Ellfest Part 1 am 05.06.2026 in der Kieler Schaubude

Alternativkonzerte für die betroffenen Bands des Wilwarin-Ausfalls

Event: Ellfest 2026

Bands: Hotel Kempauski, Catbreath, Persecutor, Pizza Death

Ort: Schaubude im Hinterhof, Kiel, Schleswig-Holstein

Datum: 05.06.2026

Kosten: 22,- Euro AK

Zuschauer: etwa 100 (grob geschätzt)

Genre: Punk, Thrash Metal

Veranstalter: Wilwarin Festival

Link: https://wilwarin.de/

Setlisten:

  1. Gnade Von Oben
  2. Problemstorch Ronny
  3. Platzverweis
  4. OMR
  5. E-Roller
  6. Trommeltrump
  7. Foodtruckfestival In Güstrow
  8. Trauerkoloss
  9. Fahnenstange (I & III)
  10. Pünktliche Punks
  11. Metaphern, Maritim
  12. Ludger
  13. Flimmerkiste
  14. Fat Mike
  15. Stooges

  1. All Paws Are Equal
  2. Catbreath
  3. The Black Revenger
  4. The New Claw Order
  5. Slice ´Em All
  6. Ballad Of A Splattered Corpse
  7. Feline Fatality
  8. The Scum Will Rise Again
  9. Plastic Smile
  10. Strike Of The Claw
  11. Head Of The Snake
  12. Blood Spill Claw Kill

  1. Born In Blood
  2. Iron Tide
  3. Cannibal Island
  4. Feast!
  5. Hangman
  6. 4 More Beers
  7. Narcissus
  8. 1984
  9. The Reaper
  10. Acta Est Fabula
  11. A Way In Life
  12. The Blitz
  13. Broken Arrow
  14. To Hold Hands With Death
  15. Legacy

  1. Cult Of The Crust
  2. Pizza Face Hugger (1 + 2)
  3. Pizzapocalypse
  4. Wrong Order
  5. Napalm Cheese
  6. Delivery Of Misery
  7. Yeast Of The Dee
  8. Self Destructo
  9. Live Lauch
  10. Ashes To Ashes
  11. Chouls
  12. Painapple
  13. Pasta
  14. Cnarly Salami
  15. Prociutto

Schleswig-Holstein Festivalland. Leider trifft das nicht auf das Wilwarin Festival zu. Mangels nötigen Vorverkaufs musste das traditionsreiche Festival in diesem Jahr abgesagt werden. In Zusammenarbeit mit der Kieler Schaubude im Hinterhof, die auch die Kieler Räucherei betreibt, wurde für die Fans und die eingeladenen Bands ein alternatives Fest auf die Beine gestellt. Das Ellfest findet an zwei Tagen in beiden Locations parallel statt. Es gibt in jeder Location pro Veranstaltung andere Eintrittspreise und man muss sich nicht auf Tag oder Location festlegen. Ich danke Philipp Wolter von Catbreath sowie Richard Schröder von der Schaubude für die Einladung zu diesem Abend.

Hotel Kempauski 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Die erste Band des Abends ist Hotel Kempauski. Wer glaubt, Punk sei eine Sache der Jugend, hat vermutlich noch nie ein Konzert von Hotel Kempauski erlebt. Die selbsternannten „Bauspar-Punks“ aus Kiel verwandeln die Schaubude im Hinterhof in einen brodelnden Kessel aus Selbstironie, Alltagsfrust und kompromissloser Energie.

Seit 2017 beziehungsweise 2018 mischt das Quintett die norddeutsche Punkszene auf. Mit Sänger Schrammi, den Gitarristen Olli und Teller, Bassist Herbert sowie Drummer Felix verbinden Hotel Kempauski klassischen Deutschpunk und Hardcore mit modernen Einflüssen aus Indie, Metal und sogar Beat-Elementen. Dabei kreisen ihre Texte um die großen Tragödien des Erwachsenenlebens: Work-Life-Balance, Digitalisierung, verpasste Chancen und die schleichende Erkenntnis, dass die Midlife-Crisis längst vor der Tür steht.

Nach kurzem Umbau ist die nächste Kieler Band am Zug. Catbreath beweisen eindrucksvoll, warum sie sich seit ihrer Gründung einen festen Platz in der norddeutschen Underground-Szene erspielt haben.

Catbreath 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Das Quartett um Sänger Philipp Wolter präsentiert einen energiegeladenen Mix aus Alternative Rock, Grunge und Thrash Metal. Zwischen druckvollen Gitarrenwänden und eingängigen Melodien entwickelt sich schnell eine intensive Atmosphäre, die perfekt zur intimen Clubkulisse passt.

Besonders beeindruckend ist wie eigentlich immer die Spielfreude der Band, die ihre langjährige Erfahrung auf den Bühnen Schleswig-Holsteins deutlich erkennen lässt. Songs aus ihrem aktuellen Repertoire des Albums Slice ’Em All wirken roh, authentisch und zugleich eingängig. Für Fat Freddy heute ein Extrabrekkie!

Die Nähe zum Publikum macht den Abend zusätzlich besonders. Die Band konzentriert sich auf das Wesentliche: starke Songs, ehrliche Performance und jede Menge Leidenschaft. Ein Konzert, das einmal mehr zeigt, warum Catbreath zu den spannendsten Metal-Acts der Kieler Szene gehören. Ich freue mich auf ihr demnächst erscheinendes Split-Release Die By The Claw zusammen mit Phantom Corporation.

Persecutor 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Band Nummer drei des Abends sind Persecutor aus Dänemark. Wer auf der Suche nach feinfühliger Zurückhaltung ist, dürfte bei Persecutor an diesem Abend an der falschen Adresse sein. Die Thrash-Metaller aus Horsens liefern in der Schaubude eine kompromisslose Lehrstunde in Sachen Geschwindigkeit, Präzision und Aggression ab.

Seit ihrer Gründung, die über die Vorgängerbands 13 Bloodlines und Desecrator bis ins Jahr 2011 zurückreicht, hat sich die Formation um Sänger und Bassist Christian Andrés Almanza sowie die Gitarristen Benjamin Stage und Stefan Sørensen einen Ruf als schlagkräftiger Underground-Act erspielt. Mit ihrem aktuellen Material verbindet die Band klassischen Thrash Metal mit modernen Metalcore-Einflüssen und erzeugt dabei einen Sound, der gleichermaßen oldschool wie zeitgemäß wirkt.

In der intimen Atmosphäre der Schaubude entfalten die Dänen ihre größte Stärke: rohe Live-Energie. Rasende Riffs, präzises Drumming und eine unbändige Spielfreude sorgen für Bewegung vor der Bühne. Ein intensiver Auftritt, der eindrucksvoll beweist, warum Persecutor zu den spannendsten Vertretern der skandinavischen Underground-Metalszene gehören.

Pizza Death 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Manchmal sagt ein Bandname bereits alles. Die australischen Crossover-Thrasher von Pizza Death machen als Headliner in der Schaubude keine Gefangenen und servieren dem Kieler Publikum eine rasante Mischung aus Thrash Metal, Hardcore Punk und einer ordentlichen Portion Selbstironie.

Seit ihrer Gründung in Brisbane haben sich die vier Musiker einen Ruf als kompromisslose Liveband erspielt. Mit Songs über Pizza, Zombies, Horrorfilme und Popkultur verbindet Sänger und Gitarrist Josh „The Big Cheese“ mit seinen Mitstreitern klassischen Bay-Area-Thrash mit der Rotzigkeit des Hardcore-Punk. Das Ergebnis klingt wie eine wilde Kreuzung aus Municipal Waste, D.R.I. und einer durchgedrehten Skatepunk-Party.

In der engen Atmosphäre der Schaubude entfaltet sich die volle Wirkung des Quartetts. Kurze Ansagen, keine Verschnaufpausen und ein permanenter Abriss vor der Bühne bestimmen das Bild. Fliegende Haare und breites Grinsen begleiten jeden Song.

Pizza Death liefern keinen anspruchsvollen Kunstgenuss, sondern 45 Minuten pure Eskalation – laut, schnell und herrlich verrückt. Genauso muss Crossover-Thrash funktionieren.

Danke der Schaubude und dem Wilwarin für diese Alternative zum abgesagten Festival!