Eventname: For The Heartless Vol. 11
Bands: Avalanche Effect, Eternalgods, End Of All Known, Our Burden To Prevail
Ort: Kulturort Alte Molkerei, Bocholt
Datum: 10.10.2026
Kosten: VVK 14 €, AK 17,00 €
Genre: Metalcore
Besucher: ca. 120 Besucher
Veranstalter: Kulturort Alte Molkerei (https://alte-molkerei.info/)
Link: https://alte-molkerei.info/event/for-the-heartless-vol-11
Es gibt Konzertreihen, die laufen ein paar Jahre und verschwinden wieder, und es gibt For The Heartless. Heute geht die Bocholter Reihe in ihre elfte Runde – und das in einem Haus, das in diesem Jahr selbst 25 Jahre alt wird: Der Kulturort Alte Molkerei öffnete am 11.05.2001 und bringt es inzwischen auf über 80 Veranstaltungen im Jahr, getragen von einem Verein, der die Räume damals größtenteils in Eigenarbeit hergerichtet hat. Einlass ist um 19 Uhr, der Beginn verschiebt sich um eine knappe Viertelstunde nach hinten und um 19:45 Uhr geht es los.

Den Anfang machen Eternalgods. Die Halle ist zu diesem Zeitpunkt etwa halb voll, zwischen den Reihen bleibt noch Platz. Für einen Opener ist der Sound bereits ordentlich, und die Band geht die Sache ohne Umschweife an. Beim Gitarristen gibt es kurz ein technisches Problem – einmal neu angesetzt, weiter im Programm. Solche Momente gehören zu einem Abend wie diesem dazu und niemand im Saal nimmt es der Band übel. Im Publikum fangen die ersten Tanzbereiten ohnehin schon früh mit Violent Dancing an.
End Of All Known übernehmen als zweite Band, und der Laden füllt sich weiter. Das Publikum bleibt zunächst etwas zurückhaltend, kommt aber zunehmend in Bewegung. Der Sound ist dabei erneut gut. Dann kommt der Moment, der genau zeigt, warum man diese Szene lieben muss. Von außen sieht Metal oft hart und brutal aus – tatsächlich passen hier alle aufeinander auf. Mitten im Song geht es einem Zuschauer gesundheitlich nicht gut. Der Sänger bricht sofort ab. Es gibt eine kurze Unterbrechung, bis sichergestellt ist, dass es dem Besucher wieder gutgeht. Erst dann wird ausgelassen weitergemacht und der Song von vorn begonnen. Das ist kein Detail am Rande, sondern der Grund, warum man in solche Abende geht und warum die Metalszene als besonders familiär wahrgenommen wird.

Im Anschluss die Lokalmatadore. Our Burden To Prevail kommen aus Bocholt und sind bei For The Heartless längst keine Unbekannten – schon bei Vol. 9 standen sie auf dieser Bühne. Die Jungs ballern von der ersten Sekunde an los, der Sound sitzt hervorragend, und spürbar mehr Bewegung kommt ins Publikum. Sänger Fabbe springt in die Menge. Gespielt wird heute Abend natürlich auch Alice, der neue Song, zu dem vor Kurzem auch das offizielle Video erschienen ist. Fabbe ist vor Kurzem zum zweiten Mal Vater geworden. Herzlichen Glückwunsch dazu – und Respekt dafür, dass zwischen Windeln und Nachtschichten trotzdem eine Show dieses Kalibers steht.
Als Headliner fungieren Avalanche Effect auf der Bühne, und das ist an diesem Abend mehr als ein gewöhnlicher Slot. Die Münsteraner nutzten Bocholt als offizielle Warm-up-Show für ihre erste eigene Headline-Tour, die Ende Oktober startet. Im Gepäck: das dritte Studioalbum Letters To My Future Self, erschienen im Mai dieses Jahres, dessen Release-Show im Café Sputnik in Münster restlos ausverkauft war.

Mit rund 120 Besuchern ist die Alte Molkerei gut gefüllt, und die Stimmung erreicht hier ihren Höhepunkt. Avalanche Effect haben sichtlich Spaß, die Meute in Bewegung zu setzen. Als Cover gibt es Join Me von HIM auf die Ohren. Eine Wahl, mit der an diesem Abend vermutlich niemand gerechnet hat und die genau deshalb funktioniert.
Vier Bands, ein voller Laden, ein Sound, der über den gesamten Abend trug, und eine Szene, die zusammenhält. For The Heartless ist nach elf Ausgaben genau das, was eine gute Konzertreihe sein soll: ein verlässlicher Abend für harte Musik, bei dem lokale Bands und überregionale Acts auf derselben Bühne stehen.
Wer Avalanche Effect auf der Tour sehen will, hat seit dem 29.10.2026 Gelegenheit dazu — die Band spielt unter anderem in Frankfurt, Hamburg, Köln, Hannover, Berlin, München und Bochum, mit No Bragging Rights als Special Guest.











































