Oracle Of Worms – Cult Of Suffering  

22.05.2026 – Death Metal – FDA Records – 35:30 Minuten

Nach der EP Frost Falls im Jahr 2023 legen die Jungs aus Hessen mit ihrer Platte Cult Of Suffering nun ihr Debüt aufs Parkett. Und wer das Label kennt (FDA Records), weiß: Da wird es sich lohnen, ein Ohr drauf zu werfen.

So natürlich auch hier wieder, denn die Jungs haben sich zwar dem Old School Death Metal verschrieben, doch sind die Arrangements so ausgeklügelt, modern und clever, dass mir die Platte mit jedem Durchgang von Mal zu Mal besser gefällt!

Starten wir doch mal mit dem Titelgeber Cult Of Suffering, der viel von den geschredderten, langgezogenen Licks lebt, die aber von schiebenden Riffs durchsetzt sind. Natürlich darf auch hier eine Melodie, im Hintergrund mit stehenden Akkorden begleitet, nicht fehlen. Bisher also alles eher klassisch und bekannt.

Aber wenn man genau drauf achtet, stellt man auch fest, wie gekonnt die Parts miteinander verknüpft sind: Entweder gibt es ein Bass-Vorspiel oder einen Auftakt in einen Humpa-Part – mittig und am Ende des Songs. Somit wirkt hier absolut nichts erzwungen, sondern alles logisch aufgebaut.

Und genau dieses clevere Verknüpfen von Parts wenden die vier immer wieder an, was bei Songs wie Acolytes, The Script, Claws Of Famine und Walking Ghost hervorragend funktioniert. Ein guter Indikator dafür ist, wenn man beim Kopfnicken immer im gleichen Takt bleiben kann, ohne dass man aus dem Groove fliegt.

Was geht denn mit dem Drummer?

Besonders hervorheben möchte ich aber auch den Drummer Freddy, der durch sein abwechslungsreiches Spiel viel Variation bei den Übergängen bietet, aber auch weiß, wann es sinnvoll ist, einfach mal stumpf durchzuballern! Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreibe, aber bei Claws Of Famine gibt es ab der Hälfte bis knapp vor dem Schluss einen „atmosphärischen“ Blastbeat. Und besser kann man diesen Part einfach nicht beschreiben!

An der Stelle auch positives Feedback zur Phrasierung des Sängers Chris, der weiß, wann Riffs auch mal Luft zum Atmen brauchen und er nicht alles zubölkt. Auch wenn er es mit seiner geilen Röhre locker tun könnte.

Ohrenschmaus?

Natürlich ist nicht nur das Songwriting auf den Punkt, sondern auch der Sound sägt sich in klassischer HM-2-Manier in die Gehörgänge. Vor allem das Flächige will ich besonders hervorheben, was schön „warm“ klingt, aber auch für die nötige Brutalität sorgt. Gerade in Kombination mit Soli und schneidenden Melodien passt das wie Arsch auf Eimer!

Tut euch also einen Gefallen und zieht euch die Platte über eine gescheite Anlage rein!

Wenn ihr die Chance habt, die Jungs mal live zu sehen: Es lohnt sich! Ich hatte in Braunschweig auf dem Klaue Fest das Vergnügen und bin seitdem so ein kleiner Fan. Ach ja, und noch eine Sache: Muss nur ich beim Intro des Songs Valor (auch ein geiler Song!) an das Intro von Snoop Dogg – The Next Episode denken?

Hier gibt es weitere Informationen zu Oracle Of WormsCult Of Suffering in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Oracle Of Worms – Cult Of Suffering  
Fazit zu Cult Of Suffering
Schönes, rundes Ding, welches mir bei jedem Durchlauf immer mehr Spaß macht. Die Songs gehen extrem gut ins Ohr und mit 35 Minuten hat die Platte eine perfekte Länge! Mir fehlt zwar so ein bisschen ein „schmissiger“ Refrain im Stil von Endseeker, aber das ist am Ende Meckern auf hohem Niveau.

Anspieltipps: Acolytes, Cult Of Suffering und Claws Of Famine
Christian 'Lommer' W.
9.1
Leserbewertung0 Bewertungen
0
9.1
Punkte