramaglia ist in der italienischen Szene aufgrund seiner vielen Projekte sicherlich kein Unbekannter mehr und genug bekommt er auch nicht. Also ein neues Projekt und alles alleine. Lugubrious Garment, so der Name dieses Projekts, konnte einen Deal mit 20 Buck Spin ergattern und ab geht die wilde Fahrt und das in wahrsten Sinne des Wortes, denn festlegen kann sich der gute Mann nicht und haut eine absolut sicke Mischung aus Black Metal, Death Metal und Grindcore heraus. Viele Rhythmus- und Tempowechsel stehen auf der Agenda, progressive Einschübe sind zu spüren und zu hören, teilweise Soli, die auch beim Heavy Metal passen würden, und ein Songwriting, welches man nicht beim ersten oder zweiten Mal Hören unbedingt nachvollziehen kann. Riffs, Leads und atmosphärische Parts werden in ein brutales Korsett gesteckt. Schockt absolut, auch wenn mir persönlich das an einigen Stellen zu chaotisch klingt. Aber überzeugt euch selber – es lohnt sich.

Anspieltipps: Innocence As A Burden, Guilt As A Weapon und Transient Wounds, Spiritual Wilt
Michael E.
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