Die 2003 in Ruppichteroth gegründete Band Kärbholz gehört zu den etablierten Namen des Deutschrocks. Mit rauen Gitarren, Punk-Einflüssen und lebensnahen Texten erspielte sich das Quartett eine treue Fangemeinde und überzeugte vor allem durch seine energiegeladenen Liveauftritte. Nach den beiden 2023 veröffentlichten Alben Kapitel 10: Wilde Augen und Kapitel 11: Barrikaden melden sich die Rheinländer 2026 mit ihrem zwölften Studioalbum zurück.

Drei Jahre sind vergangen, seit Kärbholz mit ihrem Doppelschlag auf sich aufmerksam gemacht haben. Nun zieht ein neuer Sturm auf, und der fällt erfreulich kraftvoll aus. Bereits der Titeltrack macht klar, wohin die Reise geht: raue Gitarren, ein treibender Rhythmus und ein Refrain, der geradezu danach schreit, aus voller Kehle mitgesungen zu werden. Hier wird nicht lange gefackelt, sondern ordentlich Druck aufgebaut.
Mit Wenn Ich Fall geht es punkig und direkt weiter. Inhaltlich dreht sich vieles um das Aufstehen nach Rückschlägen und darum, den eigenen Weg trotz aller Hindernisse weiterzugehen. Auch Dämmerlicht und Mut greifen diese Gedanken auf und verpacken sie in eingängige Melodien, die live bestens funktionieren dürften. Dabei gelingt es der Band, vertraute Deutschrock-Themen mit einer spürbar persönlichen und gereiften Perspektive zu verbinden.
Musikalisch bleibt das Quartett seinen Wurzeln treu, erlaubt sich aber durchaus Abwechslung. Augenblick überrascht mit einer modernen, emotionalen Ausrichtung, während Sonnenfinsternis und Kintsugi melancholischere Facetten offenbaren. Mit Gottes Kind wird es gesellschaftskritisch und bissig, wohingegen Kryptonit die komplizierten Seiten zwischenmenschlicher Beziehungen beleuchtet. Den Schlusspunkt setzt Des Todes Bruder, der dem Album eine nachdenkliche, beinahe dramatische Note verleiht.
Die Besetzung mit Torben Höffgen am Gesang und an der Gitarre, Adrian Kühn an der Gitarre und mit zusätzlichem Gesang, Stefan Wirths am Bass und Henning Münch am Schlagzeug sorgt für ein geschlossenes, druckvolles Klangbild. Die Produktion ist modern und direkt, ohne die raue Kante zu verlieren. Zwar ähneln sich einige Songstrukturen, doch die Mischung aus Punkrock-Energie, eingängigen Refrains und reflektierten Texten hält die Platte über weite Strecken auf Kurs.
Hier geht es für weitere Informationen zu Kärbholz – Sturm Zieh Auf in unserem Time For Metal Release-Kalender.



