Eventname: Knights Of Tiamat European Tour 2026
Headliner: Wolves In The Throne Room
Vorband: Worm, Final Dose
Ort: Im Wizemann, Quellenstr. 7, 70376 Stuttgart
Datum: 30.10.2026
Kosten: 44,95 Euro Vorverkauf, 45 Euro Abendkasse
Genre: Black Metal
Besucher: ~450
Veranstalter: Music Circus Concertbüro GmbH & Co. KG
Setlisten:
- Eternal Winter
- Weathered Axe
- Burned Crest
- Golden Chalice
- Throne
- Rite Of Spring
- Black Wing
- Forsaken Armor
- Dark Paradise
- Gates To The Shadowzone
- Necropalace
- Empire Of The Necromancers
- Dragon Dreams
- Blackheart
- Crown Of Stone
- Estuary
- Ghosts Among The Obelisks
- Angrboda
- The Old Ones Are With Us
- Eostre
- I Will Lay Down My Bones Among The Rocks And Roots
- Crystal Ammunition
Am heutigen Freitagabend geht es nach Stuttgart, um dort im Club des Im Wizemann Wolves In The Throne Room und Support zu lauschen. Mit etwa 450 Leuten ist der Club gut gefüllt, aber noch nicht ausverkauft. In der Halle nebenan ist ebenfalls ein Konzert, hier spielen Amistat (Singer-Songwriter-Pop), was zu einer interessanten Kombination an Besuchern führt.

Pünktlich beginnen Final Dose mit ihrem Set. Der Club ist zu diesem Zeitpunkt etwa zur Hälfte gefüllt. Die Jungs aus UK rotzen rohen, vom Punk beeinflussten Black Metal ins Publikum, welcher auch gut ankommt und von Beginn an gut Stimmung macht. Zu sehen gibt es nicht viel, da das Licht durchgehend rot ist und von hinten kommt. Dazu trägt der Sänger auch noch eine Kapuze und auch Ansagen gibt es keine, was bei Black Metal aber durchaus zu verschmerzen ist. Mir gefallen die Jungs echt gut, hier und da vielleicht etwas zu roh für meinen Geschmack, aber als Opener gut gewählt! Nach etwa 35 Minuten ist aber Schluss und die Bühne wird für Worm umgeräumt.

Worm waren ursprünglich ein Ein-Mann-Projekt von Sänger Phantom Slaughter, das sich aber mittlerweile zu einer vollen Band entwickelt hat. Auf der Bühne, die nun in blaues Licht getaucht ist, steht ein Kelch auf einem kleinen Podest bereit, als die Band die Bühne betritt, wobei Frontmann Phantom Slaughter mit Schwert und Sonnenbrille hereinschreitet. Insgesamt sind die US-Amerikaner deutlich melodischer unterwegs und auch das Publikum, das nun auch noch mal deutlich zahlreicher im Club anwesend ist, geht mehr mit. Ansagen gibt es auch hier quasi keine, dafür ordentlich Gekrächze, das manchmal leider etwas dumpf wirkt. Etwas zu trinken aus dem Kelch, vermutlich Kunstblut – mehr kann man dank blauem Licht nicht erkennen – und jede Menge heroischer Posen mit und ohne Schwert. Auch wenn der Auftritt manchmal etwas seltsam anmutet, Worm bieten musikalisch wirklich einiges und das wird von den Fans auch entsprechend honoriert. Nach gut 45 Minuten ist dann aber auch hier Schluss und die Bühne wird erneut für den Headliner des heutigen Abends umgebaut.

So werden zum Beispiel zahlreiche LED-Kerzen aufgestellt und zwei Nebelmaschinen in Position gebracht, bevor Nathan Weaver die Bühne ausräuchert und den Auftritt von Wolves In The Throne Room einleitet. Auch hier ist das Licht wieder überwiegend gedämpft und man tut sich schwer, ordentliche Fotos der Herrschaften zu bekommen, aber die Atmosphäre, die WITTR hier vom Start an erschaffen, ist wirklich unfassbar. Das Intro Crown Of Stone kommt zum Teil vom Band, andere Elemente werden von der Band hinzugefügt, bevor es dann mit Estuary – dem Titeltrack des aktuellen Studioalbums – richtig losgeht. Das Publikum ist direkt voll dabei und auch bei mir springt der Funke sofort über. Die Platte feiere ich unfassbar (hier geht es zum Review) und so ist dieser erste Song ein grandioser Auftakt. Mit Ghosts Among The Obelisks gibt es direkt noch einen weiteren Song vom selben Album, bevor es dann mit Angrboda und The Old Ones Are With Us zurück ins Jahr 2017 und zur Platte Thrice Woven geht. Der Sound ist absolut fantastisch, lediglich der Hauptgesang hätte für mich einen Tacken lauter sein können. Aber das ist wirklich Meckern auf ganz hohem Niveau.

Die Setlist ist einfach grandios, denn mit Eostre gibt es einen Song von Primordial Arcana, während mit I Will Lay Down My Bones Among The Rocks And Roots (Two Hunters, 2007) und Crystal Ammunition (Black Cascade, 2009) noch zwei Songs aus dem Beginn der Band den Weg ins Set gefunden haben. WITTR haben mich auf dem Party.San Open Air schon vollkommen weggeblasen und auch dieser Abend ist wieder unfassbar intensiv. Als die Show dann nach etwas mehr als 70 Minuten zu Ende ist, verlässt die Band die Bühne. Auch hier gibt es keine Ansagen oder Abschiedsworte, aber irgendwie hätte das vermutlich auch nicht zu dem gepasst, was hier gerade passiert ist.
Auf dem Weg zum Auto gibt es noch mal einen kleinen Moment zum Schmunzeln, denn das Konzert von Amistat nebenan ist bereits vorbei und im Vorraum sitzen zahlreiche Fans der Band, welche die „schwarze Meute“ teilweise interessiert, teilweise fast schon schockiert begaffen, als die WITTR‑Fans die Location verlassen. Insgesamt hat sich der Trip nach Stuttgart aber wieder vollkommen gelohnt.





















