Heavy Psych Sounds Fest 2026 am 16.10. und 17.10.2026 in der Chemiefabrik Dresden // Tag 1

Zwei Tage, zehn Bands und jede Menge schwere Riffs

Eventname: Heavy Psych Sounds Fest

Bands: Valley Of The Sun, Duel, Mr. Bison, Lord Elephant, Hijss, Belzebong, Hippie Death Cult, Kanaan, Firebreather, Monsternaut

Ort: Chemiefabrik, Petrikirchstr. 5, 01097 Dreden

Datum: 16.10. – 17.10.2026

Kosten: 2-Tages-Ticket 63,00 €, Tagestickets jeweils 35,00 € (zzgl. Gebühr)

Genres: Stoner Rock, Acid Rock, Psychedelic, Doom, Heavy Rock, Rock

Link: https://www.facebook.com/events

Zehn Bands, zwei Tage und jede Menge schwere Riffs – der Freitag

Das Heavy Psych Sounds Fest des italienischen Labels Heavy Psych Sounds findet in diesem Jahr zum sechsten Mal in Deutschland statt. Erst 2007 gegründet, gilt das Label Heavy Psych Sounds heute als eines der führenden in diesem Genre, mit unzähligen namhaften Bands und Solokünstlern unter Vertrag. Die Veranstaltungsreihe der Heavy Psych Sounds Feste fand zunächst in Italien statt. Mittlerweile gibt es u. a. Ausgaben in den USA, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden.

Wie gewohnt findet es in Deutschland in Dresden und Berlin statt. Die Bands des Freitags in Dresden spielen am Samstag in Berlin und umgekehrt. Wir von Time For Metal waren beim ersten Heavy Psych Sound Fest 2019 in Berlin dabei, seit 2023 dann das erste Mal in Dresden. Auch in diesem Jahr sind wir wieder beim Heavy Psych Sounds Fest in Dresden in der Chemiefabrik (dort, wo die Biere kalt, die Riffs mächtig und die Lunten prächtig sind) dabei. An dieser Stelle ein großes Danke an den Veranstalter Sven Müller (Friedo) und Elbsludgebooking, dass wir wieder dabei sein durften.

Hijss – Krautrock, Space Rock und psychedelische Klangwelten

Hijss, Heavy Psych Sounds Fest Dresden 2026, Pic by Big Simonski

Pünktlich um 18:00 Uhr fällt der Startschuss für den ersten Festivaltag des Heavy Psych Sounds Fests in Dresden. In der Chemo geht es zu diesem Zeitpunkt noch recht übersichtlich zu. Das gibt mir zunächst die Gelegenheit, alte Bekannte und Freunde zu begrüßen, bevor ich mich ganz der Musik widme. Schließlich gehört das Wiedersehen mit der Szene genauso zu einem solchen Wochenende wie die Bands auf der Bühne.

Mit Hijss wird es anschließend direkt krautig, spacig und psychedelisch. Die italienische Formation verbindet schwere Gitarren mit Einflüssen aus Krautrock und Space Rock. Dabei geht es nicht allein um druckvolle Riffs und maximale Lautstärke. Vielmehr öffnen sich immer wieder ausgedehnte Klangräume, in denen sich die Musik entwickeln darf und auch Platz für Experimente bleibt.

Der Sound nimmt sich Zeit, entfaltet seine Wirkung und lässt die Gedanken auf Reisen gehen. Statt mit der Brechstange vorzugehen, setzen Hijss auf Atmosphäre, hypnotische Passagen und einen entspannten Fluss. Hijss erfüllen ihre Aufgabe als Opener bestens. Der erste Gang ist eingelegt und die Vorfreude auf das, was die kommenden Stunden noch bringen werden, steigt.

Lord Elephant – schwere Riffs und hypnotischer Fuzz

Lord Elephant, Heavy Psych Sounds Fest Dresden 2026, Pic by Big Simonski

Nach dem eher entspannten, psychedelischen Einstieg mit Hijss wird es mit Lord Elephant mit einem Schlag gewaltig schwerer in der Chemo. Das italienische Trio bewegt sich zwischen instrumentalem Stoner, Fuzz und Doom und zeigt eindrucksvoll, dass es für mächtige Klangwelten nicht unbedingt Gesang braucht. Hier übernehmen die Instrumente vollständig das Kommando.

Fette, tief gestimmte Gitarrenriffs treffen auf ein druckvolles Rhythmusfundament, während sich die einzelnen Passagen immer weiter aufbauen und ihre hypnotische Wirkung entfalten. Lord Elephant lassen ihren Kompositionen den nötigen Raum, um sich zu entwickeln. Dabei geht es weniger um schnelle Wechsel oder technische Spielereien als vielmehr um das Zusammenspiel aus Schwere, Wiederholung und psychedelischer Atmosphäre.

Gerade diese instrumentale Ausrichtung macht den Reiz des Auftritts aus. Die Musik zieht einen förmlich in ihren Bann, während sich die Riffs wie schwere Wellen durch den Raum schieben. Wer auf ausladende Gitarrenwände, ordentlich Fuzz und doomige Schwere steht, kommt hier voll auf seine Kosten.

Damit nimmt der Abend musikalisch deutlich an Gewicht zu. Lord Elephant sorgen für einen amtlichen Schub in Richtung Stoner und Doom und machen klar, dass die Reise an diesem Freitag noch einige schwere Geschütze bereithalten dürfte.

Mr. Bison – vielschichtiger Psychedelic Rock mit progressiver Note

Mr. Bison, Heavy Psych Sounds Fest Dresden 2026, Pic by Big Simonski

Mit Mr. Bison steht die erste Band des Abends auf der Bühne, die ich bereits in der Vergangenheit live erleben durfte. Das liegt allerdings schon ein paar Jahre zurück, als mir die Italiener auf dem Ripple Fest in Köln begegnet sind.

Mit ihrem Auftritt zieht eine besonders vielschichtige Variante des Psychedelic Rock in die Chemiefabrik ein. Mr. Bison verbinden schwere Stoner-Passagen mit progressiven Strukturen und ausgedehnten atmosphärischen Momenten. Dabei beschränkt sich das Trio keineswegs darauf, ein mächtiges Riff nach dem anderen abzufeuern. Vielmehr entwickeln sich die Stücke zu abwechslungsreichen Klangreisen, in denen sich druckvolle Gitarrenarbeit und ruhige, beinahe schwebende Passagen immer wieder abwechseln.

Gerade diese Dynamik macht den Reiz der Italiener aus. Die Musik nimmt sich Zeit, baut Spannung auf und schlägt dabei immer wieder neue Wege ein. Mal drücken die schweren Riffs ordentlich nach vorne, dann öffnen sich weite psychedelische Klanglandschaften, in denen man sich wunderbar verlieren kann. Die progressiven Elemente sorgen zusätzlich dafür, dass der Auftritt nicht in vorhersehbaren Wiederholungen versandet. Bei Mr. Bison darf Psychedelic Rock eben nicht nur hypnotisch sein, sondern kann durchaus Ecken, Kanten und überraschende Wendungen besitzen.

Duel – dreckige Riffs und staubiger Stoner Metal

Duel, Heavy Psych Sounds Fest Dresden 2026, Pic by Big Simonski

Bei Duel treffe ich auf alte Bekannte. Wie oft ich die Texaner mittlerweile schon live gesehen habe, kann ich beim besten Willen nicht mehr aufzählen. Eines steht allerdings fest: Es ist immer wieder schön, die Jungs auf der Bühne zu erleben. Bevor es musikalisch zur Sache geht, treffe ich sie bereits an der Bar und lasse mir ein paar mitgebrachte Erinnerungsstücke signieren. Auch das gehört für mich zu einem solchen Festivalwochenende einfach dazu. Ein kurzer Plausch mit den Musikern, ein paar Unterschriften und schon steigt die Vorfreude auf den nächsten gemeinsamen musikalischen Abriss.

Duel stehen für eine herrlich dreckige Mischung aus klassischem Stoner Metal, Proto-Metal und psychedelischer Schwere. Hier riecht es förmlich nach staubigen Verstärkern, glühenden Röhren und einer ordentlichen Portion Siebzigerjahre-Rock. Die Riffs kommen mit ordentlich Dreck unter den Fingernägeln daher, während der Groove unaufhaltsam nach vorne schiebt. Dabei haben die Texaner ein ausgesprochen gutes Gespür dafür, wie man klassische Rockelemente mit metallischer Wucht verbindet, ohne dabei die psychedelischen Wurzeln aus den Augen zu verlieren.

Richtig fett ist der Auftritt heute wieder einmal! Duel liefern genau das, was ich mir von ihnen erhoffe: druckvolle Gitarren, mächtige Riffs und einen Groove, der unmittelbar in die Beine geht. Eine satte Ladung Stoner Metal, die ordentlich durch die Chemiefabrik drückt.

Auch wenn ich die Band inzwischen schon unzählige Male gesehen habe, kommt bei mir keine Langeweile auf. Ganz im Gegenteil: Duel gehören für mich zu den Formationen, bei denen ich ziemlich genau weiß, was mich erwartet, und mich trotzdem jedes Mal wieder darauf freue.

Valley Of The Sun – Heavy Rock mit ordentlich Vorwärtsdrang

Valley Of The Sun, Heavy Psych Sounds Fest Dresden 2026, Pic by Big Simonski

Auch Valley Of The Sun gehören mittlerweile zu den alten Bekannten, die ich schon mehrfach live erleben durfte. Wie bereits bei Duel ergibt sich auch hier vor dem Auftritt die Gelegenheit für ein kurzes Wiedersehen. Die Jungs nehmen sich Zeit, ein paar meiner Mitbringsel zu signieren.

Die US-Amerikaner aus Ohio stehen für energiegeladenen Stoner Rock, satte Gitarren und eingängige Melodien. Schwere Riffs treffen auf ordentlichen Vorwärtsdrang, wobei der Groove stets die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Valley Of The Sun verstehen es, ihre Songs mit viel Druck nach vorne zu treiben und dabei trotzdem ein Gespür für Melodien zu bewahren, die sich schnell im Gehörgang festsetzen. Das Ganze besitzt genau die richtige Mischung aus knackigem Heavy Rock und einer Prise Wüstenstaub.

Frontmann Ryan Ferrier (Gesang, Gitarre) ist zwar etwas erkältet, davon ist während des Gigs allerdings nichts zu merken. Er liefert ab und auch der Rest der Band zeigt sich bestens aufgelegt. Die Gitarren drücken ordentlich, der Rhythmus sitzt und die Songs entwickeln live jene Energie, die Valley Of The Sun schon bei meinen bisherigen Begegnungen ausgezeichnet hat.

Fazit

Der erste Festivaltag des Heavy Psych Sounds Fests in Dresden hat bereits ordentlich geliefert. Von den psychedelischen Klangreisen der Opener Hijss über die doomige Schwere von Lord Elephant und die progressiven Ausflüge von Mr. Bison bis hin zu den dreckigen Stoner-Riffs von Duel und dem energiegeladenen Heavy Rock von Valley Of The Sun wurde musikalisch einiges geboten. Dabei zeigt sich einmal mehr, wie vielseitig die Stoner- und Psychedelic-Rock-Szene aufgestellt ist.

Für mich persönlich ist das Festival aber nicht nur wegen der Musik ein besonderes Erlebnis. Das Wiedersehen mit zahlreichen Bekannten und Freunden, die netten Gespräche zwischendurch und die Begegnungen mit den Musikern gehören mindestens genauso dazu.