Am 09.10.2026 ist über Aural Music mit Farewell To All We’ve Lost das Debütalbum der italienischen Band Orbita erschienen. Die Veröffentlichung ist auf CD und Vinyl erhältlich und bringt vier Kompositionen mit einer Gesamtspielzeit von rund 40 Minuten mit.
Zwischen Wucht und Wehmut
Musikalisch bewegt sich das Quartett im Spannungsfeld zwischen Stoner Doom und düsterem Doom Metal. Wer hier allerdings ausschließlich auf massive Riffs und durchgehend drückende Schwere hofft, sollte seine Erwartungen etwas anpassen. Orbita lassen ihren Songs viel Raum für melancholische Stimmungen und leise Zwischentöne.
Bei Rotten Flowers geht es zunächst eher verhalten los. Nach und nach schieben sich die schweren Gitarren nach vorne, während das Schlagzeug den nötigen Druck erzeugt. Darüber liegt der auffällige Gesang, der stellenweise fast weinerlich klingt. Das mag zunächst gewöhnungsbedürftig sein, passt aber erstaunlich gut zur Grundstimmung. Die Stimme transportiert eine spürbare Verletzlichkeit. Raue, harsche Ausbrüche sorgen dafür, dass die Musik nicht zu sehr in der Schwermut versinkt.
Nèkyia führt diese Mischung konsequent weiter. Die Riffs walzen sich schwer durch die Komposition, während sich der Gesang zwischen klagenden Melodien und dunkleren Ausbrüchen bewegt. Die Atmosphäre ist bedrückend, ohne dass Orbita ständig mit maximaler Lautstärke arbeiten müssen. Bis die Musik ihre volle emotionale Wirkung entfaltet, vergeht mitunter einige Zeit.
Wenn die Gitarren schweigen
Mit Marble Veil schlagen Orbita anschließend einen deutlich ruhigeren Weg ein. Zarte Gitarrentöne und feine Klangdetails bestimmen den Einstieg. Statt schwerer Riffwände stehen nun eine beklemmende Stimmung und ein beinahe zerbrechlicher Gesang im Mittelpunkt. Das Stück entwickelt sich nur langsam und bleibt über weite Strecken in seiner düsteren Atmosphäre gefangen. Das passt zum Konzept, verlangt aber Geduld. Erst zum Ende hin bringen dröhnende Keyboardklänge noch einmal Bewegung ins Geschehen.
The Spear setzt schließlich einen kräftigeren Schlusspunkt. Hier packen die Gitarren wieder beherzter zu, Tempowechsel bringen Dynamik ins Spiel und der Gesang darf deutlich aggressiver ausfallen. Die rauen Ausbrüche stehen in einem reizvollen Kontrast zu den ruhigeren Passagen. Damit zeigt der längste Track noch einmal, wie gut Orbita Härte und Verletzlichkeit miteinander verbinden können.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Orbita – Farewell To All We’ve Lost in unserem Time For Metal Release-Kalender.



