Tygers Of Pan Tang – Electrifyed

11.09.2026 - Heavy Metal / Hard Rock - Target Group - 46:43 Minuten

Da sind die Tygers mit einem neuen Album, dem inzwischen 14. ihrer seit 1978 andauernden Karriere, auch wenn 12 Jahre Inaktivität dazuzählen. Das letzte Album Bloodbound erschien 2023 und überzeugte auf der ganzen Linie. Nun liegt also Electrified auf einem bekannten Streaming-Dienst vor und neben dieser Version gibt es noch unterschiedliche Vinyl- und CD‑Ausgaben. Auf dem Cover befinden sich diesmal nicht nur ein Tiger, sondern gleich sechs. Fünf davon sollen sicherlich die Musiker darstellen. Waren in den frühen Jahren noch die NWOBHM federführend, ist inzwischen Hardrock oder auch Heavy Metal vorherrschend. Besetzungstechnisch hat sich auch etwas getan und mit John Foottit ist ein neuer Gitarrist dabei, der Francesco Marras ersetzt. Jacobo „Jack“ Meille singt neben seiner Sainted-Sinners‑Aktivität weiterhin bei den Tygers und auch die restlichen Musiker sind nun schon eine Weile dabei.

Musikalisch geht es mit Rise Up! los, einem waschechten Rocker. Kräftige Gitarren, guter Rhythmus, dazu Jacobo Meilles Gesang mit einer ansprechenden Melodie. Das lässt sich schon mal gut an. Der neue Gitarrist fügt sich gut ein und setzt Akzente. The Powers That Be erinnert mich an Frühwerke und ist ein guter Indikator für die Platte. Das dazwischenliegende Forevermore kommt etwas melodiöser rüber, hat aber noch immer Tygers-Power. Das muss man den Briten lassen: Sie bleiben ihrer Linie recht treu, auch wenn es gerade auf dem letzten Album nicht ganz so hart zur Sache geht. Auch Dark Divinity überzeugt mich, hat doch die Rhythmusfraktion einen treibenden Faktor. „Tiger Tiger, Eyes Are Clean“ aus dem Refrain bleibt auch direkt hängen.

Die eingeschlagene Richtung wird beibehalten

Mit dem Titeltrack Electrifyed geht es weiter. Wieder fällt die schwere Riffsektion auf, das zieht sich durch das gesamte Album und auch Meille vermag hier zu überzeugen. Nicht jeder kommt mit seiner Stimme klar, aber für mich ist er ein passender, guter Sänger für die Tygers Of Pan Tang und auch Sainted Sinners profitieren davon. A Shadow Of Fire und The Nail folgen auf dem Fuße. Kaum Überraschungen bisher, aber will man das? Durchgängig wird das gleiche Konzept gefahren. Mal sind die Gitarren das treibende Element, wobei sich Weir und Foottit die Momente nicht wegnehmen, sondern diese gezielt einsetzen. The Nail ist ein Midtempo-Rocker, der sicherlich in einem Live-Set eine gute Figur machen dürfte. Auch die restlichen Songs bleiben in der Konstanz, auch wenn The Fight Goes On recht stark an die NWOBHM-Zeiten erinnert und dabei etwas abfällt. Die letzten beiden Songs Dark Skies und Revenge Is Sweet bieten einen passenden Abschluss. Produzent Marco Angioni hat ganze Arbeit geleistet und das Album auf die Band zugeschnitten.

Rob Weir schreibt: „Es ist Zeit, die musikalische Bewegung zu ehren, die wir mitbegründet haben – die ‚New Wave of British Heavy Metal‘. Dies ist ein brandneues Heavy-Metal-Album von uns, tief verwurzelt in den späten 70ern, gewürzt mit den 80ern und bereit, jetzt gehört zu werden!“ Das soll das Abschlusswort sein.

Hier geht zu weiteren Informationen zu Tygers Of Pan TangElectrifyed in unserem Time For Metal Release Kalender.

Tygers Of Pan Tang – Electrifyed
Fazit zu Electrifyed
Mit ihrem neuesten Album bewegen sich die Tygers Of Pan Tang in härteren Gefilden. Insgesamt mehr Melodien und stärkere Gitarrenarbeit auf einem stabilen Rhythmus. Dazu ein gut aufgelegter Jacobo Meille am Mikro. Die Platte ist durchweg gut anhörbar, bietet allerdings wenig Überraschendes. Die gute Produktion vermag genau das herauszuholen, wofür die Tygers Of Pan Tang stehen, und das in einem modernen und doch insgesamt riffbetonteren Umfeld. Das kommt sicherlich dem Gesamtwerk zugute, auch wenn überragende Tracks fehlen. Es ist eher die Gesamtheit der Songs und die Konstanz, die das Album interessant machen. Für Anhänger gut gemachten Heavy Metals mit Melodie und Riffs sicherlich mehr als nur eine Platte zum einmaligen Hören.

Anspieltipps: The Powers That Be, The Nail und Rise Up!
Kay L.
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