Eine Platte wie aus einem Guss. Die Hamburger Doom-Metal-Band Fvneral Fvkk liefert mit Indecent Idols den Epic-Doom-Metal-Opus des Jahres 2026 (Review hier) und stellt die großen Namen in den Schatten. Wir fragten beim Gitarristen Decanus Obscaenus nach den Wurzeln der Band. Dazu gibt es einige persönliche Informationen zu seinen eigenen ersten musikalischen Gehversuchen.
Wer die Band live erleben möchte, hat dazu bei einem speziellen Event im Bambi Galore am 29.11.2026 die Möglichkeit. Fvneral Fvkk laden zum gemeinsamen Leichenschmaus mit Kaffee und Kuchen und anschließendem Release-Requiem in den beliebten Undergroundkeller nach Hamburg-Billstedt ein. Neben Fvneral Fvkk stehen noch High Warden und Ascian auf der Bühne. Tickets und Infos hier (Klick).
Wann hast du erstmalig ein Instrument in die Hand genommen und welches Instrument war das?
Für mich war es von Anfang an die E‑Gitarre. Da muss ich so 14 Jahre alt gewesen sein und habe in der Schule mit ein paar Gleichgesinnten angefangen, die erste Band zu gründen. Es hat aber Jahre gedauert, bis ich die ersten rudimentären Riffs spielen konnte. Internet gab es damals noch nicht.
Welche Platte hast du dir als Erstes selbst gekauft?
Ich erinnere mich noch gut daran, 1990 The Razors Edge von AC/DC gekauft zu haben.
Wann und wo war dein erstes Livekonzert als Zuschauer und wer stand auf der Bühne?
Schwer zu sagen, sicherlich gab es einige Schulkonzerte vorher, aber so richtig erinnern kann ich mich an Bodycount 1994 in Hamburg.
Wann und wo hast du erstmalig selbst auf der Bühne gestanden und ein Konzert/einige Songs gespielt?

An meinen ersten ernsthaften Gig kann ich mich auch noch gut erinnern. Es muss im Jahr 2000 gewesen sein. Damals habe ich mit meiner Band Aske bei einem sehr undergroundigen Black-Metal-Abend in der Nähe von Flensburg gespielt. Unser eigentlicher Drummer war kurz vorher ausgestiegen, also haben wir einen Bekannten gefragt, der ziemlich gut Schlagzeug spielen konnte, ob er einspringen würde. Er hat dann in nur zwei Proben alle Songs gelernt, inklusive unseres The-Trooper-Covers, und danach habe ich ihn nie wiedergesehen. Ich glaube, die Blastbeats waren nicht so ganz sein Ding, da er eigentlich eher aus dem Rockbereich kam – blasten konnte er allerdings wahnsinnig gut. Ich habe sogar noch eine Aufnahme von dem Gig auf meinem Kinder-Kassettenrekorder, den ich damals einfach neben das Mischpult gestellt hatte.
Welche Musiker:innen sind deine Vorbilder?
Ich versuche, mir nicht allzu viel aus Vorbildern zu machen. Wenn ich überlege, wen ich cool finde an der Gitarre, fallen mir zuerst Dimebag Darrell, Greg Macintosh von Paradise Lost und Lars Johansson von Candlemass ein.
Welche Bedeutung hat für dich der Bandname Fvneral Fvkk und wie sind du und deine Band-Members auf den Namen gekommen?
Wir haben die Entstehungsgeschichte des Namens schon häufiger erzählt: Ursprünglich basiert der Name auf dem sehr explizit ausgesprochenen Funeral Fog auf der Mysteriis Dom Sathanas von Mayhem. In Kombination mit dem Coverbild unserer ersten EP Lecherous Liturgies entstand mit Frater Flagellum die Idee, daraus eine Band zu machen.
Ursprünglich war alles etwas rumpeliger und wilder gedacht, irgendwie hat sich dann aber ein deutlich melodischerer Sound entwickelt und der Name blieb einfach.
Wo und wann haben Fvneral Fvkk erstmalig live auf der Bühne gestanden und wie waren die Reaktionen des Publikums?

Das kann ich dir genau sagen: Der erste Fvneral-Fvkk-Gig war am 10. Februar 2018 in Bremen. Wir haben den Abend vor Nocte Obducta, Ophis und Ctulu und noch einigen mehr eröffnet. Als Doom-Band so einen Abend zu eröffnen, war nicht ganz leicht, aber ich erinnere mich an eher positive Reaktionen. Irgendwie ist mir von diesem Abend ein peinlicher Verspieler ganz am Anfang des ersten Songs unangenehm in Erinnerung geblieben. * lacht *
Bei welchen Bands mit welcher musikalischen Ausrichtung spielst du noch oder hast du bereits gespielt?
Meine ersten ernsthaften Gehversuche in der Musik habe ich mit meiner Death-Metal-Band Cities Of Sleep unternommen – kennt niemand mehr, man findet kaum etwas online. Durch den frühen Tod unseres Sängers kam die Band zu einem schnellen Ende. Danach habe ich viele Jahre bei Fäulnis gespielt und diese Band stand lange sehr in meinem Fokus. 2015 haben wir dann Fvneral Fvkk gegründet. Aktuell habe ich noch mein Dungeonsynth-Projekt Cobwebs im Aufbau – habe schon zwei Auftritte damit als Solokünstler gespielt und finalisiere gerade mein erstes Album.
Nenn uns fünf Platten, die für deine Entwicklung als Musiker essenziell waren.
Puh, so eine Frage ist immer problematisch – ich vergesse sicherlich irgendwas Wichtiges und ärgere mich gleich darüber. Ich probiere es trotzdem mal:
Blazing Eternity – Times And Unknown Waters
Paradise Lost – Icon
Opeth – Morningrise
Warning – Watching From A Distance
Mayhem – De Mysteriis Dom Sathanas
Wenn du zu Hause entspannen möchtest, was legst du auf?
Ich greife sehr häufig zu Platten von Bohren Und Der Club Of Gore und Lana del Rey, besonders im Herbst und Winter. Dazu höre ich aber auch gerne Dungeon-Synth-Alben und skurrile Soundtracks (Ecco The Dolphin).
Danke, die finalen Worte gehören dir.
Brecht die Schule ab, nehmt Drogen und tretet aus der Kirche aus! Danke.



