Die Burschen von Godslave sind ja längst keine Unbekannten mehr und auch ich konnte schon ein Konzert mit ihnen organisieren. Die hochsympathische Formation aus dem Saarland hat sich im Jahre 2000 gegründet. Damals hießen sie noch Slavery. Ein Demo erblickt das Licht der Welt, aber mehr war irgendwie nicht drin. So ging es bis zum Jahre 2007 und man brauchte irgendwie eine Veränderung und so nannte man sich in Godslave um. 2008 erschien dann auch das Debüt namens Bound By Chains. So geht es weiter, sodass bis zum Jahre 2018 insgesamt fünf Alben veröffentlicht wurden. In dieser Konstellation zocken sie jetzt seit dem Jahre 2016 zusammen. Dass es in einer Band nicht immer ganz gediegen zugeht, haben auch Godslave erfahren müssen. Näheres kann man in der Band-Doku namens Hinter Der Kulisse – Ein Blick In Die Seele Einer Metalband auf YouTube erfahren. Aus dieser Erfahrung entstand aber eine positive Einstellung und diese war schon auf dem Album Positive Aggressive zu hören, welches im Jahre 2021 erschien. Letztes Jahr erschienen dann noch eine EP und ein Tribute-Album namens Champions. Nun also das selbstbetitelte Album namens Godslave.
Los geht es mit Rest, Rebuilt, Reclaim. Die Drums kommen druckvoll aus den Boxen, die Gitarren heulen und man kündigt an, was passieren wird. Ein schneller Thrasher kommt aus den Boxen und wird nach kurzer Zeit von einem groovigen Part ersetzt. Ein feines Gitarrenriff und ab ins Midtempo. Lecker. Und wieder Fahrt aufnehmen, um die Stimmung anzuheben. Ja, das hat schon wieder Hand und Fuß. Wieder langsamer und das geile Riff wird noch einmal hervorgeholt. Die Drums betonen dann und man geht in einen langsamen, druckvollen und kopfschüttelfreundlichen Part. Man baut diesen langsam auf, kombiniert ihn mit einem Solo und wird dann ein wenig schneller. Der Refrain kommt kurz zur Geltung und man kann Rest, Rebuilt, Reclaim mitbölken. Die Stimme ist wie gewohnt hoch, aber auch immer mal wieder dreckig und etwas tiefer. Am Ende ein kleines, chaotisches Szenario und fertig. Fetziger Opener, so kann es gerne weitergehen, gar keine Frage.
Die Reise durch die musikalische Gedankenwelt von Godslave geht dann mit A Future In Motion weiter. Dass die Burschen gerne mal Overkill hören, ist ja nichts Neues. Diese Einflüsse haben sie ja schon öfter in ihr Songwriting untergebracht. Auch gesanglich, auch wenn Tommy nicht ganz so hoch kommt, was ich persönlich besser finde. Das Ding hier rollt über einen rüber. Ein sehr knallender Song. Der Kopf des geneigten Zuhörers muss hier einfach rauf und runter gehen. Wieder einmal bietet man dem Fan die Möglichkeit, gesanglich einzusteigen. Das Ganze hat irgendwie eine punkig beeinflusste Ausrichtung, die totalen Spaß macht. Dann nimmt man den Druck ein wenig raus und widmet sich einem langsamen, teilweise melodischen Part, der aber trotzdem groovt. Ein Solo muss dann aber auch sein. Dieses klingt auch richtig lecker und wird auch gut ausgeschlachtet. Man kehrt aber wieder zum Hauptpart zurück und lässt das Ding dann erneut ein bisschen punkig enden. Stimmung!
Repaid In Kind kommt mit einem kleinen Zitat zu Beginn und dann gibt es erst mal Gummi. Schnell und präzise kommt es aus den Boxen. Das ist keine Kreator-Geschwindigkeit von früher, sondern eher Bay-Area-Speed. Kommt sehr geil. Aber dann verschleppt man das Tempo ordentlich und so hat man eine gelungene Abwechslung beim Songwriting, denn danach gibt es wieder Gummi. Die Drums kommen hier sehr schön zur Geltung. In den langsameren Momenten klingt man auch ein wenig finster und bedrohlich. Aber gutes Riffing und eben diese Tempowechsel inklusive Gitarrenvorspieler machen Laune und vor allem Lust auf mehr. Kann man absolut so machen, da habe ich nichts gegen einzuwenden. Auch das Solo hat es in sich. Hier tobt man sich wieder so richtig aus. Das langgezogene Riff mit Tempoverschärfung – sehr geil. Am Ende gibt es dann wieder den Refainpart zum Mitmachen. Auch hier zeigt man sich sehr variabel. Fein. Immer kleine Momente, die man so nicht erwartet hätte.
Dieses positive Grundgefühl oder diese erfreuliche Energie, die die Burschen mittlerweile in sich tragen und zum Besten geben wollen, hört man auch gleich zu Beginn des Songs Part Of The Pack. Wer rennt nicht gerne pfeifend zum Auto und fährt dann los? Diese gepfiffene Melodie wird gleich weiterverarbeitet, um dann einen druckvollen, schnellen Midtempopart groovig ranzuhängen. Und dann wieder so ein fröhlicher Part, welcher schon ein wenig in den Heavy Metal geht, aber absolut geil klingt und einen einfach mitnimmt. Eine wahre Hymne, die live absolut zum Mitmachen einlädt. Dazu sorgt auch das alleinige Schlagzeugspiel. Dieser Rhythmus und die Gesangseinlage. Hervorragend, ein absolutes Brett.
Und so jagen sie weiter und weiter durch das Thrash-Metal-Universum und haben richtig starke Songs im Gepäck.
The Road Not Taken mit einer eher gediegenen Ausrichtung, aber einem absolut wuchtigen Refrain oder dem Bay-Area-Knaller And Yet I Stand. Wer auf Exodus und Konsorten abfährt, wird hier seine wahre Freude haben.
Bis auf ein oder zwei kleine Ausnahmen ein echt geiles Brett.
Hier geht es für weitere Informationen zu Godslave – Godslave in unserem Time For Metal Release-Kalender.



