Lacrimas Profundere am 21.08.2026 im Hamburger Logo

Lacrimas Profundere im Logo geht immer

Event: Lacrimas Profundere

Support: The Original Sin

Datum: 21.08.2026

Ort: Logo, Hamburg

Genre: Dark Rock, Gothic Metal,

Besucher: 300

Kosten: 25 € VVK, 30 € Abendkasse

Setlisten:

  1. Intro/ Red Sun
  2. Ugly Lies
  3. Kerosene
  4. Collide
  5. Original Sin
  6. Necromancy
  7. Digital Dolls
  8. Poison Candy
  9. The Lost Ones

  1. Intro/ Obscurity
  2. A Cloak Woven Of Stars
  3. An Invisible Beginning
  4. Faceless
  5. Like Screams In Empty Halls
  6. O Silent Fear
  7. The Letter
  8. The Kingdom Solicitude
  9. Celestite Woman
  10. To Disappear In You
  11. My Release In Pain
  12. My Velvet Little Darkness
  13. Dead To Me
  14. Nevermore
  15. Unseen
  16. Ave End
  17. Father Of Fate
  18. A Million Ways To Die

Heute geht es mal wieder ins Hamburger Logo. Es spielen Lacrimas Profundere im Rahmen ihrer Tour, die auch das neue Album mit immerhin drei Tracks eingebunden hat. Davon ist O Silent Fear bereits als Single erschienen, und mit Nevermore kommt die heute offiziell erschienene zweite Auskopplung. Mit Faceless wird dann Mitte September noch ein weiterer Track vorab als Single veröffentlicht. Und wie immer ist es eine Freude, ins Logo zu gehen. Dazu kommen die immer sehr moderaten Preise, u. a. auch die Eintrittspreise.

The Original Sin eröffnen den heutigen Abend

The Original Sin, Hamburg Logo,21.08.2026, Pic. Kay L.

Zunächst kommt die Hamburger Band The Original Sin zum Zuge. Das Logo ist noch recht leer, als die Band mit Red Sun beginnt. Dazu tragen die männlichen Musiker noch Bunny-Masken, was sicherlich als Einstieg ganz okay ist. Die Band gibt es erst seit letztem Jahr und ist aus der Band Sündenrausch hervorgegangen. Eine EP wurde bereits veröffentlicht. Als Female-Fronted-Kapelle steht Kira Hempel am Mikro und wird von Michael Albers an der Gitarre sowie Jörn Schwarzburger und Artjom Felster an Bass und Drums begleitet. Möglicherweise liegt es am Auftritt oder auch an der noch fehlenden Praxis. Gesanglich ist es heute eher eine durchschnittliche Leistung, auch wenn Kira mit ihren langen Haaren und den hohen Glitzerstiefeln schon eine passable Frontfrau abgibt. Die Töne passen oftmals nicht, es hört sich teilweise schrecklich schräg an und zu viel Hall macht es nicht besser. Auch wenn männliche Unterstützung dazukommt, ist das nicht wirklich überzeugend. Musikalisch ist das Ganze sicherlich nicht schlecht. Mal werden elektronische Einflüsse eingespielt, dazu kommen rhythmisch durchaus gute Parts. Stimmlich ist heute allerdings noch Luft nach oben. Ich habe mir im Anschluss einmal die offiziellen Videos angesehen, und dort hört es sich tatsächlich anders an. Der Versuch, die männlichen Gäste beim Song Under My Skin zum Mitsingen zu bewegen, stößt auf nicht allzu viel Echo. Es gibt aber einige Fans, die der noch jungen Band bereits zugetan sind. The Original Sin werden sicherlich ihre Nische finden und sich dort etablieren. Vielleicht sieht man sie ja mal beim Female Fronted Festival in Kiel?

Lacrimas Profundere vereinen Neues mit Altbewährtem

Lacrimas Profundere, Hamburg Logo,21.08.2026, Pic. Kay L.

Mit einem Intro und Licht von vorne auf der ansonsten eher dunklen Bühne geht es mit Obscurity, einem Song, der als Stand-Alone-Single nach dem letzten Album erschienen ist, los. Auf der linken Seite, also direkt vor mir, steht Oliver, hinten an den Drums, wo auch sonst, Dominik Scholz. Tja, und auf der anderen Seite, auf der normalerweise Ilker Ersin steht, ist ein neues Gesicht. Da Ilker sich noch immer im Krankenhaus, bzw. in der Reha befindet (an dieser Stelle alles Gute und eine schnelle Genesung an Ilker), musste ein kurzfristiger Ersatz gefunden werden. Mit Dominik Grauvogl von Torrential Rain ist das gelungen und der hat sich das Material innerhalb einer Woche angeeignet und so kann die Tour stattfinden. Ab der ersten Minute hat Julian alle im Griff und die in der ersten Reihe stehenden Mädels haben ordentlich was zum Anhimmeln. Er ist aber auch ein sexy Frontmann, der es versteht, den Texten durch Bewegung, Gestik und Mimik Leben einzuhauchen. Auch den mitten auf der Bühne stehenden Pfeiler nutzt er geschickt. Mal zum Festhalten, mal zum Daranlängsschlängeln wie an einer Tanzstange. Dazu bewegt er sich von links nach rechts und vermag, alle Blicke auf sich zu ziehen, was allerdings bei dem bemühten Fotografen manchmal nicht so schnell gelingt.

Mit zwei Tracks des letzten Albums geht es weiter, bevor mit Faceless ein erster Aufschlag des am 25.09.2026 erscheinenden Albums Lay Me Down O Silent Fear (Review dazu gibt es in Kürze hier) folgt. Das kommt gut an, und auch stimmlich vermag Julian heute mal wieder zu überzeugen. Er singt nicht nur hoch, auch die tiefen Passagen gelingen ihm formidabel. Growlen kann er ebenfalls und zeigt, wie breit gefächert sein stimmlicher Umfang ist. Dass er dabei immer an vorderster Bühnenfront steht und ordentlich performt, beschert den doch sicherlich zu 85 Prozent weiblichen Gästen feuchte Augen. Das weiß der Beau sicherlich auch, und nicht selten gibt es gewollt oder ungewollt aussehende Berührungen.

Munter geht es durch die Setlist

Es werden Songs aus den letzten 22 Jahren Bandgeschichte gespielt. Darunter befinden sich Klassiker wie My Release In Pain und Celtic Woman, aber auch Ave End kommt zum Zuge und darf eigentlich auch nicht fehlen. O Silent Fear vom neuen Album passt super in die Reihenfolge der Songs und kommt ebenfalls sehr gut an. Julian sagt den einen oder anderen Song, nach kurzem Spicken auf der Setlist, an und streut dazu den einen oder anderen Brocken Deutsch ein, was sich oftmals sehr lustig anhört. Der Finne mit dem französischen Namen ist eindeutig der Treiber der Band, während Oliver an der Gitarre eher den musikalischen Hut aufhat. Souverän agieren die beiden Dominiks, die für die mächtige rhythmische Basis sorgen. Vorne geht alles einen Gang schneller und Julian ist der Star. Es geht auch mal ins Publikum, und einer der kleinen Tische wird kurzerhand als Bühne genutzt. Inzwischen hat sich der Frontmann auch seines Shirts entledigt, was natürlich für noch glänzendere Augen sorgt.

Lacrimas Profundere, Hamburg Logo,21.08.2026, Pic. Kay L.

Mit Nevermore kommt dann der heute erschienene, offiziell erst zweite Song des neuen Albums zum Einsatz. Der besticht durch einen super mitsingbaren Refrain, der von allen sofort aufgegriffen wird und für prächtige Stimmung sorgt. Auch später ist das „Nevermore“ noch immer im Ohr. Wie es eigentlich immer ist, wird nach Ave End das Ende des Konzertes angekündigt. Natürlich ist es nicht das Ende. Als Julian dann noch eines der Mädels auf die Bühne holt, dürfte das Neidpotenzial hoch sein. Die Auserwählte darf dann etwas auf der Bühne verweilen und man kann nur hoffen, dass irgendjemand ihrer Bekannten diesen Moment festhält. Mit einer festen Umarmung geht es dann zurück. Nach kurzem Verlassen der Bühne kommen Lacrimas Profundere noch für das unverwüstliche Father Of Fate und als letzten Song A Million Ways To Die zurück.

Nachdem die Band von der Bühne ist, wird das Logo nur langsam leerer. Viele warten noch auf ein Erscheinen der Musiker. Das zieht sich allerdings hin, und auch ich wollte mich eigentlich noch einmal bei Oliver bedanken, der es uns immer wieder ermöglicht, dabei sein zu dürfen. Aber das dauert einfach zu lange, und so ziehen wir schließlich ab.

Ein gelungener Abend, der mit Lacrimas Profundere erneut für ein tolles Konzerterlebnis gesorgt hat. Dazu kommt das immer nette Personal des kleinen, aber feinen Clubs. Was will man mehr?