Ninth Realm – Damnation’s Veil

28.08.2026 – Death Metal, Thrash Metal – Transcending Obscurity Records – 37:02 Minuten

Wie geht noch mal die Geschichte mit dem ersten Eindruck? Stellt euch ein Promofoto einer Band mit ärmellosen Shirts, Schwertern, Äxten und Morgenstern vor. Wie Manowar für ganz Arme. Die Erwartungen an den musikalischen Auswurf sind dementsprechend gering. Haben uns die fünf kühnen Streiter von Ninth Realm aus dem kleinsten US-Bundesstaat Maryland nur auf eine falsche Fährte gelockt oder meinen die fünf Amis das wirklich ernst? Kann nicht sein, denn Damnation’s Veil ist ihre inzwischen achte Veröffentlichung. Was sich hinter einem atmosphärischen Intro versteckt, ist definitiv aller Ehren wert und wird mit großer Gewissheit jedem Thrashbanger das Blut pulsieren lassen. 

Blasen Manowar den Lendenschurz weg

Der Titeltrack geht nach einer Ewigkeit von 30 Sekunden so dermaßen in die Vollen, dass die Messlatte – oder besser die Streitaxt – in tödliche Höhen geschleudert wird. Mit schneidendem Sound rückt der Fünfer den etablierten Bands des eigentlich so bodenständigen Genres gehörig auf den Pelz. Standesgemäß wird das Tempo meist hochgehalten, doch können im Neunten Königreich auch schon mal die Folterwerkzeuge langsam und genüsslich durchs Fleisch gezogen werden. 

Dio mit Turnschuhen und Jeans

Während Ben Hageage sich durch das unwegsame und barbarische Mittelalter brüllt, helfen ihm zwei kampferprobte Gitarren dabei, aus nahezu allen Scharmützeln siegreich hervorzugehen. Tatkräftige Waffenhilfe bekommt er zudem von einer druckvollen Rhythmusdivision. So kraftvoll aufgestellt, können Ninth Realm jeden Waffengang bestehen. Sie haben gelernt, wie sie sich taktisch klug einen Schritt zurückziehen, um dann energisch zuschlagen zu können. Aber auch im wilden Gemetzel halten sie ihre Formation stets zusammen. 

Thrashen schneller, als Maiden sich freilaufen können

In der Wahl der Strategie orientieren sich Ninth Realm nicht ausschließlich an der Alten Schule des Thrash Metals, sondern wissen, mit Schützenhilfe durch gekonnten Einsatz von Elementen aus Death Metal und Hardcore, ihren Kampfeswillen zu stärken. Obendrein können sie ihre Siege gebührend mit ausladenden Harmonien und Melodien feiern, die sogar im ausgelassenen Reigen tanzbar sind. In fast allen Belangen zeigt sich die Truppe mit Damnation’s Veil erfahren und versiert, Thrash Metal als todbringende Waffe einzusetzen. 

Hier geht es lang für weitere Informationen zu Ninth Realm – Damnation’s Veil in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Ninth Realm – Damnation’s Veil
Fazit zu Damnation’s Veil
Damnation’s Veil ist ein heiß geschmiedetes Eisen US Thrash Metal, nicht besonders innovativ, aber umso treffsicherer, wenn es um Power und Brutalität geht. 37 Minuten sind auch ein Zeitraum, der einen gebeutelt und blessiert zurücklässt, aber nicht leblos am Boden liegend. Von den Riffs, über die Vocals bis hin zum Background verstehen Ninth Realm ihr Handwerk. Sicher können die Amis ihren Helden Exhorder nicht das Wasser reichen, aber in der Liga darunter können sie in ihren starken Momenten, von denen es mehr als nur ein paar gibt, durchaus mitkämpfen.

Anspieltipps: No Highlights, all Fighters
Kristian H.
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