Gatecreeper auf „Dark Superstition“ European Tour am 10.11.2024 im MusikZentrum Hannover

Hört ihr das Röhren der Kettensäge?

Eventname: Dark Superstition European Tour 2024

Headliner: Gatecreeper

Vorbands: 200 Stabwounds, Enforced

Ort: Hannover, MusikZentrum

Datum: 10.11.2024

Kosten: VVK 30,90 €, AK 33,- €

Genre: (Old School) Death Metal/Thrash Metal

Besucher: ca. 550 Besucher

Veranstalter: Hannover Concerts

Link: https://musikzentrum-hannover.de/veranstaltung/gatecreeper/

Setlisten:


1. Betting On The End
2. Malignance
3. Curtain Fire
4. Casket
5. Hanged By My Hand
6. Naion Of Fear
7. A Leap Into The Dark
8. War Remains

1. Hands Of Eternity
2. Masters Of Morbidity
3. Skin Milk
4. Tow Rope Around The Throat
5. Parricide
6. Drilling Your Head
7. Gross Abuse
8. Defiled Gestation
9. Ride The Flatline

1. Oblivion
2. Ruthless
3. A Chilling Aura
4. Caught In The Treads
5. Craving Flesh
6. Flesh Habit
7. Rusted Gold
8. From The Ashes
9. Mistaken For Dead
10. Dead Star
11. Patriarchal Grip
12. Desperation
13. The Black Curtain
14. Starved Sober
15. Flamethrower
16. Boiled Over

Gatecreeper haben dieses Jahr ihr neues Album Dark Superstition veröffentlicht und wollen dieses ausführlich in Europa mit 24 Shows vorstellen. Etwa zur Halbzeit macht der Tourtross mit 200 Stab Wounds und Enforced am 10.11.2024 einen Stopp im MusikZentrum Hannover.

Da das Musikzentrum (oder MuZe, wie die coolen Kids sagen) mitten in einem Wohngebiet liegt, ist mit dem Auto parken immer so ne Sache. Da ich vorher noch zum Essen verabredet war, habe ich aber Glück und kann noch was ergattern. Ansonsten empfehle ich, wenn es möglich ist, die An- und Abreise mit ÖPNV oder Fahrrad. Das spart eine Menge Ärger.

Um 18:45 Uhr geht die Tür auf, denn um 19:15 Uhr sollen schon Enforced starten. Was für eine schräge Uhrzeit, aber gut. Ist ja letztendlich auch nur eine Zahl. Das MuZe füllt sich allmählich, die ersten Biere werden (trotz eines Sonntags) ausgiebig inspiziert und die Stimmung ist sehr ausgelassen. Allerdings änderte sich das mit der Zeit …

19:15 Uhr: nichts los auf der Bühne …

19:30 Uhr: nichts los auf der Bühne …

19:45 Uhr: nichts los auf der Bühne … (Langsam etwas Unruhe)

Enforced, Dark Superstition Tour 2024, Hannover

20:00 Uhr: Ah, Enforced legen endlich mal los. Nach den 45 Minuten Wartezeit, ohne ein Update zu geben, bin ich etwas verwundert. Ist eine Band ausgefallen? Falsche Infos bzw. Misskommunikation zwischen Veranstalter und Tourmanager?
Letztendlich auch egal, da Enforced ohne große Schnörkel loslegen und richtig Bock haben! Die Performance sitzt, der Sänger geht ab wie Schmidts Katze und der Sound ist auf den Punkt gemischt. Die Leute haben Spaß und es wird schon gleich ein Moshpit aufgemacht. Da waren wohl Leute ungeduldig und wollten endlich den Death Thrash Metal feiern.

Und Enforced liefern ab. Besonders beeindruckt mich, dass die Band die ersten drei Songs am Stück spielt und nach 13 Minuten eine kurze Pause einlegt, um die Klampfen zu stimmen!
Von der Ansage des Sängers hört man allerdings nicht so viel, da der Interlude doch im Vergleich zum Mikro recht laut ist. Man hört also atmosphärisches Gewaber und ein bisschen Genuschel vom Sänger. Stark!

Nach acht Songs und 30 Minuten Spielzeit ist für Enforced Schluss

Jetzt, da das Konzert in vollem Gange ist, merkt man auch, dass die Stimmung wieder bergauf geht. Kurz einen Blick aufs Merch geworfen: Oha! Die Preise sind ziemlich saftig. 35 € für ein Shirt ist schon eine Ansage. Hingegen sind 55 € für einen Pulli schon „fast“ okay. Dafür ist das Bier vom Preis moderat und ein alkoholfreies Einbecker kann man sich für 3,50 € reinstellen. Wer sich aber einen Helm aufsetzen will, braucht ein bisschen mehr Geld, denn ein 0,4 l Fassbier gibt es für 5 €.

200 Stab Wounds, Dark Superstition Tour 2024, Hannover

Nach gut 15 Minuten Umbau geht es weiter mit 200 Stab Wounds, die meine heimlichen Favoriten an diesem Abend sind. Denn der schräge Death Metal mit ganz leichtem Carcass-Einschlag ist im Songwriting sehr spannend.
So starten die vier und es geht los mit dem Opener Hands Of Eternity der aktuellen Platte. Man merkt gleich von der ersten Sekunde an, dass auch 200 Stab Wounds voll in der Tour angekommen sind und jeder Ton sitzt, jeder Performanceteil ist auf den Punkt und die Lichtshow beeindruckt mich tierisch!
Denn die Horror-Songs werden mit viel Nebel, mit rotem Licht untermalt und mit Strobo Effekten durchsetzt. Das kommt ziemlich cool und hebt die Stimmung gut hervor. Muss ja nicht jeder Rammstein sein, man kann auch mit wenig Mitteln viel zaubern!

Die Ansagen werden hier auf ein nötiges Minimum reduziert, denn die Jungs sind nicht hier zum Quatschen, sondern um grundsoliden Death Metal abzufeuern, den die Menge dankend mit einem Mosh Pit begrüßt!
Eine Ansage lässt mich aber etwas aufhorchen, bei der die Worte „Jail“ und „Arrested“ fallen. Hä? Wer ist denn im Knast? Die sind doch alle auf der Bühne.

Sei es drum, die Mucke stimmt und nach knapp 45 Minuten ist Schluss.

Jetzt geht es steil auf den Headliner des Abends zu: Gatecreeper wollen ihre neue Platte zelebrieren und die Bühne wird mit Totenschädeln und Ketten verziert. Währenddessen unterhalte ich mich mit diversen Leuten und schnappe so das eine oder andere auf. Unter anderem, warum das Konzert mit 45 Minuten Verspätung angefangen hat. (Da ich im Nachgang einen Check gemacht habe, ist an den „Gerüchten“ was dran). Ohne jetzt ins Detail zu gehen:
Einer der Musiker des Tourtrosses wurde mit zu viel Gras erwischt und wurde von der Polizei abgeführt. Zumindest hat man das eindeutig in einer Story vom Gatecreeper Gitarristen gesehen, wie er gefilmt hat, dass einer der Musiker im Streifenwagen abgeführt wurde.

Tja, Shit Happens und auch so was kann bei einer Tour passieren.

Gatecreeper, Dark Superstition Tour 2024, Hannover

Zum Glück kann der Abend trotzdem mit allen Bands stattfinden und um 21:55 Uhr ist Anpfiff für den Headliner der Tour: Gatecreeper haben Bock auf Old School Death Metal mit harten 90er-Einschlägen und mit dem teils groovigen Death’n’Roll auch eine schöne Eingängigkeit.

Doch diese Homogenität, muss ich sagen, war nach 200 Stab Wounds dann doch etwas fad. Die Musik ist gut, doch mir fehlen hier und da ein paar greifbare Momente … Der eine oder andere Ausbruch, ob nun geschwindigkeitstechnisch oder welcher Natur auch immer, hätte das Set definitiv aufgelockert.
Trotzdem feiert die Menge den recht groovigen Death Metal und der Sänger (übrigens, coole Sonnenbrille und Hanfblatt T-Shirt (Nein, er war nicht derjenige, der abgeführt wurde)) macht sympathischerweise mal von der Menge Fotos. Das ist mal ein cooler Move und jeder, der beim Konzert war, kann mit Glück auf deren Instagram-Seite zu sehen sein.

Nach einer Zugabe und insgesamt einer Spielzeit von 60 Minuten ist dann Feierabend, und Gatecreeper haben den Laden dichtgemacht.

Der Abend hat mal wieder gezeigt, wie vielfältig Death Metal Bands in Sound und Show sein können.
Meine Favoriten 200 Stab Wounds haben mich am Ende dann vollkommen überzeugt: Hier hat einfach alles gepasst und ich bin mal gespannt, wie es da weitergeht. Bisher haben sie eine steile Karriere hingelegt und es sieht gut aus, dass es hier auch so weitergeht.