Lord Gryphus – Summoning The King Of Death

25.09.2026 - Death Metal - Eigenproduktion - 25:31 Minuten

Wann genau sich die Band Lord Gryphus gründete, ist mir nicht bekannt. Das Trio ist stets maskiert und welche Protagonisten am Start sind, weiß ich auch nicht, lediglich dass sie aus Texas stammen, genauer gesagt aus Austin. Ich vermute mal, dass sie sich im Jahre 2025 gründeten, denn im Jahre 2026 folgten drei Singles. Nun also ein komplettes Album namens Summoning The King Of Death. Warum man so ein Geheimnis um die Bandkonstellation macht, weiß ich nicht, spielt für die Musik aber ja auch definitiv keine Rolle.

Nach einem bedrohlichen und zur Thematik passenden Intro, welches definitiv aus einem Horrorfilm oder einem Untergangs-Movie stammen könnte und zwei Minuten lang ist, geht das Spektakel mit dem Song The Grand Spectacle los. Langsam und schleppend und mit einem Riff, welches man hier und da schon einmal gehört hat, startet man in den Tag. Tiefe Vocals gesellen sich dazu. Nach einem Break ertönt ein fetter Uptempo-Part. Geile Riffs und straight forward, Freunde der alten Death-Metal-Schule werden hier absolut bedient. Screams kommen dazu, dann wieder ein Break und man entscheidet sich für ein grooviges Midtempo. Jo, guter Songaufbau, denn danach gibt man wieder ordentlich Gummi. Ein resolutes, beinahe schon melodisches Riff übernimmt die Führung, um dann vom langsamen Part abgelöst zu werden. Man endet den Song also genau, wie man ihn begonnen hat.

Aggressiv und nach einer kurzen Einleitung geht es auch bei Banished Leper zur Sache. Durch den doppelten Gesang klingt das Ganze noch brutaler und härter. Immer weiter und weiter und nicht vom old schooligen Gaspedal runtergehen, so soll die Devise sein. Immer wieder kleine Tempoverschleppungen, die eine gewisse Unruhe hereinbringen. Selbst im Midtempo greift man hier an. Das triolische Solo am Ende klingt sehr geil und liefert eine bedrohliche Zerstörungsatmosphäre an.

Warum man Masken trägt und anonym bleiben möchte, weiß ich nicht. Was ich weiß, ist, dass das ganze Konzept auf eine Aasgottheit aufgebaut wurde. Die vom Andenkondor Vultur Gryphus inspiriert wurde. Der Vogel steht dabei für Tod, Transzendenz und eine spirituelle Macht. Dieses macht sich das Trio zu eigen.

Bloodpath Dominion bietet einen zähen Beginn. Auch dieser kommt einem sehr bekannt vor. Dann legt man sich aber wieder ins Zeug und gibt Gummi. Hier wechselt man gekonnt. Geile Tempoattacken wechseln sich ab mit schweren, drückenden und einfachen Riffs. Die Gitarre spielt vorweg und mit einem lang gezogenen Riff gibt es dann die volle Breitseite. Tempo kurz raus und dann wieder Attacke. Der Sturm ist nicht aufzuhalten und man begibt sich durchaus nach draußen, um diesen mitzuerleben. Am Ende lässt man es wieder etwas ruhiger angehen und drückt einem somit noch einmal die Faust ordentlich ins Gesicht.

Volle Attacke gibt es auch bei Sharpening The Guillotine. Dieses markante Riff, welches niedergemetzelt wird, macht absolute Laune, wird aber auch ordentlich ausgeschlachtet. Hier werden Grüße an Morbid Angel gesendet. Feines Ding. Hinzu kommt der fette, groovige Part, der schön abwechslungsreich vorgetragen wird und das Ende des Songs einläutet. Ein sehr intensives Stück Death Metal, würde ich mal sagen.

Unholy Mace klingt typisch nach Lord Gryphus, kann mich aber nicht so mitnehmen.

Summoning The King Of Death ist wohl der doomigste Song auf diesem Album und verbreitet im positiven Sinne schlechte Laune. Man klingt hier irgendwie sehr atmosphärisch und das Ganze bekommt einen zeremoniellen Touch. Die Riffs klingen wieder schwer und eben recht einfach. Dies ist absolut eine Stärke der Band, muss man sagen,

Am Ende huldigt man nicht einer Aasgottheit, sondern einer brasilianischen Metalgottheit. Es gibt eben diese Songs, die man nach zehn Sekunden erkennen kann. Troops Of Doom von Sepultura gehört definitiv dazu. Gute Version, welche natürlich nicht an das Original herankommt, aber live sicherlich sehr viel Spaß bereiten wird.

Hier geht es für weitere Informationen zu Lord Gryphus – Summoning The King Of Death in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Lord Gryphus – Summoning The King Of Death
Fazit zu Summoning The King Of Death
Die drei Maskenträger aus Austin haben sich textlich dem Andenkondor Vultur Gryphus zugewandt und sich passend dazu den Death Metal der alten Schule zur musikalischen Untermalung ausgesucht. Straight und ohne große Umwege wechselt man zwischen Uptempo und doomigen Klängen hin und her. Die Riffs stehen im Vordergrund und diese haben es überwiegend in sich. Teilweise mit simplen Mitteln und Strukturen, aber diese zünden sehr gut. Die Growls werden mit Screams kombiniert und der Spaß hier ergibt ein total stimmiges Gesamtkonzept. Der Kondor zieht seine Kreise und lenkt seine Blicke auf Bands wie Morbid Angel, Incantation, Grave, Autopsy und Gorefest. Nicht übel!

Anspieltipps: Bloodpath Dominion und Sharpening The Guillotine
Michael E.
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