Mit Echoes Of A Forlorn Land veröffentlichen Mental Cruelty ihr mittlerweile fünftes Album. Dass die Karlsruher die Chance haben, in die deutschen Album-Charts einzusteigen, ist wirklich beachtlich. Doch lohnt sich das neue Album oder handelt es sich um einen künstlich generierten Hype? Was ich von Echoes Of A Forlorn Land halte, könnt ihr im Folgenden nachlesen:
Mit Weltennacht beginnt das Album mit einem atmosphärischen Intro, einer rund zwei Minuten langen Spannungssteigerung, bevor es bei Fenrir richtig zur Sache geht. Hier dominiert der Black-Metal-Einfluss. Der Song startet direkt mit hohem Tempo, klirrende Gitarren treffen auf Gekeife, doch wer nur stumpfes Gebolze erwartet, wird enttäuscht! Immer wieder sorgen Tempowechsel und kleine Details bei der Orchestrierung dafür, dass der Spannungsbogen stetig steigt, bis wir am Ende des Songs angelangt sind.
Blood For Blood beginnt zwar folkig, ist im Großen und Ganzen aber weit eingängiger und weniger komplex. Hier überwiegen klassische Deathcore-Elemente, die dennoch vom Black Metal geprägt sind. Im direkten Vergleich einer der kürzesten Songs.
Als ich The Serpent Of Midgard das erste Mal hörte, war ich erst mal komplett baff. Was habe ich da eben gehört?! Was noch wie ein klassischer Blackened-Deathcore-Track beginnt, baut in den fast fünf Minuten eine unglaubliche Tiefe auf. Und als der clean gesungene Refrain einsetzt und damit der sonst verstrickte Song unterbrochen wird, kann man vor dieser Genialität nur den Hut ziehen!
Das Intro von Helheim beginnt orientalisch, fast majestätisch. Angesichts der Thematik passt das wie die Faust aufs Auge. Während der Song schnelle, von keifenden Vocals dominierte Strophen aufweist, setzen Mental Cruelty im Refrain auf fast schon orchestralen Klargesang, was Hel als göttliche Gestalt der Toten erneut in Szene setzt.
Du willst Breakdowns und einen Song, der in unter drei Minuten zum Punkt kommt? Dann ist Draugar genau dein Ding! Die epischen Parts wurden hier zurückgeschraubt und Blastbeats dominieren. Ein Song für den Pit, ich seh schon das Publikum im Substage im Kreis rennen!
Nach dem kurzen Banger wird es nun wieder episch, und zwar richtig! Raise The Raven Banner schlägt im Gegensatz zu seinem Vorgänger eine komplett andere Richtung ein. Folk Metal trifft auf Epic, doch nie ohne die Death-Wurzeln zu vergessen. Neben schnellen Parts mit ordentlich Gekeife, bietet der Song ebenso nackenbrechende Mosh-Parts und fast schon einen an Schlachtgesänge erinnernden Refrain. Hebt die Fäuste in die Luft und singt mit: „This is war!“
Wer die News zum Album gelesen hat, hat auch mitbekommen, dass Cry Of Batariel einen besonderen Stellenwert für Mental Cruelty hat. Dass es sich hierbei maßgeblich um einen Children-Of-Bodom-Tributesong handelt, ist nicht von der Hand zu weisen. Hiermit beweisen Mental Cruelty, dass nicht immer jeder Song todernst sein muss, um dennoch auf so ein von Mythologien geprägtes Konzeptalbum zu passen.
Nach der eher humorvollen Auflockerung folgt Frost. Und hier ist der Name Programm! Wenn der Song etwas ist, dann düster und beklemmend. Bewusst wurde das Tempo verringert, um die Hilflosigkeit des Umherwandernden im endlosen Winter zu unterstreichen. Die Atmosphäre ist wahnsinnig dicht, Screams und Shouts wechseln sich mit verzweifelten Clean Vocals ab. Wenn das mal keine Perfektion ist!
Mit dem Dämmerbruch, das fast schon wie ein Hoffnungsschimmer klingt, leiten Mental Cruelty das Finale des Albums ein. Dass die Karlsruher hierfür Ride Of The Valkyries gewählt haben, verwundert nicht. Der epische Track verbindet alles, wofür die Band im Jahr 2026 steht: vor Epicness strotzender Deathcore, der sowohl eingängig als auch druckvoll sein kann! Aus den Jungs, die 2015 die Band gegründet haben, wurden professionelle Musiker, die ihren Stil gefunden und perfektioniert haben. Stellenweise könnte man meinen, Ride Of The Valkyries stammt aus den Federn von Dimmu Borgir, doch ihre eigenen Wurzeln drängen immer wieder zum Vorschein, sodass nie die Eigenständigkeit verlorengeht. Was ein Finale!
Hier geht es für weitere Informationen zu Menal Cruelt – Echoes Of A Forlorn Land in unserem Time For Metal Release-Kalender.



