Mit Tranquilo II schlägt die deutsche Mittelalter-Rock-Band In Extremo ein neues Kapitel ihrer akustischen Bandgeschichte auf. Bereits vor gut 16 Jahren präsentierten die Musiker aus Berlin ihre Songs in einer ruhigeren, neu arrangierten Form. Anderthalb Jahrzehnte später knüpft die Formation an dieses Konzept an und erweitert es um ein komplettes Album, das Klassiker und bekannte Live-Songs aus mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte in einem neuen musikalischen Gewand vereint.
Dabei geht es keineswegs darum, auf Tranquilo II die ursprünglichen Stücke lediglich mit akustischen Instrumenten nachzuspielen. Die Musiker verändern die Arrangements grundlegend und eröffnen ihren Kompositionen neue klangliche Perspektiven, ohne dabei die charakteristischen Melodien und den Wiedererkennungswert der Songs aufzugeben. Neben akustischen Gitarren kommen traditionelle Instrumente wie Laute, Sackpfeife und Drehleier zum Einsatz, die den bekannten Stücken eine andere Dynamik und Atmosphäre verleihen.
Gleich 17 Hits werden in 70 Minuten umgedacht und mit einem neuen Gewand versehen
Angeführt vom Das Letzte Einhorn alias Michael Rhein, bringen In Extremo ruhige wie harmonische Klangwelten auf den Silberling. Die Veröffentlichung im Herbst ist dabei geschickt gewählt. Tranquilo II eignet sich wunderbar für kalte Wintertage und eine feine Tasse Tee. Moderne Ausrichtungen wie beim Opener Stoertebeker oder Quid Pro Quo machen die Veröffentlichung noch vielseitiger. Genre-Grenze gibt es keine und Tranquilo II schiebt In Extremo weit weg vom klassischen Muster der Mittelalter-Rocker. Die Evergreens wie Sternhagelvoll und Spielmannsfluch funktionieren auch im neuen Gewand, wenn man sich vom Gewohnten lösen kann. In dieser Sammlung darf auch Herr Mannelig nicht fehlen, der feierlich das zweite Tranquilo schließt.
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