Event: Sacrosanct – When Past And Present Collide 2026
Bands: Sacrosanct, Pyracanda, Mainotower
Ort: Bambi Galore, Öjendorfer Weg 30A, 22119 Hamburg
Datum: 24.10.2026
Kosten: VVK 13 € (Sozialticket) 22 € bis 27 € (Szeneticket) , AK 27 €
Zuschauer: ca. 50 Menschen
Genre: Thrash Metal, Progressive Metal, Heavy Metal, Melodic Death Metal, Dark Metal
Links: https://bambigalore.stager.co/shop/default
Setlist Pyracanda:
- Don’t Wait For!
- Two Sides Of A Coin
- Delirium Tremens
- Spoke In The Wheel
- The Dragons Cult
- Don’t Get Infected
- Hellfire
- Rigor Mortis
- Welcome To Crablouse City
- Challenge Cup
- Democratic Terror
- Top Gun
Was haben Hämatom, J.B.O., Betontod, Gloryhammer, Arion, Dust Bolt, Moon Shot und die heute im Bambi Galore auftretenden Bands gemeinsam? Was sich wie das Billing bei einem Festival liest, ist das Angebot für einen Samstagabend in Hamburg in sechs verschiedenen Locations. Dazu kommt noch Underground-Death-Metal im Hafenklang. Am Vortag waren Wolvenest und Xandria in der Stadt, am Donnerstag Dimmu Borgir, Behemoth, Dark Funeral und Lifelover. Der Einstieg am Mittwoch waren Amon Amarth und Co. in der Sporthalle. Hamburg ist überbucht.
Die Metalfans haben die Qual der Wahl oder die Wahl der Qual – je nach Blickwinkel. Die Wahl fällt nicht unbedingt auf Pyracanda und Sacrocanct im Bambi Galore. Kaum mehr als 50 Nasen sind am heutigen Abend im bekannten Undergroundclub. Dazu kommt, dass die dritte Band des Abends kurzfristig gewechselt wurde. Ancient Curse aus Bremen konnten nicht. Dafür springen Mainotower aus Lüneburg ein.
Mainotower kommen nicht aus Frankfurt

Wie eine Band aus Lüneburg und Umgebung auf den Namen Mainotower kommt, ist nicht überliefert. Mit Frankfurt hat die Truppe auch musikalisch nichts am Hut. Es gibt einen düsteren Mix, der irgendwo zwischen melodischem Death Metal und Dark Metal vagabundiert. Mit nur einer Gitarre ist der Sound etwas dünn. Dafür liefert der Herr an den Saiten ordentlich ab, aber Rhythmus- und Leadgitarre benötigen auf Dauer vier Hände. Dazu ist der düstere Mix nur bedingt mit den beiden nachfolgenden Bands kompatibel.
Mainotower bekommen ihre Stücke geerdet und solide aus den Boxen. Ohne großen Schnickschnack zockt sich das Quartett durch sein Programm. Ein besonderer Hingucker ist der Vertreterkoffer auf der Bühne, an dem sich Sänger Martin bedient und immer wieder ein neues Getränk hervorzaubert. Ein solider Einstieg in den Abend vor leider dünn besetzten Reihen.
Der heimliche Headliner sind Pyracanda

Einen wirklichen Headliner gibt es nicht am heutigen Abend. Für die meisten anwesenden Menschen ist vermutlich Pyracanda ein guter Grund, um nach Billstedt zu pilgern. Old-School-Thrash-Metal gibt es von dem Quintett, bei dem mit Sänger Hansi Nefen, Bassist Dieter Wittbecker und Dennis Vaupel an den Saiten drei Protagonisten der frühen Phase auf der Bühne stehen. Die frühe Phase ist vor allem das Album Two Sides Of A Coin, das die Truppe fast (eine Nummer fehlt) komplett auf die Bühne bringt. Thrash Metal der alten Schule geht immer und die entsprechenden Shirts und Kutten stehen vor der Bühne. Aber auch die neuen Sachen von dem jetzt zwei Jahre alten Album Losing Faith wie Don’t Wait For oder Hellfire gehen nach vorne.
Der Sound ist für den kleinen Laden vollkommen okay. Bambi Galore ist ein Underground-Schuppen, in dem es auch mal etwas rumpeln kann. Pyracanda machen den Deckel mit dem bekannten Fliegerfilmtitel Top Gun auf ihre circa einstündige Reise durch die Diskografie. Genau so bringt eine Band ihre Songs in so einer Bude an den Fan. Einfach und locker runtergezockt, ohne Schnickschnack direkt ins Gesicht. Dazu sind zwei Gitarren bei metallischer Musik einfach unbezahlbar.
Sacrosanct scheitern an sich selbst

Was zum Finale des Abends Sacrosanct probieren, auf die Bühne zu bekommen, ist einfach der Versuch von Perfektionismus in einem unperfekten Umfeld. Anstatt einfach loszulegen und ordentlich aufs Gaspedal zu drücken, versucht Sänger Collin Kock die optimale Soundabstimmung zu finden, was sich viel zu sehr in die Länge zieht. Fast eine Stunde benötigen Sacrosanct, bis die Truppe startklar ist. Damit aber noch nicht genug. Irgendwas passt Kock noch nicht und er wieselt erst mal zum Mischpult. Damit geht sämtliche Atmosphäre für ein Undergroundkonzert verloren. Technisch ist das, was die Truppe an den Saiten abliefert, stark. Nur haben die Fans, aufgrund der Verzögerung, die Bude teilweise schon verlassen. Dazu kommen die Drums genauso wenig rüber wie Sänger Kock selbst. Es gibt den Spruch „Weniger wäre mehr gewesen“. Selbst wenn es gerumpelt hätte, wäre ein kompakter Auftritt bestimmt besser angekommen.
Zehn Nummern in circa einer Stunde gibt es auf die Ohren, wovon drei Stücke vom aktuellen Werk Kidron stammen. Kidron hat mit Max Morton ein anderer Sänger eingesungen, der heute gar nicht mit dabei ist, aber offiziell als Bassist geführt wird. So, wie sich heute Sacrosanct präsentiert haben, kommt die Truppe einfach nicht rüber. Musikalisch ist das alles gut konzipiert, aber der Funke will nicht überspringen. Ein Problem der Band scheint die Position des Gesangs zu sein, die bei fünf Platten vier unterschiedliche Menschen am Mikro benötigte. Der heutige Sänger ist auf der Tragic Intense aus dem Jahr 1993 zu hören. Weiterhin steht mit Randy Meinhard ein Mitbegründer von Pestilence auf der Bühne.
Gegen Mitternacht endet der Abend im Bambi Galore. Spätestens am Hauptbahnhof treffen sich die verschiedensten Metal-Fans, die auf dem Heimweg von den Konzerten sind. Vielleicht stimmen sich die Organisatoren von Veranstaltungen zukünftig besser ab und packen nicht gleich sieben Veranstaltungen auf einen Tag.





















