Am 18.09.2026 ist das Debütalbum Hjarta der dänischen Doom-/Post-Metal-Band Maunah über Prophecy Productions erschienen. Das Album ist beim Label sowohl auf CD als auch auf Vinyl erhältlich.
Eine überraschende Entdeckung aus Dänemark
Maunah sind eine der Bands, die ich gerade erst beim Prophecy Fest in der Balver Höhle für mich entdeckt habe. Auf der kleinen Bühne steht die noch junge dänische Formation dort gleich zweimal und hinterlässt dabei einen ziemlich bleibenden Eindruck. Nicht nur bei mir kommt der eigenwillige Sound gut an. Das Album ist vor Ort bereits erhältlich, also wandert die Scheibe direkt mit nach Hause und wird natürlich auch noch von der Band signiert.

Jetzt, wenige Tage später, läuft das Debüt bei mir in Ruhe über die Anlage. Und tatsächlich: Der positive Live-Eindruck bestätigt sich. Maunah wurden erst 2025 gegründet, klingen aber keineswegs wie eine Band, die gerade erst versucht herauszufinden, wohin die musikalische Reise gehen soll. Stattdessen präsentieren sie sechs Stücke, die erstaunlich sicher zwischen Doom, Post-Metal, Progressive und atmosphärischen nordischen Einflüssen pendeln.
Langsam, aber niemals statisch
Heimaland eröffnet das Album zunächst vergleichsweise entspannt. Die Musik lässt sich Zeit, entwickelt eine angenehme Weite und baut ihre Schwere erst nach und nach auf. Genau dieses Prinzip zieht sich durch Hjarta: Maunah drücken nicht permanent aufs Gaspedal, sondern arbeiten mit Kontrasten. Auf mächtige Passagen folgen ruhige Momente, aus scheinbarer Zurückhaltung wächst plötzlich wieder ordentlich Druck.
Dabei bleiben die Songs erfreulich eigenständig. Solin Vaugna bringt beispielsweise mehr Bewegung ins Spiel, während an anderer Stelle fast meditative Abschnitte auftauchen. Die Gitarren können gewaltig wirken, ohne das restliche Klangbild zu erschlagen. Bass und Schlagzeug sorgen für das Fundament, lassen den Kompositionen aber genügend Luft.
Eine wichtige Rolle spielt Sänger Søren Sol Koldsen-Zederkof. Seine markante, sonore Stimme passt hervorragend zu diesem schwer greifbaren Sound. Gerade solche Details verhindern, dass Maunah einfach als weitere Doom-Band durchgehen.
Wenn die Dunkelheit aufbricht
Mein persönlicher Favorit ist Saivør. Der Song baut zunächst eine eigenartige Spannung auf, bevor sich die Atmosphäre zunehmend verdichtet. Dann kippt das Stück plötzlich in deutlich aggressivere Gefilde. Die Gitarren werden dreckiger, das Schlagzeug treibt nach vorne und auch Koldsen-Zederkof zeigt mit härteren Vocals eine weitere Facette.
Genau diese Momente machen Hjarta interessant. Die Band verlässt immer wieder den erwartbaren Weg, ohne dabei ihre eigene Identität zu verlieren. Auch die ungewöhnliche Sprache beziehungsweise Lautsprache des Gesangs verstärkt den entrückten Charakter der Musik. Man versteht nicht unbedingt jedes Wort – muss man aber auch nicht. Die Stimme funktioniert hier mindestens ebenso stark als zusätzliches Instrument.
Die Souveränität dieses Debüts überrascht im positiven: Jeder der sechs Songs (zwischen 6 und 8 Minuten Länge) bis zum abschließenden Titeltrack besitzt Charakter, Dynamik und genügend kleine Details, um auch nach mehreren Durchläufen neue Facetten zu offenbaren.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Maunah – Hjarta in unserem Time For Metal Release-Kalender.



