Die im Jahre 2011 gegründete und nach einem Entombed-Song benannte Formation Revel In Flesh dürfte jedem deutschen Death-Metal-Fan ein Begriff sein und leider, nach erfolgreichen Jahren, vielen Splits und fünf Alben (das letzte im Jahre 2019), gab es Schwierigkeiten, welche zur Auflösung 2024 führten. Sänger Ralf Hauber suchte sich neue Member und wurde natürlich auch fündig und nun hat man quasi ein internationales Projekt. Erik Barthold an den Drums (Left Hand Solution, Schweden), Simon Abele an der Gitarre (When At Night, Deutschland) und der vielbeschäftigte Jonny Pettersson am Bass und der Gitarre (Wombbath, Schweden) vervollständigen die Band. Man hat keine Zeit verschwendet und Album Nummer sechs wurde zügig rausgehauen und hört auf den Namen Flesh For The Kult Of Death.
Bei der Neuen Deutschen Welle gab es DÖF, die deutsch-österreichische Freundschaft, und im Death Metal eben DSF, die deutsch-schwedische Freundschaft, und die fängt ohne Umschweife an. Kein Intro, kein Schnickschnack. Gleich ein Growl und ab ins Gemetzel. Die Gitarren sägen bei Flesh For The Kult Of Death ohne Ende und der HM2 übernimmt natürlich den Todeskult. Man treibt den Elch ordentlich durch alle schwedischen Dörfer, ohne wirklich extrem schnell zu sein. Es kommt auf das dreckige Feeling an und dieses ist absolut vorhanden. Zerstörerische Riffs und drückende Drumattacken erhellen den Tag. Zwischendurch immer wieder eine sirenenhafte Gitarrenarbeit, die sehr melodisch daherkommt, und auch am Ende ist man eher der Melodie zugewandt, erzeugt dabei aber eine gruselige Grundstimmung. Guter Einstieg nach der langen Wartezeit. Das Ding wird live sicherlich gut funktionieren.
Bodybag Inferno folgt, und langsam und drückend, aber eben schlammig und dreckig startet man in das Rennen. Ein langgezogenes Riff im Midtempo folgt und geht ab wie Schmidts Katze. Wieder langsam und weiter. Zurück ins Midtempo. Man stellt das Riffing in den Vordergrund. Schnell wird man nicht, erzeugt aber eine gelungene, dunkle Atmosphäre. Diese wird durch den schmutzigen Sound noch einmal hervorgehoben. Auch Ralfs Gesang kommt hier sehr gut zur Geltung. Nach einem Break spielt die Gitarre quasi alleine und Ralf trällert dazu. Aus dieser gelungenen Aktion geht man in ein Solo, um dann wieder langsam und fies zu schlemmen. Ein melodischer Midtempopart folgt und ruckzuck hat man wieder diese dunkle Atmosphäre, aber dann ist auf einmal schon Feierband. Unerwartet.
Eine getragene und langsame Melodie ist auch bei The Graverobber zu hören. Hier gibt es auch ein wenig mehr Tempo. Spätestens jetzt hört man, dass Jonny extrem am Songwriting beteiligt war. Das Ding ist ein geiler Stampfer. Man nimmt nie so richtig Fahrt auf, überzeugt aber auch im schnelleren Midtempo. Und dann dieser schaurige Gitarrenpart, der tief in das Dunkle deiner Seele eintaucht. Die Gitarren dürfen in diesem Song so richtig brillieren und man zeigt das Können, aber es klingt nie zu verspielt und man bleibt immer dienlich. Passt einfach. Der kongeniale, melodische Part taucht wieder auf und im Ganzen zeigt man sich hier sehr melancholisch und morbide. Auch hier kommen die gesanglichen Akzente zur rechten Zeit.
Pool Of Blood kommt mit einer Kettensäge zu Beginn und fährt dann die richtige Attacke. Yes, Uptempo und schwedische Gitarrenparts, so mag ich das. Die melodische Leadarbeit anschließend ist auch ziemlich geil und das langgezogene Riffing beim Uptempo macht nur Laune. Wieder so ein melancholisches Ding zwischendurch und so macht das ganze Teil irgendwie nur Laune. Geht absolut nach vorne los und zieht mich ganz in seinen Bann. Geile Gitarrenarbeit mit fettem Solo. Ja, da wird der Ostfriese wieder zum Schweden. Ein absolutes Brett und natürlich hört man auch hier ein wenig Wombbath heraus. Das darf natürlich auch und es bleibt immer noch die DNA von Revel In Flesh.
Der Ralf hat ja neben Rotpit auch noch Heads For The Dead und dieses hört man auch bei den Songs Hellhole und Demon Dawn.
Eher schon bedrückend und psychedelisch zeigt man sich bei Priest Of Flesh. Dadurch erweitert man seinen Horizont und entfernt sich ein wenig vom Schweden-Tod.
Und so geht es immer munter weiter. Revel In Flesh hat weder an Qualität noch an Energie verloren und am Ende hat man mit All I Had (I Gave) ein Crowbar-Cover. Da ich jetzt nicht der größte Crowbar-Fan bin, hätte ich es gar nicht erkannt. Klingt halt wie ein Revel-In-Flesh-Song. Ob das nun gut ist oder nicht, muss jeder selber entscheiden, hehe, aber ich glaube, das ist der Sinn eines Coversongs.
Starkes Album!
Hier geht es für weitere Informationen zu Revel In Flesh – Flesh For The Kult Of Death in unserem Time For Metal Release-Kalender.



