Crystal Eyes – Thunder God

30.10.2026 – Power Metal, Heavy Metal – Massacre Records – 39:00 Minuten

Endlich was Neues von Hammerfall. Oder doch Helloween? Oder Gamma Ray? Diese Namen dürften reichlich Einfluss bei Crystal Eyes hinterlassen haben. Hammerfall fragen immer so schön ihre Fans, ob die Lust auf eine Rutsche deutschen Power Metal aus Schweden haben. Die gleiche Frage können Crystal Eyes mit ihrem neuen Album Thunder God stellen.

Thunder God und die Frage, ob es noch mehr deutscher Power Metal aus Schweden sein darf?

Wer nun denkt, dass mit Crystal Eyes eine Newcomer-Band ein Album auf den Markt wirft, der sollte einen Blick in die Historie der Truppe werfen. Unweit von Göteborg, genauer gesagt in Borås, sind Crystal Eyes beheimatet und haben zwischen 1999 und 2014 sieben Longplayer veröffentlicht. Dann wurde es ruhig um die Power-Metaller. 2019 folgte Starbourne Traveler und sieben weitere Jahre später jetzt Thunder God.

Bereits der Auftakt dürfte die Anhängerschaft von Hammerfall und Co. in Entzückung versetzen. Whirlwind Of Doom trieft vor Klischee, aber auch vor Melodie und Harmonie. Instrumental sind Crystal Eyes mit den bekannten Größen vergleichbar. Die Gitarrenläufe sind nicht von der Qualität eines Duos Oscar Dronjak und Pontus Nogren, aber auch nicht wirklich weit davon entfernt. Der Refrain liefert eine kleine Hommage an Manowar und Black Wind Fire And Steel. Zwischen Heavy Metal und Power Metal bewegen sich die Protagonisten zum Start.

Klischee pur sind die Songtitel, was im Power Metal aber nicht ungewöhnlich ist. We Came, We Saw, We Conquered bleibt etwas mehr im Heavy Metal mit einem Ohrwurm als Refrain, der die Warrior aufs Parket ruft und zum Fäuste recken einlädt.

Egal ob Kids Of Rock ’n‘ Roll, The Battle Will Be Won, Remembrance oder Follow The Storm: Crystal Eyes liefern ordentlich Kitsch, aber mit Melodie und ohne Keyboard-Overload. Wer unter Power Metal nicht die neuen Protagonisten, die entweder Kriegsgeschichten erzählen oder als Wolfsrudel auftreten, versteht, dürfte mit der geerdeten Musik von Crystal Eyes seinen Spaß haben.

Wer bei Metal Bound an Bloodbound von Hammerfall denkt, ist auf der richtigeren Fährte, die gleichnamige Band wäre falsch abgebogen. Vielleicht covern Hammerfall das Ding? Zumindest hat der Track alle Zutaten, die für einen ordentlichen Power-Metaller notwendig sind. Der Abschluss ist wörtlich gemeint. A Silent Farewell begleitet die Hörerschaft ruhig und akustisch zum Scheibenende und sorgt für einen gelungenen Farbtupfer.

Hier geht es für weitere Informationen zu Crystal Eyes – Thunder God in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Crystal Eyes – Thunder God
Fazit Thunder God
Crystal Eyes liefern eine Platte, die die vergangenen Outputs von Hammerfall in den Schatten stellt. Die Hitdichte auf Thunder God ist beeindruckend, sodass sich über knapp 40 Minuten Ohrwurm an Ohrwurm und Hit an Hit reiht. Die Truppe fügt ihrer unterschätzten Diskografie eine weitere starke Platte hinzu. Dabei verzichten die Protagonisten bewusst auf die Hochglanzproduktion und kommen im 90er-Jahre-Style aus den Boxen. Wer neue oder moderne Räder sucht, wird bei Crystal Eyes nicht fündig.

Wer unter einer Keyboard-Allergie leidet, aber auf Melodie und Eingängigkeit steht, kann bei Crystal Eyes bedenkenlos zugreifen. Wer generell auf 90er-Jahre-Power-Metal steht, dem sei die Diskografie der schwedischen Band ans Herz gelegt.

Anspieltipps: We Came, We Saw, We Conquered, Remembrance und Metal Bound
Jürgen F.
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