Crystal Throne – Chantry Of Sacrifice

02.10.2026 - Prog Metal - Self Release - 63:10 Minuten

Aus Frankreich, genauer gesagt aus Metz, kommen Crystal Throne, die im Oktober mit ihrem zweiten selbstproduzierten Album punkten wollen. Da ich bisher noch nicht so viel, um genauer zu sein, nichts von ihnen gehört habe, lasse ich mich einfach mal überraschen. Laut Beiblatt handelt es sich um ein Konzeptalbum, das im Jahr 5150 angesiedelt ist und sich um Hÿldr, eine Kriegsveteranin und Leiterin eines wissenschaftlichen Projekts, dreht. Nachdem die Erde auf mysteriöse Weise verschwunden ist und sie zum letzten Menschen im Universum geworden ist, erhält sie eine letzte Mission: Sie soll in die Vergangenheit reisen, die Ursache für das Verschwinden der Erde aufdecken und den Lauf der Geschichte verändern. Das alles wird musikalisch umgesetzt und orientiert sich an Queensrÿche, Symphony X oder auch Crimson Glory.

Longtracks prägen die Platte

Bis auf das Intro ist kein Song unter fünf Minuten. Meist sieben, acht oder auch neun Minuten lang wird die Geschichte der mutigen Kriegsveteranin erzählt. Dabei setzen die fünf Franzosen auf eine klassische Instrumentierung aus Gitarren, Rhythmussektion und Gesang und verzichten auf einen Keyboarder, der sicherlich ebenfalls gut gepasst hätte.

Sänger Terry Defire verleiht den Songs eine ordentliche Stimme, die ab und an auch mal an Geoff Tate erinnert. Ansonsten gibt es zur Geschichte passende Musik, die sehr starke progressive Elemente beinhaltet. Der Opener besteht eigentlich nur aus gesprochenen Parts, die futuristisch auf das Thema einstimmen sollen. Children Of The Ruins und Tides Of Ages folgen. Anleihen aus Speed- und Power-Metal vermischen sich mit progressiven Anteilen, wobei auf zweistimmige Gitarren gesetzt wird. Viel Melodie und wenig Gefrickel auf den Gitarren hinterlassen ein stimmiges Bild, das allerdings ab und an einfach zu lang gerät. Terry überzeugt an vielen Stellen durch seinen Stimmumfang und erinnert, wie bereits erwähnt, bisweilen an Geoff Tate. Dass es auch anders geht, zeigt sich in Walls Of Silent Mourn, eher einer Midtempo-Nummer mit melancholischen Zügen.

Gitarrist und Gründungsmitglied Max Waynn liefert beeindruckende Soli, wie auch in Antagonists, der eine weitere Besonderheit aufweist: eine weibliche Gaststimme. Der Titeltrack liefert erneut ausdrucksstarken Gesang von Terry und schön harmonierende Gitarren. Dazu gesellt sich eine stabile Rhythmusfraktion um Neudrummer Will Ram, der ebenfalls überzeugt. Der letzte Song ist gleichzeitig mit über neun Minuten der längste und zeigt noch einmal eindringlich die ganze Bandbreite der Band. Wer einen Eindruck bekommen möchte, sollte sich das Video ansehen.

Hier gibt es weitere Informationen zu Crystal ThroneChantry Of Sacrifice in unserem Time-For-Metal-Release-Kalender.

Crystal Throne – Chantry Of Sacrifice
Fazit zu Chantry Of Sacrifice
Zweites Album der französischen Band Crystal Throne. Die futuristische Geschichte wird musikalisch passend in Szene gesetzt. Ob das Konzept mit den langen Tracks auch live aufgeht, muss sich zeigen, aber in der Vergangenheit sollen die Franzosen das bereits bewiesen haben.
Musikalisch wird das Rad nicht neu erfunden, aber frisch und mit Spielfreude geht es durch die über 60 Minuten lange Scheibe. Mir bisweilen etwas zu lang, werden sicherlich vor allem Prog-Fans ihre Freude daran haben, auch wenn immer wieder Power-Metal- oder Speed-Metal-Anteile zu finden sind.
<br< Anspieltipps: keine und alle
Kay L.
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